Silber kämpft um den Boden: Jetzt entscheidet die 55-Dollar-Marke

Ein Rückschlag von 55 Prozent
Wie weit der Kursverfall reicht, zeigt der Blick zurück auf den Jahresbeginn. Am 29. Januar 2026 erreichte Silber mit 121,64 US-Dollar ein Allzeithoch, den höchsten je gemessenen Stand. Von dort ging es steil bergab. In der Spitze verlor das Metall laut Grummes rund 55 Prozent seines Wertes. Parallel dazu brach das Handelsvolumen an der Comex, der wichtigsten US-Terminbörse für Edelmetalle, um mehr als 60 Prozent ein. Solche Einbrüche sind typisch, wenn die Stimmung kippt und sich viele Marktteilnehmer zurückziehen.

Bären und Bullen im Patt
Bodenbildung bezeichnet die Phase, in der ein fallender Kurs allmählich Halt findet, bevor er wieder steigen kann. Genau hier hakt es. Grummes beobachtet, dass die Verkäufer, im Börsenjargon die Bären, auf der Unterseite nur zäh vorankommen. Zugleich gelingt es den Käufern, den Bullen, nicht, mit ihren Erholungsversuchen zu überzeugen. Ein solcher Prozess kann sich über Wochen ziehen und dabei mit tiefen Rücksetzern jeden scheinbaren Fortschritt wieder infrage stellen.
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Das Oktoberhoch als Ankerpunkt
Nun rückt ein bestimmter Wert in den Fokus: das Hoch vom 17. Oktober 2025 bei 54,48 US-Dollar. Nach einer klassischen Regel der Charttechnik wird ein früherer Widerstand, an dem ein Kurs zuvor abgeprallt ist, später häufig zur Unterstützung, also zu einer Zone, die fallende Preise auffängt. Grummes sieht in dem Bereich zwischen 54 und 56 US-Dollar deshalb einen möglichen Ausgangspunkt für eine Erholung, sofern der Markt ihn verteidigt.

Wo die Grenze verläuft
Entscheidend ist dabei nicht Silber allein, sondern vor allem Gold. Solange sich der Goldpreis in der schwankenden Spanne zwischen etwa 3.900 und 4.200 US-Dollar bewegt, lässt sich das Geschehen laut Grummes weiterhin als Bodenbildung deuten. Die klar überverkauften Tages- und Wochencharts, ein Zeichen dafür, dass zuletzt sehr viel verkauft wurde, sprechen aus seiner Sicht für eine kräftigere Erholung. Grummes bleibt deshalb grundsätzlich optimistisch, ohne die Risiken auszublenden.
Fällt Gold jedoch klar unter 3.900 US-Dollar, wäre die Schwäche aus seiner Sicht zu deutlich. Dann greift sein ungünstigstes Szenario, das Tiefstkurse von rund 3.500 US-Dollar bei Gold und etwa 45 US-Dollar bei Silber vorsieht. Solange der Markt die Zone um 54 bis 56 US-Dollar aber verteidigt und Gold in seiner Spanne pendelt, spricht für Grummes vieles eher für eine zähe Konsolidierung als für den nächsten scharfen Abverkauf.
Die vorstehende Analyse basiert auf der Einschätzung von Florian Grummes.
© Florian Grummes & Gold.de
Quelle: Gold.de
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