Logo axinocapital

Portal für Minenaktien & mehr

Seltene Erden boom in USA? Diese Aktien könnten Profitieren?

Mit einem Fixpreis-Programm und massiven Investitionen in die heimische Rohstoffindustrie will das US-Verteidigungsministerium die Abhängigkeit von China beenden. Ziel ist es, die Kontrolle über Seltene Erden zurückzugewinnen - Rohstoffe, die für Elektromobilität, Rüstung und erneuerbare Energien unverzichtbar sind. Kann dieser Vorstoß Chinas jahrzehntelange Vormachtstellung brechen? Und welche Aktien könnten von diesem Boom profitieren?

Chinas Griff um den Globus

Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) dominiert China bei 19 der 20 wichtigsten strategischen Materialien den Weltmarkt - mit Anteilen von teils über 80 %, bei Gallium, Seltenen Erden und Graphit sogar nahe 100 %. Dabei geht es nicht nur um Abbau, sondern vor allem um Veredelung. Hier hat Peking systematisch Tatsachen geschaffen, die den Westen verwundbar machen.

Seit 2023 setzt China seine Marktmacht offen ein: Exportlizenzen, Genehmigungspflichten und direkte Verbote trafen bereits Gallium, Germanium, Tellurium, Antimon, Indium und Bismut. Für westliche Industrien sind das keine Randstoffe - es sind Schlüsselmaterialien für Photovoltaik, Elektromobilität, KI-Infrastruktur und Rüstungselektronik.

Im Januar 2025 folgte der nächste Schritt: Laut IEA verschärfte China die Exportkontrollen für Seltene Erden weiter - mit einer Meldepflicht ab November 2023, einem Exportverbot für Veredelungstechnologien im Dezember 2023 und Exportlizenzen für sieben mittel- und schwer-Seltene Erden ab April 2025. Schon heute kontrolliert China 92 % der weltweiten Raffinierungskapazitäten für Seltene Erden - eine Abhängigkeit, die den USA und Europa immer deutlicher bewusst wird.

China dominiert die Veredelung strategischer Rohstoffe - bei 19 von 20 Materialien weltgrößter Produzent Quelle: IEA, Global Critical Minerals Outlook 2025, basierend auf USGS 2025.

Washingtons Antwort: Der Fixpreis-Deal mit MP Materials

Am 10. Juli 2025 setzte das US-Verteidigungsministerium (DoD) ein klares Zeichen im globalen Wettlauf um kritische Mineralien. Mit einer Milliarden-Injektion in MP Materials, dem Betreiber der einzigen großen Seltenen-Erden-Mine der USA, will Washington die Kontrolle über die eigene Lieferkette zurückgewinnen.

Der Deal umfasst gleich mehrere strategische Elemente: 400 Millionen US-Dollar fließen in Vorzugsaktien, wodurch das DoD mit einem Anteil von 15 Prozent zum größten Aktionär des Unternehmens wird. Zusätzlich stellt die Regierung einen Kredit über 150 Millionen US-Dollar bereit, um die Verarbeitung schwerer Seltenen Erden am Standort Mountain Pass auszubauen. Parallel sichern Goldman Sachs und J.P. Morgan eine Projektfinanzierung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar für den Bau der hochmodernen „10X“-Magnetfabrik.

Besonders bemerkenswert ist jedoch die Einführung eines 10-Jahres-Preisbodens von 110 US-Dollar pro Kilogramm für Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) - fast doppelt so hoch wie der aktuelle Marktpreis in China. Dieser Fixpreis sendet ein starkes strategisches Signal: Er bietet US-Produzenten langfristige Planungssicherheit, entzieht chinesischen Dumpingpreisen die Wirkung und zwingt globale Abnehmer, sich auf eine neue Kostenstruktur einzustellen. Das ist eine klare Kampfansage an Pekings Preispolitik.

Warum der Preis so entscheidend ist

Chinas Dominanz basiert nicht nur auf Kapazitäten, sondern auch auf aggressiver Preispolitik. Niedrige Exportpreise machten Investitionen in westliche Verarbeitung unattraktiv, während Peking im eigenen Land weiter skalierte. Der US-Fixpreis kehrt diese Logik um: Er schafft einen garantierten Absatzmarkt zu Konditionen, die den Aufbau einer heimischen Industrie ermöglichen.

Damit könnten die USA erstmals seit Jahrzehnten wieder den gesamten Zyklus von Abbau über Verarbeitung bis hin zur Herstellung von Hochleistungsmagneten abdecken - eine essenzielle Voraussetzung für Verteidigung, Elektromobilität und erneuerbare Energien.

Zugleich könnte dieser Ansatz als Modell für weitere strategische Rohstoffe dienen. Preisgarantien oder staatliche Beteiligungen könnten künftig auch bei anderen kritischen Mineralien eingesetzt werden, um die strukturelle Abhängigkeit von China zu reduzieren und eine resiliente Lieferkette im Westen aufzubauen.

MP-Deal als Signal: USA müssen breiter investieren

Der milliardenschwere Deal zwischen dem US-Verteidigungsministerium und MP Materials sendet ein klares Signal: Die Vereinigten Staaten wollen ihre Abhängigkeit von China im Bereich kritischer Mineralien reduzieren und das könnte erst der Anfang sein. Denn um die Versorgung wirklich zu sichern, müsste das Engagement der Regierung tiefer in die Wertschöpfungskette reichen. Es reicht nicht aus, auf wenige große Produzenten zu setzen. Eine robuste Lieferkette erfordert ein Netzwerk von Projekten, die Exploration, Verarbeitung und Produktion abdecken. Entsprechend könnten künftig auch kleinere und mittelgroße Unternehmen stärker ins Visier staatlicher Unterstützung geraten.

Ein Beispiel dafür ist das La Plata Projekt von Metallic Minerals im Südwesten Colorados. Hier wurden laut dem Management jüngst nicht nur Vorkommen an Kupfer und Edelmetallen bestätigt, sondern erstmals auch eine Reihe strategisch relevanter Mineralien wie Seltene Erden identifiziert. Diese Vielfalt könnte das Projekt laut dem Management für die nationale Rohstoffstrategie interessant machen, zumal die US Geological Survey es bereits als Critical Minerals Resource Area eingestuft hat.

Weitere Schlüsselmetalle in Chinas Hand

China kontrolliert nicht nur Seltene Erden. Auch bei anderen strategischen Rohstoffen sitzt die Volksrepublik am längeren Hebel. Antimon, ein kaum bekanntes Metall, ist ein Schlüsselfaktor für Batterien, Flammschutzmittel, Solarglas und militärische Anwendungen. Über 70 % der globalen Raffinierung und fast die Hälfte der Minenproduktion liegen in chinesischer Hand.

Seit 2023 zieht Peking die Zügel an: Exporte wurden um 45 % gekürzt, große Hütten stehen still. Die Folge: Preisexplosionen. Im Sommer 2025 schnellten die Antimonpreise auf bis zu 60.000 US-Dollar pro Tonne - ein Rekord, der den Westen aufschrecken ließ. In den USA reichen die strategischen Reserven für kaum mehr als ein paar Wochen. Ohne Antimon droht der Stillstand - nicht nur in der Industrie, sondern auch im Rüstungssektor.

Doch es gibt Hoffnungsschimmer. In Kanada arbeitet Critical One Energy an einer Lösung. Das Howells Lake Projekt in Ontario könnte laut dem CEO Duane Parnahm eines der größten unerschlossenen Antimon-Vorkommen Nordamerikas erschließen. Historische Daten zeigen außergewöhnlich hohe Gehalte, teilweise bis zu 75 %. CEO Duane Parnham bringt es auf den Punkt: "Kanada könnte der Schlüssel zur Lösung der globalen Antimonversorgung sein."

Risikohinweis

Die AXINO Capital GmbH veröffentlicht auf https://axinocapital.de Kommentare, Analysen und Nachrichten. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Des Weiteren ersetzen sie in keinster Weise eine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um werbliche / journalistische Texte. Leser, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der AXINO Capital GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers.

Der Erwerb von Wertpapieren birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der AXINO Capital GmbH und ihren Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird jedwede Haftung für Vermögensschäden oder die inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Artikel ausdrücklich ausgeschlossen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungshinweise.

Gemäß der Marktmissbrauchsverordnung (MiFiD II), dem §34b des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) und dem §48f Abs. 5 des österreichischen Börsengesetzes (BörseG) möchten wir darauf hinweisen, dass die AXINO Capital GmbH und/oder deren Mitarbeiter, verbundene Unternehmen, Partner oder Auftraggeber, Aktien des in diesem Artikel besprochenen Unternehmens halten oder halten können und somit ein möglicher Interessenskonflikt besteht. Die AXINO Capital GmbH und deren verbundenen Unternehmen behalten sich zudem vor, jederzeit Aktien des Unternehmens zu kaufen oder verkaufen. Darüber hinaus wird die AXINO Capital GmbH von dem in diesem Artikel besprochenen Unternehmen für die Berichterstattung entgeltlich entlohnt. Dies ist ein weiterer, eindeutiger Interessenkonflikt, der hiermit offengelegt wird.