Trump fordert China heraus: Drei Milliarden Dollar für kritische Rohstoffe

Rohstoffe werden zur Machtfrage
Wie Bloomberg News berichtet, stellte Trump bei einem Treffen mit führenden Bergbaukonzernen Projekte im Umfang von rund 3 Milliarden Dollar vor. Die Investitionen sollten die USA unabhängiger von Lieferketten machen, die bislang von China dominiert werden. Zugleich wolle die Regierung Tausende neue Arbeitsplätze schaffen.
Trump erklärte, Amerika solle seinen früheren Rang als führende Rohstoffmacht zurückgewinnen. Kritische Mineralien sind für Batterien, Stromnetze, Elektronik und moderne Waffensysteme unverzichtbar. Wer ihre Förderung und Verarbeitung kontrolliert, gewinnt deshalb nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch geopolitischen Einfluss.

1,4 Milliarden Dollar für Batterien
Den größten Einzelposten bildet ein Darlehensvertrag über 1,4 Milliarden Dollar mit Sila Nanotechnologies. Das Geld kommt vom Office of Strategic Capital des US-Verteidigungsministeriums. Das Unternehmen entwickelt Materialien für leistungsfähigere Batterien und steht damit an einer Schlüsselstelle der künftigen Energieversorgung.
Zusätzlich plant das Pentagon, 400 Millionen Dollar in den Ausbau der Scandium-Produktion in Australien zu investieren. Scandium wird unter anderem für besonders leichte und widerstandsfähige Legierungen in der Luftfahrt und Rüstungsindustrie benötigt. Die Investition zeigt: Washington setzt nicht nur auf heimische Minen, sondern auch auf politisch verlässliche Partner.
Neue Quellen für Schlüsselrohstoffe
Für Niron Magnetics sind außerdem 150 Millionen Dollar vorgesehen. Das Unternehmen aus Minnesota arbeitet an Permanentmagneten, die ohne klassische Seltene Erden auskommen sollen. Solche Magnete werden in Elektromotoren, Windkraftanlagen und zahlreichen militärischen Systemen eingesetzt. Gerade in diesem Bereich besitzt China bislang eine starke Marktposition.
Parallel dazu arbeitet die US-Export-Import Bank an einer Finanzierung von mehr als einer Milliarde Dollar für das Santa-Cruz-Kupferprojekt von Ivanhoe Electric in Arizona. Hinzu kommen 25 Millionen Dollar, die den Start eines Graphitprojekts in Alabama ermöglichen sollen. Damit nimmt Washington mehrere Schwachstellen der Lieferkette gleichzeitig ins Visier.
Ein Signal an China
Das Treffen fand wenige Wochen vor einem geplanten Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington statt. Erwartet wurden Führungskräfte von Rio Tinto, BHP, Freeport-McMoRan, MP Materials, USA Rare Earth, Energy Fuels und weiteren Rohstoffunternehmen. Die Botschaft an Peking war damit kaum zu übersehen.
Zwar hatte eine Handelsvereinbarung die chinesischen Exportkontrollen für kritische Mineralien und Magnete zuletzt gelockert. Der grundlegende Konflikt bleibt jedoch bestehen. Die USA wollen eine vollständige Lieferkette von der Mine bis zum fertigen Magneten aufbauen. Das braucht weit mehr als neue Abbaustätten.

180 Millionen Dollar sollen neue Bergleute ausbilden
Mehr als 180 Millionen Dollar sollen nach Trumps Angaben in Ausbildungsprogramme für die Bergbauindustrie fließen. Die Regierung wolle damit eine neue Generation amerikanischer Fachkräfte qualifizieren. Denn selbst genehmigte und finanzierte Projekte können nicht anlaufen, wenn Ingenieure, Geologen und erfahrene Minenarbeiter fehlen.
Trump verwies zugleich auf schnellere Mineneröffnungen im eigenen Land. Dazu zählten nach seiner Darstellung die erste neue amerikanische Seltene-Erden-Mine seit mehr als 70 Jahren und der erste neue Aluminium-Schmelzbetrieb seit 1980. Ob daraus rasch eine belastbare industrielle Basis entsteht, bleibt allerdings offen.
Geld allein reicht nicht
Die neuen Projekte sind Teil einer wesentlich größeren Offensive. Die US-Regierung hat bereits mehr als 10 Milliarden Dollar zugesagt, um eigene Märkte für Seltene Erden und Permanentmagnete aufzubauen. Den Auftakt bildete unter anderem eine bevorzugte Kapitalbeteiligung des Pentagons über 400 Millionen Dollar an MP Materials, dem einzigen heimischen Produzenten Seltener Erden.
Geld allein löst das Problem jedoch nicht. Neue Minen benötigen Genehmigungen, Infrastruktur, Fachkräfte und oft viele Jahre bis zur Produktion. Noch anspruchsvoller ist der Aufbau eigener Verarbeitungsanlagen. Trumps Milliardenpaket setzt ein starkes politisches Signal. Ob es Chinas Vorsprung tatsächlich verkürzt, entscheidet sich aber nicht bei der Ankündigung, sondern beim Tempo der Umsetzung.

Die größte Lücke liegt oft nicht in der Mine, sondern danach: Der IEA zufolge entstehen außerhalb der dominierenden Raffinierländer deutlich mehr neue Förderprojekte als Raffinerien und nachgelagerte Produktionskapazitäten. Besonders bei Lithium und Seltenen Erden bleibt die Verarbeitung hinter dem geplanten Minenangebot zurück.

