Italien erteilt ADX Energy wichtige Lizenz in Sizilien

Offshore-Gebiet mit Gas-Potenzial
Das Unternehmen erklärte, dass seiner Tochtergesellschaft Audax Energy S.r.l. die Lizenz für das C.R150.AU-Gebiet südwestlich von Sizilien erteilt wurde. Die Region sei durch vergleichsweise geringe Wassertiefen von etwa 100 Metern und Bohrziele in weniger als 2.000 Metern Tiefe gekennzeichnet. Dies ermögliche nach Einschätzung des Managements eine kosteneffiziente Förderung.
Besonders relevant sei, dass ältere Bohrungen und seismische Daten, die ursprünglich zur Suche nach Erdöl genutzt wurden, deutliche Hinweise auf Gasvorkommen geliefert hätten. ADX verwies darauf, dass diese Strukturen Ähnlichkeiten mit bestehenden Feldern wie Argo-Cassiopea (offshore) und Lippone-Mazara (onshore) aufwiesen. Diese seien bekannt für sogenannte gestapelte Reservoirs, bei denen mehrere nutzbare Gasschichten übereinanderliegen. Dadurch könne auf relativ kleiner Fläche ein hohes Förderpotenzial erschlossen werden.

Ressourcen und Wirtschaftlichkeit
ADX erklärte, man habe bislang fünf potenzielle Gasziele in dem Gebiet identifiziert. Das gesamte technische Ressourcenpotenzial belaufe sich demnach auf rund 369 Milliarden Kubikfuß Gas. Bei diesen Vorkommen handle es sich um prospektive Ressourcen, also geologisch wahrscheinliche, aber noch nicht bestätigte Lagerstätten. Die wirtschaftliche Attraktivität werde nach Einschätzung des Managements durch mehrere Faktoren gestützt:
Hoher Methangehalt: Gasproben aus früheren Bohrungen wie Nilde-2 hätten laut Unternehmen einen Reinheitsgrad von 99 % Methan gezeigt, was eine saubere Verbrennung ermögliche.
Steuerliche Rahmenbedingungen: Italien verlange lediglich eine Förderabgabe von 10 % und eine Unternehmenssteuer von 28 %, was im internationalen Vergleich als günstig eingestuft werde.
Marktlage: Mit einem Preis von etwa 34,20 € pro Megawattstunde (entspricht rund 11,70 US-Dollar je 1.000 Kubikfuß Gas) seien die Erlösperspektiven derzeit besonders hoch.
Strategische Bedeutung
Executive Chairman Ian Tchacos betonte, das Projekt stelle einen vielversprechenden Neueinstieg in ein wachsendes Gasfördergebiet dar. Er hob hervor, dass CEO Paul Fink durch den Einsatz moderner 3D-Seismik die Grundlage für die Identifizierung der Strukturen gelegt habe. Zudem verfüge ADX über wertvolle Erfahrungen aus früheren Projekten in benachbarten Regionen.
ADX Energy verwies darauf, dass das Unternehmen bereits umfangreiche Erfahrung in den Gewässern südlich des neuen Lizenzgebiets gesammelt habe. Dazu zählten frühere Arbeiten rund um die Insel Pantelleria sowie in benachbarten tunesischen Meeresgebieten. Das Management erklärte, man habe dort ein großflächiges, modernes 3D-Seismikprogramm durchgeführt und die Tiefwasser-Bohrung Lambouka nahe der italienischen Grenze abgeteuft. Zwar habe sich die Bohrung auf tiefere Ölvorkommen konzentriert, jedoch seien in den oberen Abschnitten Gasnachweise festgestellt worden.
Nach Angaben des Managements sei ADX nun offiziell als qualifizierter Betreiber in Italien anerkannt. Damit habe das Unternehmen seine finanzielle Stärke und technische Expertise erfolgreich unter Beweis gestellt. Zugleich profitiere es von einer politischen Entwicklung, die eine stärkere Nutzung heimischer Gasressourcen unterstütze.

Nächste Schritte
ADX kündigte an, in den kommenden Wochen zusätzliches seismisches Datenmaterial zu erwerben, um die Strukturen detaillierter zu untersuchen. Die anschließende Analyse solle in eine aktualisierte Ressourcenbewertung münden, die auch durch ein unabhängiges Gutachten bestätigt werde. Zudem sei ein Webinar für Investoren im September geplant, bei dem weitere Details zum Projekt erläutert würden.
Das Management erklärte, dass sich das neue Lizenzgebiet bei einem positiven Ergebnis der Untersuchungen zu einem zentralen Baustein der Unternehmensstrategie entwickeln könnte. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage und des steigenden Bedarfs an europäischer Energieversorgung könne dieses Projekt eine bedeutende Rolle spielen.
