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Digitaler Wahnsinn: KI & Krypto plündern den Kupfer-Markt!

Noch nie war die Welt so gierig nach Kupfer und der KI-Boom könnte den größten Nachfrageschock aller Zeiten auslösen. Mega-Rechenzentren und Bitcoin-Mining treiben den Bedarf in schwindelerregende Höhen. Schon wenige neue Anlagen könnten Millionen Tonnen verschlingen und den Rohstoffmarkt an seine Grenzen bringen.

Kupferbedarf im Gigawattmaßstab

Große KI-Systeme wie GPT-4 verschlingen enorme Mengen an Energie. Allein der laufende Betrieb von ChatGPT erfordert schätzungsweise eine Dauerleistung von 25 bis 30 Megawatt. Das entspricht rund 0,23 Terawattstunden Strom pro Jahr und reicht aus, um mehr als 20.000 Haushalte dauerhaft zu versorgen.

Das Training eines solchen Modells ist noch einmal ein massiver Energieschub. Für GPT-4 wurden über mehrere Wochen hinweg etwa 60 Gigawattstunden benötigt. Mit diesem Strom könnte man im gleichen Zeitraum auch rund 1 Million Haushalte für eine Woche mit Strom versorgen. Neue KI-Rechenzentren, die für Systeme dieser Größenordnung gebaut werden, erreichen heute Leistungen von 150 Megawatt bis weit über ein Gigawatt und bewegen sich damit bereits in der Größenordnung ganzer Kraftwerke.

Und das ist nur der Energiebedarf der Künstlichen Intelligenz. Parallel dazu frisst auch das Kryptomining, allen voran Bitcoin, enorme Mengen Strom. Weltweit werden Berichten zufolge dafür rund 18 bis 20 Gigawatt Dauerleistung aufgewendet, was etwa 162 Terawattstunden pro Jahr entspricht. Zusammengenommen treiben KI und Kryptomining den globalen Stromverbrauch in eine Dimension, die immer stärker in Konkurrenz zu anderen Verbrauchssektoren tritt und damit auch den Bedarf an Kupfer für Stromnetze, Leitungen und Kühlinfrastruktur rasant in die Höhe treibt.

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Dieser gewaltige Ressourcenhunger spiegelt sich auch im Investitionsrahmen wider. Die IEA zeigt, wie rasant die Ausgaben für Rechenzentren in den USA zwischen Januar 2014 und August 2024 gestiegen sind. Die Daten sind als Index dargestellt, wobei der Stand von Dezember 2019 den Wert 1 bildet. Werte von 2 oder 4 bedeuten eine Verdopplung oder Vervierfachung des damaligen Investitionsniveaus und genau diese Entwicklung ist Realität geworden.

Kupferbedarf im Gigawattmaßstab

Wie groß die Dimensionen sind, verdeutlicht das Beispiel Microsoft: Beim Bau des Rechenzentrums in Chicago wurden 2.177 Tonnen Kupfer verbaut, allein für eine einzige Anlage. Laut Berechnungen von BHP werden pro Gigawatt installierter Rechenzentrumskapazität im Schnitt rund 66.000 Tonnen benötigt. Da die neuesten KI-Projekte längst nicht mehr im Megawattbereich, sondern bei mehreren Hundert Megawatt bis hin zu 5 Gigawatt liegen, erreicht der Rohstoffbedarf eine völlig neue Größenordnung.

Schon ein moderater Zubau um nur 3 bis 5 Gigawatt allein in den USA würde jedes Jahr zwischen 0,5 und 1,5 Prozent der weltweiten Kupferproduktion binden und das dauerhaft. Die Banque de France warnt, dass der Bedarf der Rechenzentren von heute etwa 500.000 Tonnen bis 2050 auf rund 3 Millionen Tonnen steigen könnte. Das entspräche der kombinierten Jahresproduktion der vier größten Kupferminen der Welt.

Und das ist nur der Kupferhunger des KI-Sektors, ohne Krypto Mining Branche. Hinzu kommen die gewaltigen Mengen, die für die weltweite Elektrifizierung, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Stromnetze benötigt werden. Zusammengenommen entsteht eine Konkurrenz um den Rohstoff, die schon in wenigen Jahren zu Engpässen führen könnte.

Das Angebot hinkt hinterher

Auf den ersten Blick scheint die Lösung einfach: Wenn mehr Kupfer gebraucht wird, muss die Produktion eben steigen. Doch genau hier liegt der Denkfehler. Bergbau funktioniert nicht wie eine Fabrik, in der man einfach eine zusätzliche Maschine kauft, eine weitere Lagerhalle eröffnet und innerhalb eines Jahres die Produktion verdoppelt.

Die meisten Kupferminen arbeiten bereits an der Kapazitätsgrenze. Um mehr zu fördern, braucht es entweder aufwendige Erweiterungen bestehender Anlagen oder den Bau komplett neuer Minen. Beides ist ein langwieriger Prozess: Zwischen der Entdeckung einer Lagerstätte und der ersten produzierten Tonne Kupfer vergehen oft 10 bis 20 Jahre. In dieser Zeit müssen Lagerstätten erkundet, Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt, Genehmigungen eingeholt und Milliardeninvestitionen gesichert werden.

Hinzu kommen Unsicherheiten in den beiden größten Förderländern Chile und Peru, die gemeinsam rund 40 % der weltweiten Produktion stellen. Politische Spannungen, Streiks und Umweltauflagen führen immer wieder zu Produktionskürzungen. Und manchmal bricht die Versorgung sogar abrupt ein: Die Schließung der Cobre Panamá-Mine Ende 2023 entzog dem Weltmarkt auf einen Schlag 300.000 Tonnen Kupfer - rund ein Prozent der globalen Förderung.

Prognose zeigt stark steigende Kupfernachfrage bis 2040 bei gleichzeitig sinkendem Ölverbrauch.

Einige Prognosen sehen Kupfer sogar schon als das neue Öl. Laut IWF könnte der globale Kupferbedarf bis 2040 um über 66 Prozent steigen von 23,5 Millionen Tonnen im Jahr 2020 auf 39,1 Millionen Tonnen, während der Ölverbrauch im Net-Zero-Szenario deutlich sinkt von 91,2 auf 66 Millionen Barrel pro Tag. Der weltweite Umbau hin zu grüner Energie und Elektrifizierung macht Kupfer zur Schlüsselsubstanz moderner Infrastruktur sei es für E-Autos, Windkraft oder Stromnetze. Es wäre denkbar, dass Kupfer in Zukunft eine ähnlich strategische Rolle einnimmt wie einst das Öl.

Newmont setzt auf Metallic Minerals: Strategische Kupfer-Partnerschaft

Große Bergbaukonzerne wie Newmont haben den sich abzeichnenden globalen Kupferengpass längst ins Visier genommen. Um frühzeitig von künftigen Engpässen zu profitieren, sicherte sich der Branchenriese 9,5 % an Metallic Minerals und startete eine strategische Partnerschaft für das US-Kupferprojekt La Plata. Dieses liegt im bergbaufreundlichen Südwesten Colorados und umfasst ein rund 25 km² großes Porphyrsystem, das neben Kupfer auch Silber, Gold und Platingruppenmetalle beherbergt.

Allein der bislang definierte Allard-Porphyrkörper enthält laut Angaben von MMG 1,21 Milliarden Pfund Kupfer und 17,6 Millionen Unzen Silber bei durchschnittlich 0,37 % Cu und 3,72 g/t Ag. Doch das ist erst der Anfang: Durch Kartierungen, Probenahmen und geophysikalische Untersuchungen wurden bereits über 20 weitere Zielgebiete mit ähnlichen geologischen Merkmalen identifiziert. vier davon sind bohrbereit. Sollte sich auch nur ein Teil dieser Zonen als ähnlich ergiebig erweisen, möchte das Management mit La Plata zu einem der bedeutendsten Kupferprojekte Nordamerikas aufsteigen.

Ein eindrucksvolles Beispiel für dieses Erfolgsmodell ist die Red Chris Mine in British Columbia, heute im Besitz von Newmont. Seit Jahrzehnten werden dort mehrere kompakte Porphyrkörper wie die „East Zone“ oder die „Main Zone“ abgebaut, die gemeinsam ein einziges, hochprofitables System bilden. Der große Vorteil solcher Lagerstätten-Cluster liegt in ihrer außergewöhnlichen Flexibilität: Je nach Marktbedingungen und technischer Machbarkeit können einzelne Zonen laut Newmont nacheinander oder sogar parallel erschlossen werden. Auf diese Weise sichern sie über viele Jahrzehnte hinweg eine stabile Kupferproduktion und stetige Einnahmen – selbst in volatilen Rohstoffmärkten.

Geologische Darstellung des La Plata Porphyrprojekts von Metallic Minerals mit Vergleich zu Newmonts Minen Cadia und Red Chris.

Laut CEO Greg Johnson weist La Plata eine nahezu identische geologische Signatur auf. Bislang ist zwar nur der Porphyrkörper bei Allard definiert, doch mehr als 25 weitere Zielzonen mit vielversprechender Geochemie sind bereits bekannt. Nach Angaben von MMG hat Newmont das Projekt sogar mit eigenen Weltklasse-Minen wie Cadia und Red Chris verglichen, ein deutlicher Hinweis auf das enorme Potenzial. Besonders bemerkenswert: Bei der jüngsten Kapitalerhöhung griff Newmont erneut zu und stockte seine Beteiligung auf, ein klares Signal, dass der Konzern langfristig auf La Plata setzt.

Der Kupfer-Schock könnte erst beginnen

Der weltweite Kupfermarkt bewegt sich inzwischen fast exponentiell nach oben, angetrieben von KI, Kryptomining, Elektrifizierung und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Doch die Förderkapazitäten lassen sich nicht im gleichen Tempo hochfahren. Selbst wenn heute mehrere Großprojekte gleichzeitig gestartet würden, vergingen oft ein bis zwei Jahrzehnte, bis das Metall tatsächlich auf dem Markt landet. Dieses Missverhältnis zwischen rasant steigender Nachfrage und träge wachsendem Angebot könnte schon in wenigen Jahren den "Kupfer-Schock" auslösen, der nicht nur einzelne Branchen, sondern ganze Volkswirtschaften ins Wanken bringen kann.

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