Silber: Wer auf die nächste Rallye wartet, sollte diese Marke kennen

Charts senden Warnsignale
Das technische Bild habe sich nach Krauths Einschätzung spürbar verschlechtert. Silber notiere unter seinen gleitenden Durchschnittslinien der vergangenen 20, 50 und 200 Handelstage. Diese Linien zeigen den durchschnittlichen Preis innerhalb des jeweiligen Zeitraums und helfen dabei, kurz- und langfristige Trends zu erkennen.
Besonders auffällig sei, dass der 20-Tage-Durchschnitt unter den 50-Tage-Durchschnitt gefallen sei. Dieses Signal spreche zunächst für weiteren Abwärtsdruck. Auch andere technische Indikatoren deuteten darauf hin, dass die schwache Marktstimmung noch nicht vollständig überwunden sei.
Krauth rechnet deshalb damit, dass Silber vor einer Bodenbildung noch den Bereich zwischen 54 und 55 USD testen könnte. Einen unmittelbaren Beginn der nächsten Rallye erwartet er nicht.

Der Dollar bestimmt die Richtung
Als größten Gegenwind bezeichnet Krauth den starken US-Dollar. Silber habe Ende August seinen vorläufigen Höchststand erreicht, als der Dollar-Index einen Tiefpunkt markiert habe. Seit einem weiteren Tief Anfang September sei der Dollar innerhalb eines Monats um 3,4 Prozent gestiegen. Die jüngste Zinserhöhung der US-Notenbank habe nach Krauths Einschätzung sowohl den Dollar als auch die Renditen amerikanischer Staatsanleihen gestützt. Steigende Renditen können Edelmetalle belasten, weil verzinste Anlagen im Vergleich attraktiver erscheinen. Ein fester Dollar verteuert Silber zudem für Käufer außerhalb des US-Währungsraums.
Krauth erkennt jedoch erste Hinweise darauf, dass die Dollar-Rallye an Schwung verlieren könnte. Auch die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen zeigten ein ähnliches Muster. Sollten die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung im Oktober weiter sinken, könnten Dollar und Renditen nachgeben. Das wiederum würde Silber neuen Spielraum nach oben verschaffen.

Silberaktien verlieren an Vorsprung
Die Schwäche hat auch die Silberminen erreicht. Der Global X Silver Miners ETF, kurz SIL, ist unter seine wichtigen gleitenden Durchschnittslinien gefallen. Der Fonds bildet die Kursentwicklung verschiedener Silberproduzenten und Bergbau-Unternehmen ab und dient damit als Stimmungsbarometer für den Sektor.
Zuvor hatten sich Silberaktien zeitweise besser entwickelt als das Metall selbst. Das Verhältnis zwischen dem SIL und dem Silberpreis zeigt nun, dass ein Teil dieses Vorsprungs verloren gegangen ist. Langfristig liegt das Verhältnis allerdings weiterhin über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Der jüngste Rückgang bedeutet daher noch nicht zwangsläufig das Ende der stärkeren Phase bei Minenwerten.

Krauth nennt Signale für das Zyklusende
Für die späte Phase des Silber-Bullenmarktes beobachtet Peter Krauth mehrere Signale. Dazu zählten eine breite öffentliche Euphorie, lange Warteschlangen beim Kauf von physischem Metall und ein Gold-Silber-Verhältnis zwischen 15 und 30. Auch Umschichtungen entlang der Lassonde-Kurve könnten dazu dienen, das Risiko schrittweise zu reduzieren.
Kurzfristig rechnet Krauth jedoch zunächst mit weiteren Schwankungen. Silber könnte noch den Bereich zwischen 54 und 55 USD testen. Sollten Dollar und Anleiherenditen anschließend nachgeben, würde dies eine neue Silber-Rallye begünstigen. Welche Signale Krauth jetzt verfolgt und welche Silber-Unternehmen aus seiner Sicht zur aktuellen Marktphase passen, erfahren Leser in der neuen Ausgabe seines Börsenbriefs „Der Silber Investor“ auf Stocks to Perform.

