Banken drehen bei Silberpreis auf: Prognosen reichen bis 309 Dollar

Silber zündet die nächste Rally-Stufe
Silber hat im August eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich die Dynamik am Edelmetallmarkt verändern kann. Am 21. August durchbrach der Preis zwischenzeitlich sogar die Marke von 70 Dollar je Unze – Ende Juli waren es noch 57,59 Dollar. Zusätzlichen Schub brachte die Entscheidung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen zu verdoppeln und damit den Edelmetallsektor weiter zu befeuern.
Der Sprung ist bemerkenswert: Innerhalb weniger Wochen hat Silber einige der vorsichtigeren Bankprognosen regelrecht überholt. Und während der Preis rund um die 70-Dollar-Marke weiter schwankt, legen die großen Häuser bereits nach. 74, 85, 100 Dollar und mehr stehen inzwischen im Raum – die Frage ist längst nicht mehr nur, wie weit die Rally bereits gelaufen ist, sondern wie viel Potenzial noch vor ihr liegt.

Minenaktien schlagen den Silberpreis
Hecla Mining führt die Rally mit einem Plus von 47 Prozent an. Wheaton Precious Metals gewinnt 44 Prozent. Coeur Mining, First Majestic Silver und Fortuna Mining steigen jeweils 42 Prozent. Selbst Pan American Silver, das Schlusslicht der Gruppe, übertrifft mit 22 Prozent noch den Silberpreis.
Auch Silberfonds profitieren. Der Global X Silver Miners ETF legt 35 Prozent zu, der auf kleinere Unternehmen konzentrierte Junior Silver Miners ETF 32 Prozent. Der Grund: Steigende Metallpreise können die Gewinne der Produzenten überproportional erhöhen. Genau dieser Hebel zieht jetzt neues Kapital an.

Großbanken sehen weiteres Potenzial
UBS rechne zum Jahresende mit 80 Dollar, J.P. Morgan sehe ein mögliches Hoch von 85 Dollar. BNP Paribas erwarte rund 100 Dollar, CIBC etwa 105 Dollar. Citigroup peile für die zweite Jahreshälfte sogar 110 Dollar an und halte mittelfristig bis zu 150 Dollar für möglich.
Noch optimistischer fallen einzelne Szenarien aus. BMO Capital Markets sehe unter günstigen Bedingungen 160 Dollar. Bank of America halte bei einer starken Aufholbewegung gegenüber Gold sogar 135 bis 309 Dollar für denkbar. Solche Extremziele sind keine Basisszenarien, zeigen aber, wie viel Fantasie in den Markt zurückgekehrt ist.

Silber ist zurück im Rampenlicht
Der Sprung auf 70 Dollar hat die Ausgangslage am Silbermarkt spürbar verändert. Innerhalb weniger Wochen zeigte sich, wie stark der Preis auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren kann. Gleichzeitig entwickelten sich zahlreiche Minenaktien noch dynamischer und verstärkten damit die Bewegung im Sektor.
Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, dürfte vor allem davon abhängen, ob die Nachfrage auf dem aktuellen Niveau anhält. Die inzwischen deutlich höheren Kursziele vieler Banken zeigen vor allem, wie stark sich die Erwartungen zuletzt verschoben haben. Nach dem kräftigen August-Anstieg steht Silber damit weiter im Fokus – allerdings in einem Umfeld, das auch von erhöhter Volatilität geprägt bleibt.
Höhere Silberpreise machen Vorkommen wertvoller?
Steigt der Silberpreis, gewinnt auch das Metall im Boden an wirtschaftlicher Bedeutung. Besonders Entwickler mit großen oder hochgradigen Vorkommen können deshalb in einer starken Silberphase stärker in den Fokus rücken.
Defiance Silver entwickelt das hochgradige San-Acacio-Silberprojekt im traditionsreichen Zacatecas-Distrikt in Mexiko. Nach Angaben des Unternehmens lieferten jüngste Bohrungen Spitzenwerte von 1.470 g/t Silber. Der nächste wichtige Schritt ist die weitere Exploration mit Blick auf eine aktualisierte Ressourcenschätzung.
Silver Mines setzt mit Bowdens in Australien auf eines der größten unentwickelten Silberprojekte weltweit. Unternehmensangaben zufolge umfasst das Projekt rund 72 Mio. Unzen Silberreserven und 180 Mio. Unzen Silberressourcen. Geplant sind rund 4 Mio. Unzen Jahresproduktion.
Managing Director Jo Battershill erklärte zuletzt, das Unternehmen sei überzeugt, die Genehmigung für Bowdens zurückzuerhalten. Gleichzeitig treibt Silver Mines die dafür nötigen Schritte voran: Im Juli wurden aktualisierte Umweltunterlagen bei der zuständigen Behörde eingereicht. Laut Unternehmen bleibt auch die definitive Machbarkeitsstudie auf Kurs. Damit könnte gerade der Genehmigungsfortschritt zum entscheidenden Katalysator werden – besonders in einem Umfeld deutlich höherer Silberpreise.
