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BRICS Plus: Die neuen Mitglieder und ihre geopolitische Bedeutung

Weltkarte mit BRICS Plus Staaten in grün

Im August fand der jährliche BRICS-Gipfel in Johannesburg statt. Erwartungsgemäß haben die bisherigen Mitgliedsstaaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika die Erweiterung des Staatenbundes angekündigt. Mit der Einladung an sechs weitere Staaten, dem Bündnis beizutreten, wird sich die Gruppe zahlenmäßig mehr als verdoppeln und sich künftig BRICS Plus (BRICS+) nennen. Doch wer sind die neuen Mitglieder und warum hat deren Beitritt geopolitische Bedeutung? Wir stellen die Beitrittskandidaten vor und ordnen das Geschehen ein.

Am 1. Januar 2024 tritt die vollständige Mitgliedschaft der sechs künftigen neuen Mitgliedsstaaten des Staatenbundes BRICS in Kraft. Mit Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Iran, Äthiopien und Argentinien treten auf den ersten Blick sehr unterschiedlich orientierte Staaten der neuen BRICS Plus-Gruppe bei. Sie alle haben jedoch ein gemeinsames übergeordnetes Ziel, und zwar den Welthandel unabhängiger von der Leitwährung US-Dollar zu machen und dem globalen Einfluss der westlichen Welt beziehungswese den G7-Staaaten eine geeinte Kraft entgegen zu setzen.

BRICS Plus: Bedeutende geopolitische Verschiebung

So ist die Aufnahme der sechs neuen Mitgliedsstaaten geopolitisch beileibe kein unbedeutender Schritt. Die meisten von ihnen sitzen auf großen Rohstoffreserven der einen oder anderen Art. Schon allein mit der Aufnahme von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran werden die BRICS Plus weit mehr als 50 Prozent der globalen Ölproduktion kontrollieren können. Dazu kommt, dass die meisten der neuen Mitglieder – außer dem Iran – traditionell bislang mit westlichen Wirtschaftsinteressen verbunden sind. Mit der Hinwendung gen Osten erleben wir also eine bedeutende geopolitische Verschiebung, die sich über Jahrzehnte hinweg auswirken könnte.

In der Folge stellen wir die neuen Mitglieder und die geopolitische Bedeutung ihres Beitritts kurz vor: 

Saudi-Arabien machte den Petrodollar möglich

Saudi-Arabien ist der De-facto-Anführer der OPEC+ und war weitgehend dafür verantwortlich, dass der US-Dollar in den letzten Jahrzehnten den Status eines Petrodollar hatte und stark bleiben konnte. Ursprünglich hatte sich Saudi-Arabien 1974, kurz nachdem der damalige US-Präsident Richard Nixon den Dollar aus dem Goldstandard gelöst hatte, im Gegenzug für den militärischen Schutz der USA dazu bereit erklärt, seine Ölverkäufe in US-Dollar abzurechnen.

Die Kurzfassung der Geschichte ist, dass das Abkommen eine künstliche Nachfrage nach US-Staatsanleihen, Schulden und dem Dollar geschaffen hat. Eine mögliche künftige Umgehung des Petrodollar durch die BRICS Plus hat geopolitische Bedeutung, da dies zu einem großen Überschuss an Dollar im Welthandel führen und einer massiven Inflation den Weg bereiten würde, insbesondere in den USA. 

Ägypten ist größter Exportmarkt der USA in Afrika

Ägypten hat seit 1978 über 80 Milliarden Dollar an US-Auslandshilfe erhalten und gilt als starker Verbündeter der USA. Der gesamte bilaterale Handel zwischen den beiden Ländern beläuft sich auf fast 10 Milliarden Dollar jährlich. Ägypten ist der größte Exportmarkt der USA in Afrika, und amerikanische Unternehmen sind in den meisten Sektoren der ägyptischen Wirtschaft tätig. Daher hat der Beitritt Ägyptens zum BRICS-Bündnis, der wahrscheinlich zu einem Rückgang der Handelsbeziehungen mit dem Westen führen wird, geopolitische Bedeutung.

Vereinigte Arabische Emirate im Nahen Osten einflussreich

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und die USA unterhalten seit 1971 freundschaftliche Beziehungen und haben 1972 formelle diplomatische Beziehungen aufgenommen. Die beiden Länder haben enge Beziehungen zwischen ihren Regierungen entwickelt, einschließlich einer engen Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich. Die VAE spielen eine einflussreiche Rolle im Nahen Osten und sind ein wichtiger Partner für die USA.

Der bilaterale Handel ist auf 23 Milliarden Dollar gestiegen, und die VAE haben sich an den von den USA geführten Militäroperationen in Kuwait, Afghanistan, Serbien und Irak sowie an der von der NATO geführten Mission in Libyen beteiligt. Wenngleich der Beitritt zu den BRICS Plus nicht bedeutet, dass die Beziehungen zum Westen abgebrochen werden, werden die VAE wahrscheinlich zu einem verstärkten Handel mit den BRICS-Staaten und einem geringeren Handel mit den USA tendieren. 

Der Iran ist eine Energie-Supermacht

Der Beitritt des Iran zu den BRICS Plus ist weniger umstritten, da das Land kein enger Verbündeter der USA oder anderer westlicher Länder ist. Aber das Land hat ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 388 Milliarden Dollar und nimmt gemessen an der Kaufkraft den 21. Platz in der Welt ein. Das Land verfügt über 10 Prozent der nachgewiesenen Öl- und 15 Prozent der Erdgasreserven der Welt.

Der Iran ist eine Energie-Supermacht und kontrolliert strategisch wichtige Gebiete und Gewässer im Nahen Osten. Das Land verfügt über eine fortschrittliche Militärindustrie, die so weit geht, dass die USA verlangen, den Verkauf ihrer sehr effektiven Drohnen an Russland einzustellen. Der Beitritt des Iran hat geopolitische Bedeutung, da er westliche Sanktionen wirkungslos macht. 

Äthiopien ist langjähriger Partner der USA

Äthiopien ist das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas und hat als effektiver Entwicklungspartner geopolitische Bedeutung, insbesondere in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung und Ernährungssicherheit. Die USA unterhalten bereits seit 1903 diplomatische Beziehungen zu Äthiopien und sind der größte bilaterale Geldgeber des Landes, der seit 2020 schätzungsweise 3,16 Mrd. USD an humanitärer Hilfe bereitgestellt hat.

Im Jahr 2021 warf Äthiopien den USA allerdings vor, sich in dessen innere Angelegenheiten einzumischen, nachdem Washington im Konflikt um die nördliche Region Tigray Einschränkungen der Wirtschafts- und Sicherheitshilfe angekündigt hatte. Dies hat offenbar einen Keil zwischen die beiden Nationen getrieben und könnte Äthiopien dazu veranlasst haben, sich mehr dem Osten zuzuwenden. 

Argentinien sucht Alternative zu westlichen Organisationen

Argentinien unterhält seit langem eine wirtschaftliche Partnerschaft mit westlichen Organisationen wie dem IWF und der Weltbank. Der IWF hat vor kurzem eine Auszahlung von 7,5 Mrd. Dollar für Argentinien genehmigt, was ein Teil eines bestehenden 30-monatigen 44-Milliarden-Dollar-Programms zur Verbesserung der desolaten wirtschaftlichen Lage darstellt.

Die Weltbank hat außerdem zwei neue Projekte für Argentinien im Wert von rund 650 Millionen Dollar genehmigt. Die Beziehungen zwischen Argentinien und diesen Organisationen waren jedoch nach Ansicht von Kritikern teils kontraproduktiv bis ausbeuterisch. Der Beitritt von Argentinien hat geopolitische Bedeutung, da die BRICS Plus als Alternative zu westlichen Organisatoren angesehen werden. 

Fazit: BRICS Plus übertrifft die G7-Staaten

Allein schon mit der Aufnahme von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran in die BRICS Plus wird die Union in der Lage sein, den Löwenanteil (über 50 Prozent, manche Schätzungen gehen sogar von bis zu 80 Prozent aus) der weltweiten Ölproduktion zu kontrollieren. Die BRICS Plus-Staaten verzeichnen nach wie vor eine der am schnellsten wachsenden BIP-Raten der Welt und kommen zusammen auf ein BIP von über 30 Billionen Dollar.

Das heutige Wirtschaftsbündnis, das anno 1995 gerade einmal 17 Prozent des globalen BIP auf die Waage brachte, kommt nunmehr auf ein Drittel (33 Prozent) des weltweiten BIP und übertrifft damit zum ersten Mal auch die G7-Staaten. Die BRICS-Allianz hat sich jetzt zu einer wirtschaftlichen Kraft entwickelt, mit der man zu rechnen hat. Und bei all dem stehen sie ja erst am Anfang. 

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