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Keine Entwarnung für Silber: Analysten rechnen mit weiterem Mangel 2026

Ein Rekordjahr hat den Silbermarkt an seine Grenzen geführt: Beflügelt von Solarboom, Elektromobilität und Anlegerinteresse explodierte 2025 der Silberpreis. Doch statt Entspannung deutet sich laut Fitch-Tochter BMI für 2026 eine anhaltende Knappheit an, mit politischen Eingriffen, schwächelnder Förderung und einem Markt, der sensibler reagiert als je zuvor.

Rekordjahr für Silber

Silber konnte 2025 mit einem Preisanstieg von rund 143 Prozent sogar Gold übertreffen, das zwar stark zulegte, aber hinter anderen Edelmetallen zurückblieb. Laut BMI hätten Zinssenkungen nicht verzinsliche Anlagen wie Silber und Platin zusätzlich attraktiv gemacht. Zudem habe das hohe Goldpreisniveau dazu geführt, dass Silber in Portfolios, der Schmuckindustrie und in industriellen Anwendungen vergleichsweise günstig erscheine. BMI betont jedoch, dass der Markt weiterhin von hoher Volatilität geprägt wäre. Preisbewegungen würden vor allem durch spekulative Positionierungen nicht-kommerzieller Marktteilnehmer bestimmt. Zentralbanken, die beim Gold eine tragende Rolle spielten, hätten für Silber hingegen kaum Bedeutung.

Angebotsseite unter Druck

Zusätzliche Belastung komme laut BMI aus China: Seit dem 1. Januar habe Peking die Ausfuhr von physischem Silber eingeschränkt. Dies hätte die Lagerbestände in Handelszentren wie London und Zürich weiter reduziert und die kurzfristigen Leihsätze zeitweise auf über acht Prozent steigen lassen.  Auch Mexiko, weltweit größter Silberproduzent, dürfte 2026 kaum für Entspannung sorgen. Sinkende Erzgehalte sowie eine teilweise Stilllegung der San-Julián-Mine des Konzerns Fresnillo könnten die Fördermengen begrenzen. Ein nennenswerter Angebotszuwachs erscheine daher unwahrscheinlich.

Silber Juniors bringen sich in Stellung

Von einer weiteren Knappheit möchten auch Unternehmen wie Silver Mines Limited profitieren. Deren Bowdens-Projekt in Australien zählt nach Angaben des Unternehmens zu den größten unentwickelten Silberprojekten weltweit. Das Management beziffert die Reserven auf rund 72 Millionen Unzen sowie die reinen Silberressourcen auf etwa 180 Millionen Unzen. Die geplante Minenlaufzeit liege bei bis zu 17 Jahren, bei einer angestrebten Jahresproduktion von rund vier Millionen Unzen. Für die ersten zehn Betriebsjahre rechnet SVL laut eigenen Angaben mit Förderkosten von unter 15 US-Dollar je Unze (AISC). Nach dem Lizenzentzug infolge eines Formfehlers arbeite das Management nach eigenen Aussagen mit politischer Rückendeckung an der Wiedererteilung.

Auch Defiance Silver sieht sich nach Aussagen des Managements in einer strategisch günstigen Ausgangslage. Das Unternehmen ist im mexikanischen Zacatecas-Distrikt tätig, einer Region, in der historisch mehr als eine Milliarde Unzen Silber gefördert wurden. Defiance betreibt dort mehrere Projekte in direkter Nachbarschaft zur weltweit größten primären Silbermine. Für das Projekt San Acacio verweist das Unternehmen auf eine historische Ressource von rund 18 Millionen Unzen Silber, die durch neue Bohrprogramme aktualisiert werden soll. Auf weiteren Liegenschaften hätten erste Proben laut Management hochgradiges Potenzial bestätigt.

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