ADX Energy mit neuem Explorationsplan für Österreich: Fokus auf Gas & Öl

Fünf Lagerstättentypen im Fokus
Nach Angaben des Managements basiere das Explorationsportfolio auf zwei Lizenzen in Oberösterreich (ADX-AT-I und ADX-AT-II). Innerhalb dieser Gebiete seien fünf geologische „Plays“ definiert worden. Dabei handle es sich um Lagerstätten mit jeweils ähnlicher geologischer Struktur, die sich mit unterschiedlichen technischen Ansätzen wirtschaftlich erschließen ließen.
Das sogenannte Shallow Gas Play umfasse seichte Lagerstätten, die in geringer Tiefe liegen und sich aufgrund niedriger technischer Anforderungen schnell erschließen ließen. Laut ADX solle im ersten Quartal 2026 mit der ersten Bohrung (GOLD-1) begonnen werden. Diese sei Teil eines Clusters bohrbereiter Ziele, die laut Unternehmensangaben besonders kosteneffizient erschlossen werden könnten.
Das Near Field Oil Play (Anshof) umfasse Ölvorkommen, die in direkter Nähe zum bereits produzierenden Anshof-Feld liegen. Die bestehende Infrastruktur, darunter eine Anlage mit einer Förderkapazität von 3.000 Barrel pro Tag, ermögliche laut ADX eine zügige Anbindung weiterer Funde.
Im Welchau Carbonate Play habe das Unternehmen zwei Zielstrukturen neu bewertet: Das Gasprojekt Welchau Deep mit 125,4 BCF und die Öllagerstätte Rossberg mit 19,6 MMBBL. Diese würden laut Management als sogenannte High-Impact-Ziele gelten, bei denen im Erfolgsfall ein signifikanter Werthebel für das Gesamtportfolio bestehe.
Im Sub-Flysch Play plane ADX, durch Reprozessierung von 3D-Seismik-Daten tiefere Gesteinsformationen zu analysieren. Diese seien bisher kaum exploriert, könnten aber potenziell große Mengen an Gas-Kondensaten enthalten.
Das Molasse Play beinhalte laut ADX eine neu definierte Struktur namens BUCH im Gebiet ADX-AT-I. Diese Formationen seien sedimentär geprägt und hätten günstige Speicher- und Durchlässigkeitseigenschaften.

Was bedeutet eigentlich „Play“?
In der Erdöl- und Erdgasexploration bezeichnet der Begriff „Play“ eine Gruppe geologisch ähnlicher Lagerstätten, die mit vergleichbarer Technik und Strategie erschlossen werden können. Ein „Play“ umfasst nicht nur eine einzelne Fundstelle, sondern ein zusammenhängendes geologisches Konzept mit mehreren potenziellen Zielen.
Typische Merkmale eines „Plays“ sind gemeinsame Gesteinsarten, ähnliche Tiefenlagen und wiederkehrende Strukturen im Untergrund. Unternehmen wie ADX verwenden diesen Begriff, um systematisch erfassbare Explorationschancen zu beschreiben, etwa bei seichtem Gas in Sedimentschichten oder bei Öl in Karbonatgestein. Ein „Play“ steht somit für das gezielte Erschließen eines bestimmten Lagerstättentyps mit dem Ziel, über mehrere Bohrungen hinweg wirtschaftlich nutzbare Vorkommen zu identifizieren.
Shallow-Gas-Projekte sollen rasch Einnahmen liefern
Nach Darstellung des Managements liege der strategische Fokus zunächst auf den flach liegenden Gaszielen. Diese würden sich durch niedrige Bohrkosten und kurze Entwicklungszeiten auszeichnen. ADX habe mitgeteilt, dass man bereits Gespräche mit möglichen Partnern über Farm-in-Vereinbarungen führe. Ziel sei es, Bohrungen im Rahmen eines Mehrbohrungsprogramms zu finanzieren und in Clustern zu realisieren, um logistische Synergien zu nutzen.

Ressourcenbewertung nach internationalem Standard
Die Einschätzung des Potenzials basiere laut ADX auf dem SPE-PRMS-Standard (2018) und sei mit probabilistischen Verfahren durchgeführt worden. Bei den ausgewiesenen Werten handle es sich um sogenannte Prospective Resources, also potenziell gewinnbare Vorräte. Diese seien nicht bestätigt, sondern müssten erst durch Bohrung und Testung validiert werden. Paul Fink, technischer Direktor von ADX, habe die Daten validiert und betont, dass die zugrunde liegenden Modellannahmen als belastbar einzuschätzen seien.
Bohrstart noch 2025: Infrastruktur bereits vorbereitet
Nach Angaben des Unternehmens solle bereits im vierten Quartal 2025 mit ersten Arbeiten begonnen werden. Als erstes Ziel sei die GOLD-Struktur vorgesehen. Diese verfüge laut ADX über eine hohe geologische Erfolgswahrscheinlichkeit. Grundstücke für mehrere Bohrplätze seien bereits erworben, und die Genehmigungsverfahren befänden sich in der finalen Phase. Parallel dazu würden zusätzliche Ziele wie HOCH, SCHOE, STEY und PICH technisch weiterentwickelt. Das Unternehmen habe betont, dass man durch gebündelte Bohrprogramme eine besonders schnelle Erschließung anstrebe.

Zusätzlich zur aktuellen Projektübersicht habe ADX Energy auch eine aktualisierte Ressourcenkonsolidierung („Upper Austria Prospect Inventory Reconciliation“) vorgelegt. Die Gegenüberstellung der Einschätzungen von Juni 2023 und August 2025 zeige, wie sich die Bewertungen einzelner Lagerstätten durch neue Daten, Bohrungen und geologische Modellierungen verändert hätten. Demnach sei das technisch bewertete Gesamtpotenzial in Oberösterreich von zuvor 212,7 Millionen Barrel Öläquivalent (MMboe) auf nun 71,6 MMboe angepasst worden. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem konservativere Modellannahmen, veränderte Fokusgebiete sowie die Rückgabe einzelner Lizenzflächen. Besonders stark sei die Neubewertung der Welchau-Struktur ins Gewicht gefallen, deren Schätzungen nach Abschluss der Bohrung Welchau-1 deutlich nach unten korrigiert worden seien. ADX betonte jedoch, dass sich durch die detailliertere Definition einzelner Ziele, wie im Shallow Gas Play, auch zusätzliche Potenziale herausgebildet hätten.
