Silber: Die Ruhe vor dem nächsten Schub?

Geldpolitik könnte Silber antreiben
Einen möglichen Auslöser sieht Krauth in der amerikanischen Geldpolitik. Kevin Warsh befürworte zur Inflationsmessung sogenannte getrimmte Mittelwerte. Dabei werden besonders starke Preisbewegungen nach oben und unten aus der Berechnung entfernt. Die so ermittelte Inflation falle derzeit niedriger und stabiler aus als beim Preisindex für persönliche Konsumausgaben, kurz PCE.
Krauth wertet diesen Vorstoß als Vorbereitung auf mögliche Zinssenkungen. Eine lockerere Geldpolitik könnte Silber unterstützen, weil niedrigere Zinsen unverzinste Edelmetalle im Vergleich zu Anleihen attraktiver machen. Für Krauth ist die neue Inflationsdebatte deshalb ein deutlich bullishes Signal.

Schuldenberg erhöht den Druck
Noch brisanter erscheint ihm das steigende Rollover-Risiko der USA. Mehr als 8 Billionen USD an privat gehaltenen, handelbaren US-Staatsschulden würden innerhalb eines Jahres fällig. Die Grafik der Financial Times auf Basis des US Treasury Bulletin zeigt, wie stark dieser kurzfristige Refinanzierungsbedarf in den vergangenen Jahren gewachsen ist.
Diese Schulden müssten zu den jeweils geltenden Zinssätzen neu finanziert werden. Nach Krauths Einschätzung dürfte dies die Zinsausgaben erhöhen und den Druck auf die Federal Reserve verstärken. Sollten Zinssenkungen und eine Ausweitung der Geldmenge folgen, könnte Silber als begrenzt verfügbarer Sachwert stärker in den Mittelpunkt rücken.
Mehr Substanz unter der Oberfläche
Auch bei den Silberaktien sieht Krauth eine ungewöhnliche Konstellation. Die Stimmung sei schwach, doch viele Unternehmen würden gleichzeitig ihre Projekte ausbauen, neue Lagerstättenabschnitte erkunden, Flächen konsolidieren oder ihre Produktion steigern. Damit wachse die Substanz, obwohl der Aktienmarkt diese Fortschritte bislang kaum honoriert habe.
Krauth betrachtet die ruhige Marktphase daher als Vorbereitung auf den nächsten stärkeren Abschnitt des Silbermarktes. Welche Produzenten und Explorations-Unternehmen seiner Ansicht nach zu diesem Szenario passen würden, erläutert er in seinem wöchentlich erscheinenden Börsenbrief „Der Silber Investor“. Dort verbindet er seine makroökonomische Einschätzung mit Analysen ausgewählter Silber-Unternehmen. Der Silber Investor konzentriert sich auf den globalen Silbermarkt und ausgewählte Silberminen-Aktien.

