Silberaktien laufen voraus: Folgt jetzt der große Ausbruch?

Gold liefert das erste Signal
Peter Krauth sieht Silberaktien bereits in einem neuen Aufschwungzyklus. Für eine klare Bestätigung wollte er jedoch sowohl Gold als auch Silber über ihren gleitenden 200-Tage-Durchschnitten sehen. Gold hat diesen Schritt inzwischen geschafft: Mit dem Anstieg über 4.505 US-Dollar wechselte das Edelmetall technisch in einen langfristigen Aufwärtstrend.
Silber fehlt dieses Signal noch. Dafür müsste der Preis die Marke von 71 US-Dollar überwinden. Krauth hält diesen Schritt für möglich, weil Silber größeren Bewegungen beim Gold häufig mit Verzögerung folgt. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie lange bleibt Silber noch unter dieser wichtigen Schwelle?
Eingriff am Anleihemarkt bewegt die Kurse
Den jüngsten Anstieg bei Edelmetallen führt Krauth vor allem auf die Entwicklung am US-Anleihemarkt zurück. Bereits zuvor hätten die USA versucht, den schwachen Yen zu stabilisieren. Damit sollte verhindert werden, dass Japan größere Mengen amerikanischer Staatsanleihen verkauft und die US-Renditen weiter nach oben treibt.
Nun kündigte Finanzminister Scott Bessent an, die Rückkäufe langfristiger Anleihen mindestens zu verdoppeln. Ab dem 9. September soll das Volumen je Maßnahme von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar steigen. Krauth wertet dieses Vorgehen als eine Form der Zinskurvensteuerung. Doch warum ist das für Silber so wichtig?
Niedrigere Zinsen könnten Inflation anheizen
Bei der Steuerung der Zinsstrukturkurve kauft der Staat langfristige Anleihen, um deren Kurse zu stützen und die Renditen zu drücken. Die ersten Käufe lösten bei zehn- und 30-jährigen US-Anleihen allerdings nur eine kurze Erholung aus. Bereits zum Ende der Woche stiegen die Renditen erneut.
Krauth warnt deshalb vor einer gefährlichen Dynamik. Größere Anleihekäufe könnten zwar kurzfristig die Zinsen bremsen, zugleich aber mehr Geld in das Finanzsystem bringen und die Inflation anheizen. Fordern Anleger daraufhin höhere Renditen, wären weitere Käufe nötig. Aus der Stützung könnte so eine Schuldenspirale entstehen. Und genau davon könnten Edelmetalle profitieren.
Silberaktien reagieren mit hohem Volumen
Die Aussicht auf weitere Eingriffe brachte Gold, Silber und die Minenaktien in Bewegung. Der Branchen-ETF SIL stieg bei hohem Handelsvolumen und behauptete sich über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Damit sendet der Aktiensektor bereits das Signal, das dem Silberpreis selbst noch fehlt.
Seit Anfang Juni entwickelt sich der SIL zudem stärker als Silber. Diese relative Stärke zeigt, dass Anleger wieder mehr Risiko im Minensektor eingehen. Nach den jüngsten Gewinnen hält Krauth zwar eine kurze Verschnaufpause für möglich. Anschließend erwartet er jedoch eine Fortsetzung der Bewegung, möglicherweise bis zum Jahresende 2026.

Vier Treiber stützen den Silbermarkt
Das Umfeld bleibt aus Krauths Sicht positiv. Die Inflation hält sich hartnäckig, während geopolitische Spannungen für zusätzliche Unsicherheit sorgen. Gleichzeitig trifft ein knappes Silberangebot auf eine robuste Nachfrage. Diese vier Faktoren könnten den Preis auch dann stützen, wenn die laufende Rallye kurzfristig ins Stocken gerät.
Dennoch bewertet der Markt viele Silberaktien weiterhin zurückhaltend. Analysten und Anleger hätten die höheren Silberpreise noch nicht vollständig in ihre Erwartungen aufgenommen. Für Krauth liegt genau darin die Chance: Ziehen die Gewinnschätzungen nach, könnten ausgewählte Produzenten und Explorer neu bewertet werden. Doch welche Unternehmen besitzen dafür die besten Voraussetzungen?
Die entscheidende Marke rückt näher
Gold hat seinen langfristigen Aufwärtstrend technisch bestätigt. Silberaktien laufen dem Edelmetall bereits voraus. Nun richtet sich der Blick auf die Marke von 71 US-Dollar. Steigt auch Silber über seinen 200-Tage-Durchschnitt, wäre für Krauth ein weiterer wichtiger Baustein des Bullenmarktes gesetzt.
Welche Silberunternehmen von diesem Umfeld besonders profitieren könnten, untersucht er im wöchentlich erscheinenden Börsenbrief „Der Silber Investor“. Dort verbindet Krauth seine Einschätzung zu Inflation, Zinsen und Silber mit aktuellen Analysen ausgewählter Produzenten und Explorationsunternehmen.
