Silber vor dem Ausbruch? Diese Faktoren könnten jetzt die nächste Rally zünden

Realzinsen werden zum entscheidenden Faktor
Nach Einschätzung von Peter Krauth dürften die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank weitgehend in den Kursen enthalten sein. Nun rückten die Realzinsen in den Mittelpunkt. Sie ergeben sich aus der Differenz zwischen den Renditen von Anleihen und der Inflationsrate und beeinflussen damit unmittelbar die Attraktivität unverzinster Edelmetalle.
In den vergangenen Monaten seien die langfristigen Anleiherenditen schneller gestiegen als die Inflation. Krieg, höhere Energiepreise, wachsende Staatsschulden und ein steigendes Angebot an Anleihen hätten diesen Trend verstärkt. Gold und Silber erhielten dadurch starke Konkurrenz. Krauth hält diese Entwicklung jedoch für weitgehend ausgereizt und erwartet in den kommenden Monaten eine mögliche Gegenbewegung.
Der schwache Yen offenbart ein größeres Problem
Als wichtiges Signal wertet Krauth die Unterstützung der USA für Japan bei der Stabilisierung des Yen. Die japanische Währung war unter Druck geraten und verteuerte dadurch importierte Lebensmittel und Energie. Zugleich hält Japan US-Staatsanleihen im Wert von mehr als 1 Billion USD. Umfangreiche Verkäufe hätten die Renditen in den USA weiter nach oben treiben können.
Nach Krauths Darstellung verkauften die USA deshalb einen erheblichen Teil ihrer Euro-Reserven, um Yen zu erwerben. Damit hätten sie indirekt auch ihre eigenen Finanzierungskosten geschützt. Hinter diesem Eingriff sieht der Experte mehr als eine kurzfristige Währungsmaßnahme: Für ihn könnte sich darin bereits eine künftig wesentlich aktivere Steuerung der langfristigen Zinsen ankündigen.
8 Billionen USD erhöhen den Handlungsdruck
Die Dimension des Problems ist gewaltig. Innerhalb des kommenden Jahres müssen nach Krauths Angaben US-Schulden von rund 8 Billionen USD refinanziert werden. Hinzu kommt ein jährliches Haushaltsdefizit von etwa 2 Billionen USD. Bleiben die Renditen hoch, steigt auch die Zinslast des Staates spürbar.
Bei einer Gesamtverschuldung von rund 40 Billionen USD hält Krauth deshalb eine sogenannte Yield Curve Control langfristig für denkbar. Dabei würde die US-Notenbank länger laufende Staatsanleihen kaufen, um deren Renditen zu begrenzen. Eine solche Politik könnte die Geldmenge erhöhen und den US-Dollar schwächen. Beides wäre grundsätzlich Rückenwind für Silber.
Die Charts geben noch keine Entwarnung
Trotz der jüngsten Erholung sieht Krauth den Edelmetallmarkt noch nicht über den Berg. Neue Tiefstände erwartet er zwar nicht. Eine erneute Preiskorrektur oder ein Test der jüngsten Tiefpunkte bleibe aber möglich. Die entscheidende Bestätigung für einen neuen Aufwärtstrend fehle bislang.
Sowohl Gold als auch Silber notierten zuletzt weiterhin unter ihren gleitenden 200-Tage-Durchschnitten. Diese viel beachtete Linie zeigt den durchschnittlichen Kurs der vergangenen 200 Handelstage. Erst ein nachhaltiger Anstieg darüber würde Krauth zufolge signalisieren, dass der Bullenmarkt wieder ernsthaft Fahrt aufnimmt.

Silberaktien bleiben weit unter ihren Höchstständen
Noch deutlicher fällt die Diskrepanz bei vielen Silberminen-Aktien aus. Die Werte im von Krauth beobachteten Portfolio notieren größtenteils zwischen 40 und 50 Prozent unter ihren Höchstständen vom Januar. Gleichzeitig hätten zahlreiche Unternehmen ihre Projekte weiterentwickelt und damit zusätzliche Substanz geschaffen.
Diese Kombination aus niedrigen Kursen und operativen Fortschritten macht viele Titel aus seiner Sicht attraktiv. Wer wissen möchte, auf welche Unternehmen der renommierte Silberexperte und Buchautor setzt, findet seine Analysen im wöchentlich erscheinenden Börsenbrief „Der Silber Investor“. Darin verbindet Krauth seine Einschätzung des Silbermarktes mit konkreten Analysen ausgewählter Silberminen-Aktien.
