Der Kupferbedarf explodiert, noch bevor Millionen neue E-Autos kommen

Jedes Elektroauto braucht 60 Kilogramm mehr
Nach Angaben des Rohstoffexperten Sam Hosack benötigt ein Elektroauto rund 83 Kilogramm Kupfer. Bei einem Benziner sind es nur etwa 23 Kilogramm. Elektromotoren, Batteriesteuerungen und Leistungselektronik sorgen damit für einen Mehrbedarf von rund 60 Kilogramm pro Fahrzeug. Diese Differenz entsteht aus dem grundlegenden Aufbau des elektrischen Antriebs.
2025 wurden weltweit rund 20 Millionen Elektroautos verkauft. Der von Hosack zitierte „Global EV Outlook“ der Internationalen Energieagentur prognostiziert für 2026 bereits 23 Millionen Fahrzeuge. Damit könnten Elektroautos 28 Prozent aller weltweit verkauften Pkw ausmachen. Doch die Fahrzeuge bilden nur den sichtbaren Teil des steigenden Kupferbedarfs.

Das Stromnetz wird zum entscheidenden Faktor
Millionen Elektroautos brauchen neue Ladepunkte, leistungsfähigere Verteilnetze und zusätzliche Stromerzeugung. Jede dieser Ebenen ist kupferintensiv. Der Rohstoff wird damit gleichzeitig im Fahrzeug, an der Ladesäule und auf dem gesamten Weg vom Kraftwerk bis zum Verbraucher benötigt.
Goldman Sachs schätzt laut Hosack, dass Netz- und Energieinfrastruktur für mehr als 60 Prozent des weltweiten Nachfragewachstums bis 2030 verantwortlich sein könnte. Das entspräche einem zusätzlichen Kupferverbrauch in der Größenordnung der gesamten USA. Und in dieser Rechnung wäre noch kein weiteres Elektroauto berücksichtigt.

Elektrifizierung ist mehr als eine Autostory
Auf der Angebotsseite fehlt jedoch das gleiche Tempo. Neue Kupferminen benötigen im globalen Durchschnitt fast 18 Jahre von der Entdeckung bis zur Produktion. Kurzfristige Preissignale können diese Lücke kaum schließen. Hosack ist selbst in der Kupferexploration tätig, weshalb seine Einschätzung keine Anlageberatung darstellt. Der zentrale Punkt bleibt: Die Energiewende beginnt beim Strom, könnte aber am fehlenden Metall ausgebremst werden.
Auf der Angebotsseite fehlt jedoch das gleiche Tempo. Neue Kupferminen benötigen im globalen Durchschnitt fast 18 Jahre von der Entdeckung bis zur Produktion. Kurzfristige Preissignale können diese Lücke kaum schließen. Hosack ist selbst seit vielen Jahren in der Kupferexploration und Minenentwicklung tätig. Er kennt deshalb aus eigener Erfahrung, wie aufwendig und langwierig der Aufbau neuer Produktionskapazitäten ist. Der zentrale Punkt bleibt: Die Energiewende beginnt beim Strom, könnte aber am fehlenden Metall ausgebremst werden.
Mumbezhi gewinnt strategisch an Gewicht
Prospect Resources hat Mumbezhi bereits deutlich vorangebracht. Nach Unternehmensangaben umfasst die Ressource 208,1 Millionen Tonnen mit 0,42 Prozent Kupfer und damit rund 877.000 Tonnen enthaltenes Kupfer. Mehr als 40 Prozent liegen bereits in der Kategorie „Indicated“. Erstmals wurden zudem Gold- und Kobaltvorkommen ausgewiesen. Zusätzliche Stärke bringt die Partnerschaft mit First Quantum Minerals. Der Kupferproduzent investierte laut Prospect 2025 rund 15,2 Millionen australische Dollar und wurde technischer Partner. Die Sentinel-Mine von First Quantum liegt nur etwa 25 Kilometer entfernt.
Prospect kontrolliert nach eigenen Angaben 90 Prozent des 356 Quadratkilometer großen Projekts. Seit Mai 2026 läuft ein Bohrprogramm über rund 26.000 Meter. Weitere Ergebnisse sollen zeigen, wie stark sich Mumbezhi noch erweitern lässt.
Metallic Minerals setzt auf US-Kupfer
Genau an diesem Punkt setzt auch Metallic Minerals an. Das Unternehmen entwickelt mit La Plata in Colorado ein großes Multi-Metall-System, dessen Ressource nach Unternehmensangaben mehr als 181 Mio. Tonnen und über 1,3 Mrd. Pfund Kupfer umfasst. Damit liegt das Projekt direkt in jenem US-Markt, in dem Elektrifizierung, Netzausbau und neue Energieinfrastruktur den Bedarf nach heimischen Rohstoffquellen erhöhen könnten. Besonders bemerkenswert ist die strategische Unterstützung durch Newmont: Einer der weltweit größten Gold- und Kupferproduzenten hält laut Metallic Minerals rund 9,5 % der Aktien und investierte 2026 erneut in das Unternehmen. Für CEO Greg Johnson steht nun die weitere Entwicklung und Vergrößerung des La-Plata-Systems im Fokus. Entscheidend wird sein, inwieweit kommende Explorationsarbeiten das bereits identifizierte Kupferpotenzial weiter bestätigen und ausbauen können.

