Seit 2009 gab es das nicht mehr: Jetzt kippt der Kupfermarkt

Aus dem China-Zyklus wird ein globaler Engpass
Kupfer galt lange als Wette auf China. Baute Peking neue Wohnungen, Straßen und Fabriken, stieg die Nachfrage. Schwächelte die Wirtschaft, fiel der Preis. Dieses einfache Muster verliert laut Hosack an Bedeutung, denn die neuen Wachstumstreiber reichen weit über den chinesischen Immobilienmarkt hinaus.
Elektrifizierung, erneuerbare Energien und künstliche Intelligenz benötigen gewaltige Mengen des Metalls. Goldman Sachs erwartet, dass Stromnetze und Energieinfrastruktur mehr als 60 Prozent des Nachfragewachstums bis 2030 ausmachen. Das entspräche einem zusätzlichen Verbrauch in der Größenordnung der gesamten USA.

Selbst die vorsichtigen Beobachter drehen ihre Prognose
Im Oktober 2025 änderte die International Copper Study Group ihre Einschätzung. Statt eines Überschusses erwartet die zwischenstaatliche Organisation für 2026 ein Defizit. Eine solche Prognose hatte sie zuletzt 2009 abgegeben. Für Hosack zeigt der Kurswechsel, wie deutlich die Knappheit bereits in den Marktdaten sichtbar ist.
J.P. Morgan rechnet 2026 mit einer Lücke von rund 330.000 Tonnen. Bis 2030 könnte sie auf etwa zwei Millionen Tonnen wachsen. Goldman Sachs erwartet kurzfristig zwar noch einen Überschuss, sieht aber spätestens ab 2029 ebenfalls ein strukturelles Defizit.
Der Streit dreht sich nur noch um drei Jahre
Die entscheidende Frage lautet damit nicht mehr, ob Kupfer knapp wird. Umstritten ist vor allem, wann der Engpass seine volle Wirkung entfaltet. Chinas schwächere Nachfrage und mögliche Lagerfreigaben in den USA könnten den Markt kurzfristig entlasten. Sie lösen jedoch nicht das langfristige Problem.
Neue Minen brauchen im globalen Durchschnitt 17,9 Jahre von der Entdeckung bis zur Produktion. Genau diese Verzögerung will Hosack mit Prospect Resources wirtschaftlich nutzen. Das Unternehmen treibt nach seinen Angaben ein Kupferprojekt im Nordwesten Sambias voran und führt dort bereits Bohrungen durch. Gelingt die Entwicklung, könnte Prospect von einer wachsenden Versorgungslücke profitieren.
Hosack hat damit ein klares Interesse an steigenden Kupferpreisen. Er weist selbst ausdrücklich darauf hin. Seine Kernthese bleibt dennoch spannend: Wer heute neue Vorkommen erschließt, könnte das benötigte Kupfer genau dann liefern, wenn der Markt besonders dringend danach sucht. Ob Prospect dieses Zeitfenster tatsächlich nutzen kann, hängt jedoch von den Ergebnissen und der weiteren Projektentwicklung ab.

Setzt Prospect auf das richtige Metall zur richtigen Zeit?
Prospect Resources hat Mumbezhi bereits deutlich vorangebracht. Nach Angaben des Unternehmens umfasst die aktuelle Ressource 208,1 Millionen Tonnen mit einem durchschnittlichen Kupfergehalt von 0,42 Prozent. Darin stecken rund 877.000 Tonnen Kupfer. Mehr als 40 Prozent der Ressource befinden sich laut Prospect bereits in der höher eingestuften Kategorie „Indicated“. Erstmals wurden zudem Gold- und Kobaltvorkommen ausgewiesen.
Besonders spannend ist die Verbindung zu First Quantum Minerals. Laut dem Jahresbericht von Prospect investierte der große Kupferproduzent 2025 rund 15,2 Millionen australische Dollar und wurde technischer Partner. Beide Unternehmen gründeten demnach eine gemeinsame Arbeitsgruppe für die weitere Exploration und Entwicklung von Mumbezhi. First Quantums Sentinel-Mine liegt nach Unternehmensangaben nur etwa 25 Kilometer entfernt. Die Partnerschaft bringt Prospect damit Kapital und operative Erfahrung aus derselben Kupferregion.
Prospect kontrolliert nach eigenen Angaben inzwischen 90 Prozent des 356 Quadratkilometer großen Projekts. Das Gebiet liegt auf zwei vollständig genehmigten Bergbaulizenzen. Seit Mai 2026 läuft laut Unternehmen ein weiteres Bohrprogramm über rund 26.000 Meter. Es soll bekannte Vorkommen erweitern und neue Ziele prüfen. Weitere Bohrergebnisse könnten nun zeigen, ob Mumbezhi noch deutlich größer werden kann.
Wie funktionieren Minenprojekte eigentlich?
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