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Ist das Gold der Bundesbank eine Blaupause für die BRICS-Staaten?

Aktuell sind es vor allem die Notenbanken der Schwellen- und Entwicklungsländer, die verstärkt US-Dollar gegen Gold tauschen.

Nach der US-Notenbank und noch vor den Zentralbanken von Italien und Frankreich ist die Deutsche Bundesbank einer der größten Goldhalter der Welt. Dass dem so ist, wissen nicht nur in Deutschland viele. Weitaus weniger bekannt ist jedoch, woher das Gold der Bundesbank stammt.

Es wurde in den 1950er und 1960er Jahren während der Wirtschaftswunderjahre mühsam verdient. Die alten Goldbestände der Reichsbank wurden von den Siegermächten nach dem Krieg als Kriegsbeuten beschlagnahmt. Sie standen der Bundesbank bei ihrer Gründung nicht zur Verfügung, sodass die neue Notenbank des damals noch westdeutschen Teilstaates tatsächlich mit buchstäblich Nichts startete.

Allerdings erwirtschaftete die junge Bundesrepublik sehr schnell Handelsüberschüsse. Sie wurden zwar zumeist in US-Dollar aufgebaut, doch dieser war seit dem Abkommen von Bretton Woods aus dem Jahr 1944, dem auch die junge Bundesrepublik nach ihrer Gründung schnell beitrat, zu einem Preis von 35 US-Dollar je Unze fest an das Gold gebunden. Mehr noch: Ausländische Staaten hatten das Recht, bei der US-Notenbank ihre US-Dollar in Gold zu tauschen.

US-Dollar in Gold tauschen zu können, war für die Bundesbank ein Segen

Die Bundesbank und auch die französische und italienische Zentralbank machten von dieser Möglichkeit ausgiebig Gebrauch. Dies führte über die Jahre hinweg dazu, dass der Goldbesitz der USA immer geringer wurde, während Deutschland, Frankreich und Italien immer größere Goldberge anhäuften. Die Franzosen waren anders als die Deutschen unter Präsident Charles de Gaulles sogar so frei, ihr Gold aus den USA abzuziehen und es in Frankreich zu lagern.

Der Tausch von US-Dollar in Gold wurde bis zum Sommer 1971 fortgesetzt. Dann schloss US-Präsident Richard Nixon am 15. August 1971 genervt das Goldfenster und löste den US-Dollar „vorübergehend“ – wie es zunächst hieß - von seiner festen Bindung an das Gold. Sie wurde seitdem nicht wieder hergestellt und die Handelsüberschüsse, die Deutschland seitdem erzielt hat, wurden nur noch als US-Staatsanleihen angelegt.

Viele Rohstoffexporteure wünschen sich heute, sich wären in einer Situation, die mit der der frühen Bundesbank vergleichbar wäre

Heute sind es die Schwellen- und Entwicklungsländer, die angeführt von China, Russland und Saudi-Arabien ihre Rohstoffe in alle Welt exportieren und dafür mit einer höheren oder niedrigeren Menge an US-Dollar abgespeist werden. Als moderne Fiat-Money-Währung oder Papiergeld wie der Volksmund zu sagen pflegt, stellt der Dollar hinsichtlich seiner Kaufkraft allerdings keinen bleibenden Wert mehr dar.

Über viele Jahre haben die Exporteure über diesen Malus geflissentlich hinweggesehen, denn die USA zahlten auf ihre Anleihen gute Zinsen und die Realrendite, also der Zins, der nach Abzug der Inflation noch übrig blieb, war zumindest positiv. In den Jahren nach der Finanzkrise wurde diese einstige Festung am Kapitalmarkt jedoch gestürmt, als Zinssätze plötzlich negativ werden konnten. Dies geschah, obwohl die Schuldner schon damals so hoch verschuldet waren, dass allein aufgrund des erhöhten Risikos auch ein höherer Zins gerechtfertigt gewesen wäre.

Mit Corona und dem Krieg in der Ukraine fielen alle Hemmungen

In der Corona-Zeit wurden die hohen Schulden nochmals deutlich erhöht. Damit war der Weg für eine gewaltige Inflation frei, denn anders als in den Jahren zuvor kam das frisch gedruckte Geld aus dem Nichts nicht nur an den Kapitalmärkten, sondern auch beim Endverbraucher an. Die Zinsen wurden allerdings nur sehr zögerlich erhöht, womit klar wurde, dass die westlichen Notenbanken im Zweifel die Bedürfnisse der Schuldner höher gewichten würden als die der Gläubiger.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass seit dem Sanktionsbeschluss vom 26. Februar 2022 ausländische Währungsreserven im Westen nicht mehr sicher sind, darf sich niemand darüber wundern, dass das allgemeine Unwohlsein mit Euro, Yen und US-Dollar immer größer wird. Und nicht nur das Unwohlsein steigt. Auch die Suche nach Alternativen wurde immer intensiver.

Letzter Ausweg: Gold

Es gibt allerdings ein Gegenmittel und zu dem wird allgemein immer öfter und auch immer beherzter gegriffen: das Gold. Die deutsche, italienische und französische Notenbank tauschten ihre US-Dollar in den 1950er und 1960er Jahren offiziell bei der US-Notenbank in Gold um. Dieser Weg steht der Peoples Bank of China und den anderen Zentralbanken der Schwellen- und Entwicklungsländer heute nicht mehr offen, denn die Federal Reserve Bank tauscht einen US-Dollar nur noch gegen einen anderen US-Dollar ein.

Um der Papierflut dennoch zu entgehen und Werte dauerhaft zu sichern, verkaufen die Zentralbanken der Schwellen und Entwicklungsländer zunehmend US-Dollar gegen Gold, wobei das Gold nicht nur wie eine Währung gehandelt wird, sondern gleichzeitig auch als eine Währung angesehen wird, die niemals ausfällt und von keinem Staat der Erde verboten oder manipuliert werden kann.

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