HIVE listet in Kolumbien und baut KI-Standorte aus

Börsennotierung in Bogotá stärkt Position im Andenraum
Mit dem neuen Listing an der Börse von Bogotá will das Unternehmen seinen Zugang zu institutionellen und grenzüberschreitenden Investoren verbessern. Die Börse sei Teil eines vernetzten Kapitalmarktes, der Kolumbien, Chile und Peru verbindet. HIVE werde damit das erste Unternehmen seiner Art in Kolumbien, das Infrastruktur für Bitcoin-Mining und KI-Cloud-Services kombiniere.
Das Management erklärte, man erwarte sich von der Notierung eine höhere Sichtbarkeit bei Investoren, die an digitaler Infrastruktur mit Fokus auf erneuerbare Energie interessiert seien. Die Maßnahme diene insbesondere dem Ziel, die Präsenz in Lateinamerika auszubauen und Investoren in dieser Region direkt anzusprechen.
Infrastrukturwandel vom Mining zur KI-Rechenleistung
Nach Angaben des Unternehmens seien Bitcoin-Miner unter den ersten Industrien gewesen, die energieeffiziente Rechenzentren in abgelegenen Regionen aufgebaut hätten. Diese Erfahrungen würden nun für den Ausbau von Rechenzentren genutzt, die für den Betrieb großer KI-Modelle ausgelegt seien.
HIVE wolle bestehende Tier-I-Standorte in Schweden und Kanada zu Tier-III+ HPC-Zentren (High Performance Computing) ausbauen. Diese Rechenzentren sollen mit Flüssigkeitskühlung und leistungsstarken Grafikkarten (GPUs) ausgestattet werden und so den Anforderungen von KI-Trainings und rechenintensiven Cloud-Anwendungen gerecht werden.
Paraguay dient als betrieblicher Modellstandort
In Paraguay betreibe das Unternehmen inzwischen Rechenzentren mit einer Gesamtrechenleistung von mehr als 25 EH/s (Exahashes pro Sekunde). Diese Anlagen würden ausschließlich mit Wasserkraft betrieben. Das Management erklärte, solche Infrastrukturen könnten stabile Einnahmen generieren und gleichzeitig zeigen, wie überschüssige Energie wirtschaftlich genutzt werde. Der Standort Paraguay sei laut Management ein Modell für andere lateinamerikanische Märkte. Auch in Kolumbien wolle man auf ähnliche Weise vorgehen, da dort das regulatorische und technische Umfeld für KI-Infrastruktur zunehmend günstiger werde.
Ziel: Über 36.000 GPUs für KI und HPC
Die mittelfristige Planung sehe vor, mehr als 36.000 GPUs in Betrieb zu nehmen. Diese sollen für KI-Cloud-Dienste und Hochleistungsrechnen verwendet werden. Nach Einschätzung des Unternehmens biete die Nutzung von erneuerbarer Energie aus überschüssigen Quellen eine langfristig kosteneffiziente Basis für den Betrieb dieser Systeme. Man strebe an, jede Phase des Ausbaus auf Nachhaltigkeit, Netzstabilität und niedrige Betriebskosten auszurichten. Der Übergang von Bitcoin-Mining zu skalierbarer KI-Rechenleistung solle dadurch sowohl ökologisch als auch ökonomisch tragfähig gestaltet werden.
Kapitalmarktzugang und Skalierungspotenzial
Mit operativer Präsenz in neun Zeitzonen und fünf Sprachen wolle sich HIVE als führender Anbieter nachhaltiger digitaler Infrastruktur im lateinamerikanischen Raum positionieren. Laut dem CEO Aydin Kilic gehe das Unternehmen davon aus, dass sowohl Bitcoin-Mining als auch KI-Rechenzentren zu langfristigen Wachstumstreibern der digitalen Wirtschaft werden könnten. Man wolle daher beide Bereiche konsequent skalieren und in integrierte Infrastruktur überführen, die auf erneuerbare Energie ausgelegt sei.
