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Kanada baut seine eigene KI-Fabrik – und ein Bitcoin-Miner liefert die Rechenpower

Großauftrag für BUZZ HPC
Nach Angaben des Unternehmens habe BUZZ HPC für das Projekt 2.304 NVIDIA Grace Blackwell GPU beschafft. Diese Chips seien Teil von NVIDIA GB200 NVL72-Systemen. Vereinfacht gesagt handelt es sich um sehr leistungsstarke Server-Schränke, die viele KI-Aufgaben gleichzeitig berechnen können. Verbunden würden die Systeme über NVIDIA Quantum InfiniBand, ein besonders schnelles Datennetz zwischen den Rechnern. Eine Flüssigkühlung solle helfen, die hohe Leistung stabil zu betreiben.
BUZZ HPC werde die GPU-Cloud und den Rechencluster in einer Anlage von Bell in Merritt, British Columbia, bereitstellen. Cohere solle darauf eigene Basismodelle und Unternehmenslösungen für Behörden und Firmenkunden betreiben. Bell AI Fabric bringe Rechenzentrums- und Netzwerkinfrastruktur ein, Cohere die KI-Software, BUZZ HPC die Rechenleistung und den Betrieb der sogenannten KI-Fabrik.
Was souveräne KI bedeutet
Souveräne KI beschreibt eine Infrastruktur, bei der sensible Daten, Rechenleistung und KI-Modelle innerhalb eines Landes bleiben und dort nach lokalen Regeln betrieben werden. Für Kunden soll das mehr Kontrolle über Datenschutz, Sicherheit, Leistung und Betrieb schaffen.
Eine KI-Fabrik ist kein klassisches Werk mit Fließband. Gemeint ist ein Rechenzentrum, das Strom, Chips, Kühlung, Software und schnelle Datenleitungen so verbindet, dass KI-Modelle trainiert, angepasst und genutzt werden können. HIVE betont, die neue Plattform solle vollständig innerhalb der Landesgrenzen betrieben werden und damit besonders anspruchsvolle KI-Anwendungen unterstützen.
Finanzierung und Umsatzziele
Der Kauf der NVIDIA-Systeme werde laut Unternehmen teilweise aus dem Erlös einer Wandelanleihe über 115 Millionen US-Dollar finanziert. Eine Wandelanleihe ist geliehenes Kapital, das unter bestimmten Bedingungen später in Aktien umgewandelt werden kann. Hypertec solle als OEM (Original Equipment Manufacturer, Auftragshersteller) die GPU-Serverlösung liefern, integrieren, installieren und technisch betreuen.
President und CEO Aydin Kilic habe erklärt, das vertraglich gesicherte HPC-Umsatzziel habe inzwischen mehr als 100 Millionen US-Dollar erreicht. Die neue NVIDIA-GB200-Installation würde nach Einschätzung des Managements Ende 2026 bis Anfang 2027 starten. Sie könnte rund 70 Millionen US-Dollar ARR (Annual Recurring Revenue, wiederkehrender Jahresumsatz) zum bisher realisierten Wert von 35 Millionen US-Dollar beitragen. ARR zeigt erwartete jährliche Erlöse aus laufenden Verträgen, ist aber kein Gewinnmaßstab.
Management sieht Infrastruktur als Schlüssel
Executive Chairman Frank Holmes habe die Partnerschaft mit Bell und Cohere als wichtigen Schritt für den Aufbau industrieller KI-Infrastruktur beschrieben. Nach seiner Darstellung habe Kanada zwar viel zur modernen KI-Forschung beigetragen, brauche aber mehr Rechenzentren, um diese Stärke auch im großen Maßstab nutzbar zu machen.
Kilic habe ergänzt, technologische Umbrüche benötigten eigene Infrastruktur. Die industrielle Revolution habe Fabriken gebraucht, das Internet Glasfasernetze und große Rechenzentren. KI brauche nun KI-Fabriken mit leistungsfähigen GPU-Clustern. Craig Tavares, President und COO von BUZZ HPC, habe die Plattform als Verbindung aus Bells Netz, Coheres KI-Lösungen, Hypertecs Servern und BUZZs GPU-Cloud beschrieben.
Nächste Schritte
Nach Angaben des Managements würde nun der Aufbau der NVIDIA-GB200-Systeme in Merritt im Mittelpunkt stehen. Die Inbetriebnahme könnte Ende 2026 bis Anfang 2027 erfolgen. Sollte der Zeitplan eingehalten werden, würde BUZZ HPC den vertraglich gebundenen Jahresumsatz deutlich erhöhen und HIVEs KI-Geschäft stärker neben dem bisherigen Rechenzentrumsbetrieb positionieren.

