Neue Zukunfts-Technologie? US-Forschung erzielt Durchbruch bei Seltenen Erden

Biotechnologie im Fokus militärischer Forschung
Im Mittelpunkt der Mitteilung steht das Forschungsprojekt EMBER der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA). Es ziele darauf ab, mithilfe von Mikroorganismen eine umweltfreundliche und effiziente Trennung Seltener Erden zu ermöglichen. Verantwortlich sei das SynBREE-Konsortium, bestehend aus dem Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL), der University of Kentucky (UK) und der Penn State University. ARR habe hierfür seit 2023 rund 840 Kilogramm Erz aus 36 Bohrlöchern des Projekts Halleck Creek bereitgestellt.
Hohe Oxidreinheit erzielt
aut Unternehmensangaben habe die University of Kentucky erfolgreich sowohl Leichte Seltene Erden Oxide (LREO) als auch Schwere Seltene Erden Oxide (HREO) aus dem Mineral Allanit gewonnen. Die Oxide hätten Reinheiten von 96,4 % (LREO) und 97,1 % (HREO) erreicht und könnten als Vorstufe für die Gewinnung einzelner Elemente wie Neodym oder Dysprosium dienen, die für Dauermagnete benötigt werden. Interims-CEO Joe Evers erklärte, dies sei ein wichtiger Validierungsnachweis durch Dritte, da damit die grundsätzliche industrielle Nutzbarkeit des Erzes bestätigt werde.
Lanmodulin als Trennmethode
Das SynBREE-Team verfolge den Ansatz, sogenannte Lanmodulin-Proteine gezielt zur Bindung von Metallen einzusetzen. Dieses biotechnologische Verfahren gelte als umweltfreundlichere Alternative zur herkömmlichen Flüssig-Flüssig-Extraktion. Die hergestellten Oxide würden im LLNL für weitere Experimente mit Lanmodulin genutzt. ARR betonte, dass diese Forschung nicht Teil der laufenden Vor-Machbarkeitsstudie (Pre-Feasibility Study, PFS) sei, welche derzeit auf konventionelle Verfahren setze. Das Unternehmen prüfe jedoch fortlaufend mögliche technologische Ergänzungen zur Prozessoptimierung.

Unabhängige Forschungsergebnisse
Die University of Kentucky habe das Gestein aus Halleck Creek eigenständig untersucht und dafür chemische Verfahren eingesetzt. Zunächst sei das Erz mit Salzsäure aufgelöst worden. Anschließend seien die Metalle mit einer Flüssig-zu-Flüssig-Trennung und einer Ausfällung gebunden worden, sodass sie sich leichter weiterverarbeiten lassen. So hätten die Forscher etwa 82 % der enthaltenen Seltenen Erden herausgeholt. Rund 15 % davon seien jedoch bei der Entfernung von störenden Stoffen verloren gegangen.
Ausblick
Nach Einschätzung des Managements könnte die vorgestellte Biotechnologie langfristig eine ressourcenschonende Ergänzung oder Alternative zu bestehenden Verfahren darstellen. Die Beteiligung am EMBER-Projekt würde American Rare Earths eine vorteilhafte Position im Umfeld staatlich geförderter Initiativen zur Rohstoffunabhängigkeit verschaffen.
