Von 34.000 auf 300.000 Unzen Gold: Dieser Produzent will in die nächste Liga!

Zwei Minen sollen das Wachstum bezahlen
Heliostar produzierte 2025 rund 34.000 Unzen Goldäquivalent. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen daraus 300.000 Unzen pro Jahr werden. Soock bezeichnet das Unternehmen als „organisch finanzierten Entwickler“: Die laufenden Minen La Colorada und San Agustin sollen das Kapital für neue Projekte erwirtschaften und eine starke Verwässerung der Aktionäre vermeiden.
Der Zeitpunkt spielt Heliostar in die Karten. Das Unternehmen habe sein Portfolio 2023 und 2024 günstig übernommen und anschließend vom starken Goldpreis profitiert, erklärte Soock. Doch während in einem steigenden Markt fast jede Goldaktie zulege, werde nun die Umsetzung entscheidend: Welche Unternehmen können tatsächlich neue Minen bauen?
Ana Paula wird zum entscheidenden Test
Das Schlüsselprojekt heißt Ana Paula. Die geplante Untertagemine soll nach dem Hochlauf etwa 101.000 Unzen Goldäquivalent jährlich produzieren. Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie nennt nachhaltige Gesamtkosten von 1.011 US-Dollar je Unze. Die kommerzielle Produktion ist für 2028 vorgesehen.
Vor der Bauentscheidung muss Heliostar drei Hürden nehmen: Machbarkeitsstudie, Genehmigung und Finanzierung. Die Studie soll im zweiten Quartal 2027 fertig werden. Etwa zur Jahresmitte könnte die endgültige Investitionsentscheidung folgen. Noch vor Ende 2028 will das Unternehmen das erste Gold gießen.

330 Millionen Dollar – aber nur die Hälfte fehlt
Die Baukosten dürften laut Soock von zunächst geschätzten 300 Millionen auf rund 330 Millionen US-Dollar steigen. Etwa 150 Millionen Dollar will Heliostar aus dem eigenen freien Cashflow beisteuern. Für die restlichen 150 bis 200 Millionen Dollar wäre eine Projektfinanzierung nötig. Gespräche mit möglichen Kreditgebern liefen bereits.
Wie viel Fremdkapital benötigt wird, hängt stark vom Goldpreis ab. Bei 3.800 US-Dollar je Unze rechnet Soock mit rund 100 Millionen Dollar internem Kapital. Bei 5.000 Dollar könnten es etwa 200 Millionen sein.

Mehr Erz darf die Marge nicht auffressen
Ana Paula könnte größer werden als bislang geplant. Heliostar untersucht eine Erhöhung der täglichen Verarbeitung von 1.800 auf zunächst 2.000 Tonnen. Größere Anlagenteile könnten später sogar 2.500 Tonnen ermöglichen. Ein zweiter Zugang, ein unterirdischer Brecher und Förderbänder sollen zudem Transport- und Belüftungskosten senken.
Doch Soock warnt vor einer klassischen Falle: Ein hoher Goldpreis erlaubt zwar die Verarbeitung ärmerer Gesteinsbereiche, senkt aber den durchschnittlichen Erzgehalt und damit die Marge. Heliostar will deshalb zuerst hochwertiges Material abbauen und erst später zusätzliche, niedrigere Gehalte erschließen. Größe allein soll nicht über Wirtschaftlichkeit siegen.
Heliostars Wachstumsplan bis 2030
Nach Ana Paula soll Cerro del Gallo folgen. Die Unternehmenspräsentation nennt für das Projekt durchschnittlich rund 86.000 Unzen Goldäquivalent pro Jahr über 15 Jahre. Zusammen mit den bestehenden Minen soll die organische Projektpipeline Heliostar bis 2030 auf etwa 300.000 Unzen Jahresproduktion bringen.
Das weitergehende Ziel von mehr als 500.000 Unzen lässt sich dagegen nicht allein mit den heutigen Projekten erreichen. Dafür plant Heliostar später Übernahmen. Entscheidend ist jedoch zuerst Ana Paula: Gelingt Finanzierung, Genehmigung und Bau im angekündigten Zeitrahmen, könnte das Projekt den nächsten Wachstumsschritt selbst bezahlen.
