Silber vor dem Durchbruch: Warum die 40-Dollar-Marke alles verändert?

In seiner aktuellen Markteinschätzung vom 8. August 2025 beschreibt der Edelmetallexperte und technische Analyst Florian Grummes die jüngsten Bewegungen bei Gold und Silber als Teil einer übergeordnet bullischen Struktur. Trotz deutlicher Rücksetzer Ende Juli fiel Gold innerhalb weniger Tage von 3.439 auf 3.268 US-Dollar. Silber rutschte im gleichen Zeitraum von 39,13 auf 36,21 US-Dollar. Bereits kurz nach der Zinssitzung der US-Notenbank setzte jedoch eine Trendwende ein.
Die Folge war eine schnelle Erholung. Gold stieg wieder bis knapp über 3.400 US-Dollar. Silber machte bereits mehr als zwei Drittel der vorherigen Verluste wett. Grummes betont, dass Gold sich noch immer in einer seit Monaten anhaltenden Konsolidierungsphase befindet. Diese könnte jedoch kurz vor einem Ausbruch nach oben stehen, mit dem Allzeithoch bei 3.500 US-Dollar als nahem Ziel.
Silber - Starke Performance trotz Rücksetzer
Laut Grummes hat sich der Silberpreis seit April 2025 in einem klaren Aufwärtstrend bewegt. In dieser Zeit legte er in der Spitze fast 40 Prozent zu und erreichte am 23. Juli mit 39,13 US-Dollar den höchsten Stand seit 14,5 Jahren. Die Korrektur Ende Juli sieht der Analyst als gesunde Bereinigung des Marktes, bei der schwache Hände ausgestiegen seien.
Der charttechnische Blick zeigt, dass die Trendwende exakt an der 50-Tage-Linie bei 36,71 US-Dollar erfolgte. Dies ist ein klassisches Signal für eine fortbestehende Aufwärtsbewegung. Nun steht Silber laut Grummes an der Unterkante seines viermonatigen Aufwärtstrendkanals, aktuell bei rund 38,38 US-Dollar. Gelingt der Sprung über die Trendlinie, wäre der Weg bis 40 US-Dollar frei. Erst ein überzeugender Ausbruch über diese psychologisch wichtige Marke könnte den Markt in Richtung 45 bis 50 US-Dollar tragen.

Treiber: Physische Nachfrage und geopolitische Faktoren
Die Fundamentaldaten stützen die bullische Sichtweise. Grummes verweist auf eine kräftige physische Nachfrage von institutionellen und privaten Investoren. Besonders in Europa und Indien ist die Nachfrage stabil hoch. In Indien lag sie im ersten Halbjahr sogar um 7 Prozent über dem Vorjahreswert.
Zugleich stiegen die spekulativen Long-Positionen an den Terminmärkten seit Ende 2024 um rund 96 Millionen Unzen. Die Bestände der Silber-ETFs kletterten auf etwa 786 Millionen Unzen. Diese Entwicklung wird nach Ansicht des Analysten durch mehrere Faktoren verstärkt. Zum einen begünstigt die anhaltende Schwäche des US-Dollars Käufe in anderen Währungen. Zum anderen sorgen geopolitische Unsicherheiten, wie die Zollandrohungen der US-Regierung auf Metallimporte, für zusätzliches Kaufinteresse. Darüber hinaus wächst die Industrienachfrage kontinuierlich, vor allem aus dem Photovoltaik- und Automobilsektor. Grummes rechnet damit, dass der Silbermarkt im Jahr 2025 zum fünften Mal in Folge ein strukturelles Angebotsdefizit aufweisen dürfte. Neue große Minenprojekte sind derzeit nicht in Sicht.
Ausblick: Noch ist Luft nach oben
Während Gold nur 3,15 Prozent unter seinem Allzeithoch notiert, hinkt Silber in der Bewegung laut Grummes noch leicht hinterher. Die Aufwärtstendenz bleibt jedoch stabil. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei rund 33 Prozent. Die schnelle Erholung nach dem jüngsten Rückschlag zeigt aus Sicht des Analysten die Entschlossenheit der Marktteilnehmer.
Die Kernaussage seiner Analyse lautet, dass Silber im aktuellen Umfeld klar bullisch bleibt. Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob die Marke von 40 US-Dollar überzeugend überwunden werden kann. Sollte dies gelingen, könnten Anschlusskäufe den Kurs beschleunigen. Grummes betont allerdings, dass der Markt seinen Anstieg bislang in einem stetigen und nicht in einem explosionsartigen Muster vollzieht.
©Florian Grummes & Gold.de
Quelle: Gold.de
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