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ZU SPÄT ZUM AUSSTEIGEN? Warum der nächste Crash unausweichlich sein könnte!

Die Märkte toben im Rausch, Rekorde jagen Rekorde und doch warnen Experten vor dem nahenden Einsturz. Während kaum noch jemand zuhört, wächst das Hochhaus der Euphorie immer höher, auf einem Fundament das längst bröckelt. Wer zu lange bleibt, könnte den Ausweg nicht mehr finden, wenn alles zusammenkracht.

Noch im Frühjahr herrschte an den Märkten tiefe Skepsis. Nach deutlichen Kursverlusten im März und April war die Stimmung gedrückt, Anleger zogen Gelder ab, Analysten senkten ihre Prognosen. Nur wenige Monate später hat sich das Bild vollkommen gewandelt: Der S&P 500 notiert nahe seiner Rekordstände, während Marktbeobachter Preisziele von 7.000 Punkten und mehr ins Spiel bringen. 

Analysen von Nicholas Colas bei DataTrek zeigen, dass sich die Kursbewegungen der einzelnen Branchen immer stärker angleichen. Normalerweise entwickeln sich Sektoren wie Technologie, Industrie oder Energie unterschiedlich, je nach Konjunkturlage. Wenn aber alle Bereiche gleichzeitig steigen, deutet das auf übermäßige Euphorie hin. "Eine so hohe Gleichläufigkeit hat in den Jahren 2023, 2024 und zuletzt im Februar 2025 jeweils kurz vor Marktkorrekturen gelegen", erklärt Colas.

Viele Anleger würden solche Einschätzungen wohl sogar feiern, weil sie den nächsten Rücksetzer nur als Einladung sehen, noch einmal einzusteigen und die Rally weiter auszureizen. Doch was, wenn der Gleichschritt der Märkte kein Zeichen von Stärke ist, sondern der Vorbote des großen Falls?

Eine Rally, die auf wenigen Schultern ruht

Ein genauer Blick zeigt, dass es vor allem die großen Technologiekonzerne sind, die den Index treiben. Fast die Hälfte der jüngsten Gewinne des S&P 500 stammt aus diesem Sektor. Es ist, als würde die Spitze eines Hochhauses immer weiter in den Himmel wachsen, während das Fundament bröckelt. Denn gleichgewichtete Indizes, bei denen alle Unternehmen dieselbe Bedeutung haben, bleiben deutlich zurück. Der Abstand zu den kapitalisierungsgewichteten Versionen ist so groß wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

Ähnliches lässt sich im Kryptomarkt beobachten: Bitcoin und Ethereum bewegen sich nahe ihrer Höchststände, Altcoins folgen. "Auch wer nie in Bitcoin investiert hat, wird von dessen Entwicklung betroffen sein. Als Gradmesser für Risikobereitschaft ist der Kryptomarkt eng mit Technologiewerten und letztlich dem Gesamtmarkt verbunden", schreibt das Analysehaus TopDown Charts.

S&P 500: Vergleich von marktkapitalisiertem Index (schwarz) und gleichgewichtetem Index (rot).

Der Vergleich zwischen dem klassischen, nach Marktkapitalisierung gewichteten S&P 500 und seiner gleichgewichteten Variante macht die Schieflage deutlich: Während der Gesamtindex von den großen Tech-Werten nach oben gezogen wird, stagniert die breite Masse der Unternehmen. In der schwarzen Linie des Charts spiegelt sich die Rally der Giganten wider, die rote Linie zeigt dagegen, dass viele kleinere und mittlere Firmen kaum vorankommen oder sogar zurückfallen. Damit basiert der Höhenflug des S&P 500 im Kern auf wenigen Schwergewichten, eine Entwicklung, die das Bild solider Marktstärke verzerrt.

Der US Aktienmarkt steht auf einem Bewertungsplateau, das fast beispiellos ist: Das Shiller KGV hat mit 38,6 einen Wert erreicht, der zuletzt in der Endphase der Dotcom Blase im Jahr 2000 zu sehen war. Damit ist die Bewertung höher als in 96 Prozent aller historischen Beobachtungen und mehr als doppelt so hoch wie der langfristige Durchschnitt von 17,6. 

Das Shiller-PE-Ratio liegt 2025 mit 38,6 deutlich über dem historischen Durchschnitt von 17,6.

Das Shiller KGV, entwickelt von Nobelpreisträger Robert Shiller, basiert auf den inflationsbereinigten Durchschnittsgewinnen der S&P 500 Unternehmen der vergangenen zehn Jahre und gilt als verlässlicheres Maß für die Marktbewertung als das normale KGV. In den vergangenen 150 Jahren gab es nur zwei vergleichbare Extreme, 1929 und 2000, beide Male gefolgt von dramatischen Einbrüchen. Ein solches Niveau ist kein exakter Timer für einen Crash, aber ein deutliches Warnsignal: Der Markt setzt auf jahrelanges makelloses Gewinnwachstum, stabile Margen und eine Welt ohne Schocks. Ob diese Vorstellung die aktuelle Realität widerspiegelt, muss jeder selbst entscheiden.

Animal Spirits und der Griff zum Kredit

Obwohl viele argumentieren, dass sich die Welt gerade in einer der schwierigsten Phasen seit Jahrzehnten befindet, mit neuen Kriegen, geopolitischen Konflikten und ökonomischen Problemen, zeigt sich die Börse davon unbeeindruckt. Neben Aktien und Kryptowährungen sorgt auch die Rekordnachfrage nach Börsengängen für Schlagzeilen. Viele Anleger begründen ihre Euphorie mit der Aussicht auf baldige Zinssenkungen der US Notenbank. Doch dieser Optimismus hat eine Schattenseite: Die Margin Schulden, also Kredite zum Aktienkauf, sind erstmals über die Marke von einer Billion Dollar gestiegen.

Warum aber sind so viele Anleger bereit, trotz dieser Risiken optimistisch zu bleiben, oder wirkt es vielleicht nur so? Der britische Ökonom John Maynard Keynes prägte bereits 1936 den Begriff der "Animal Spirits", jener emotionalen Kräfte, die Anleger zu Handlungen treiben, die rational nicht immer erklärbar sind und die auch eine Erklärung für so ein Verhalten liefern können.  Heute zeigt sich diese Dynamik in dem Umstand, dass Privatanleger inzwischen mehr Kapital in Aktien investieren als institutionelle Investoren.

In den vergangenen Wochen flossen über 50 Milliarden Dollar von Kleinanlegern in den Markt, Umfragen zufolge sind 62 Prozent von ihnen optimistisch. Der Animal Spirit überstrahlt damit selbst die bedrohliche Realität.Der britische Ökonom John Maynard Keynes prägte bereits 1936 den Begriff der "Animal Spirits" - jener emotionalen Kräfte, die Anleger zu Handlungen treiben, die rational nicht immer erklärbar sind. Heute zeigt sich diese Dynamik in dem Umstand, dass Privatanleger inzwischen mehr Kapital in Aktien investieren als institutionelle Investoren. In den vergangenen Wochen flossen über 50 Milliarden Dollar von Kleinanlegern in den Markt, Umfragen zufolge sind 62 Prozent von ihnen optimistisch. Auch Analysten wie Lance Roberts sehen darin ein klassisches Beispiel für die Macht der Animal Spirits: Trotz realer Risiken überstrahlt die Euphorie die bedrohliche Realität.

Warnsignale nehmen zu

Doch je lauter die Euphorie desto klarer die Warnungen. Goldman Sachs weist darauf hin, dass sein Modell zur Risikoasymmetrie einen Rückschlag von bis zu 30 Prozent signalisiert. Dieses Niveau hat in der Vergangenheit regelmäßig Markthochs begleitet. Auffällig ist zudem, dass sich die Liquidität an den Märkten stark ausgeweitet hat. Getrieben wird dies durch die rapide steigende Staatsverschuldung der USA. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich diese von 20 auf fast 40 Billionen Dollar verdoppelt. Der Analyst John Rubino ordnet diese Entwicklung in das Konzept des "Crack up Booms" der Österreichischen Schule ein, einer sogenannten "Katastrophenhausse". Dabei handelt es sich um eine Phase, in der ständige Geld und Schuldenausweitung das Vertrauen in die Währung untergräbt und Anleger zunehmend in Sachwerte fliehen.

Nach Rubinos Einschätzung zeigt sich dieses Muster bereits heute. Ein großer Teil der überschüssigen Liquidität fließt in Technologiewerte und in Gold. Letzteres hat allein im vergangenen Jahr um rund 1.000 Dollar pro Unze zugelegt. Das ist laut ihm ein Ausdruck dafür, dass Investoren verstärkt Sicherheit in harten Werten suchen.

Die US Staatsverschuldung ist seit 2018 extrem schnell angewachsen ist, von rund 21 auf 37 Billionen Dollar. Immer öfter stößt die Regierung dabei an die gesetzliche Schuldenobergrenze (Debt Ceiling), die regelmäßig angehoben werden muss.

Wie lange trägt das Hochhaus der Märkte noch?

Viele haben ihr Kapital inzwischen teilweise in Gold abgesichert. Doch die entscheidende Frage bleibt, wie lange sich die Rally auf diesem wackeligen Fundament noch halten kann. Die Kurse steigen weiter, getrieben von Euphorie, Liquidität und der Macht weniger Schwergewichte. Doch wie bei einem Hochhaus, dessen Spitze immer höher wächst, während das Fundament bröckelt, steigt auch die Gefahr, dass das ganze Gebilde ins Wanken gerät. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, wie lange er in diesem Hochhaus bleiben will. Denn je länger man zögert, desto schwieriger wird es, rechtzeitig einen sicheren Ausgang zu finden, bevor die Struktur in sich zusammenfällt.

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