Gericht gibt grünes Licht für Welchau-Bohrung

Projekt zwischen Erkundung und Widerstand
ADX Energy hält nach eigenen Angaben 75 % wirtschaftliche Anteile an der Welchau-Entdeckung sowie weiteren Erkundungsgebieten im Lizenzgebiet ADX-AT-II in Oberösterreich. Die Bohrung Welchau-1 sei im ersten Quartal 2024 auf Grundlage von Genehmigungen des Finanzministeriums und der Naturschutzbehörden niedergebracht worden.
Das Unternehmen erklärte, dass Anfang 2025 vier Umweltorganisationen Einsprüche gegen die Bewilligungen erhoben hätten. Infolge eines Gerichtsurteils, das ein Gesetz zu laufenden Prüfverfahren aufgehoben habe, seien die Tests gestoppt worden, bis eine endgültige Entscheidung vorlag.
Entscheidung des Gerichts
Nach Darstellung des Unternehmens entschied das Landesverwaltungsgericht nun, dass die Umweltfreigaben ordnungsgemäß erteilt worden seien. Die bisherigen Arbeiten seien sicher und gesetzeskonform erfolgt. Damit sei die Grundlage geschaffen, um die Erkundung fortzuführen.
Die Richter hätten betont, dass die Tests künftig in den Wintermonaten zwischen dem 1. Oktober und dem 31. März stattfinden dürften. Zudem sei laut Gericht das öffentliche Interesse hoch, mögliche neue Erdgasvorkommen zu erschließen, um die Abhängigkeit von Importen – insbesondere aus Russland oder durch teures Flüssiggas (LNG) – zu verringern.
Unerforschte Lagerstätten
ADX Energy erklärte, dass die Bohrung Welchau-1 vier Gesteinsschichten durchteuft habe, in denen Hinweise auf Öl- und Gasvorkommen festgestellt worden seien. Bisher seien jedoch nur Teile getestet worden, drei Schichten seien noch unerforscht.
Nach Angaben des Unternehmens solle zunächst die Reifling-Formation weiter untersucht werden, aus der vor der Unterbrechung bereits Flüssigkeitsproben vorbereitet worden seien. Darüber hinaus denke das Management über eine Vertiefung der bestehenden Bohrung nach. Dadurch solle die Struktur „Welchau Deep“ untersucht werden, die weiteres Potenzial bergen könnte.
Einschätzungen des Managements und Ausblick
CEO Ian Tchacos erklärte, der Gerichtsbeschluss sei nicht nur für die Wiederaufnahme der Tests wichtig, sondern sende auch ein positives Signal für die mögliche künftige Gasförderung in Österreich. Die Nachfrage nach inländischen Energiequellen sei hoch, weshalb politische und gesellschaftliche Unterstützung entscheidend sei.
Das Management betonte, dass die Entscheidung eine zweite Chance eröffne, das wirtschaftliche Potenzial der Welchau-Struktur nachzuweisen. Ob sich jedoch Hoffnungen auf ergiebige Gas- und Ölfunde erfüllen würden, hänge von den Ergebnissen der anstehenden Tests ab. Diese könnten, so das Unternehmen, von strategischer Bedeutung für die Energiesicherheit Österreichs sein.
