Silber nach dem Einbruch: Dieses Signal bringt den Experten zum Kaufen

Perfektes Timing braucht es nicht
Silber ist von rund 30 auf ein Hoch von etwa 121 Dollar im Januar geklettert, ehe eine heftige Korrektur einsetzte. Zeitweise fiel der Preis unter 60 Dollar, ausgerechnet als der Konflikt zwischen Iran und den USA wieder aufflammte. Peter Krauth, Herausgeber des Silber-Newsletters Silver Stock Investor und seit über 20 Jahren im Rohstoffmarkt aktiv, lässt sich davon im Interview nicht beirren.
Er berichtet, in den vergangenen Tagen aggressiv zugekauft zu haben, und zwar in Tranchen, also in mehreren Schritten über die Zeit verteilt, statt auf den exakten Tiefpunkt zu warten. Den aktuellen Rücksetzer beziffert er auf rund 50 Prozent gegenüber dem Hoch, ein Wert, den er historisch für ganz normal hält. Ein Test der Marke von 55 Dollar sei möglich, den Großteil der Abwärtsbewegung sieht er im Gespräch aber bereits hinter sich.
Wieso Krauth keinen weiteren Ausverkauf sieht
Manche Marktbeobachter halten einen deutlich größeren Rücksetzer für möglich, mit Gold unter 2.000 und Silber unter 20 Dollar. Im Interview widerspricht Krauth dem klar. Er verweist auf Daten des World Gold Council, wonach Zentralbanken auch zuletzt wieder als Nettokäufer von Gold aufgetreten seien. Dazu komme die Schuldenlast der USA: Das jährliche Defizit liege bei rund zwei Billionen Dollar, die Zinskosten überstiegen inzwischen andere große Haushaltsposten wie Verteidigung oder Sozialausgaben. Da die Regierung die Zinsen kaum anheben könne, bleibe der Notenbank nach seiner Einschätzung nur der Weg über mehr Geldschöpfung, was die Inflation hoch halte, ein Umfeld, das laut Krauth historisch günstig für Edelmetalle sei.
Smart Money steigt gerade erst ein
Im Interview schildert Krauth eine Begegnung bei der PDAC in Toronto, nach seinen Worten der weltweit größten Bergbau-Investmentkonferenz. Ein Vertreter eines großen kanadischen Hedgefonds habe ihm dort erzählt, dass dessen Haus trotz 30 Jahren Erfahrung bislang keinerlei Engagement im Bergbausektor habe. Der Fonds verfüge über rund 500 Millionen Dollar, die er nun in den Sektor stecken wolle, ihm fehle aber die Expertise dafür, weshalb er händeringend nach Analysten suche. Für Krauth ist das im Gespräch ein klares Zeichen: Selbst das sogenannte smarte Geld kommt spät, während die eigentliche Chance genau jetzt liege, in der frühen, noch unbeachteten Phase des Zyklus.
Minenaktien als Cashflow-Maschinen
Noch vor einem Jahr rechneten Analysten für ihre Modelle mit Silberpreisen von 30 bis 40 Dollar, mittlerweile liege die Annahme eher bei 50 bis 60 Dollar, erklärt Krauth im Interview. Diese höheren Preise seien in vielen Aktienkursen noch gar nicht eingepreist. Als Beleg nennt er eine Auswertung, wonach die zwanzig größten Gold- und Silberminenkonzerne zuletzt auf eine Cashflow-Marge von 31 Prozent kamen, also jener Anteil des operativen Kassenzuflusses am Umsatz, während der Technologiesektor nur auf 17 Prozent kam. Ein entscheidender Unterschied zu früheren Zyklen sei laut Krauth, dass viele Minenkonzerne heute ohne teure Kapitalerhöhungen auskämen, während große Tech-Konzerne massiv neue Aktien ausgeben müssten, um ihre Investitionen zu finanzieren.

Das Signal, auf das er achtet
Sein wichtigster Indikator sei derzeit, wie sich Minenaktien im Verhältnis zum Silberpreis entwickeln, so Krauth im Interview. Nachdem die Aktien den Metallpreis lange nicht im erwarteten Maß begleitet hätten, beobachte er seit einigen Wochen eine beginnende Outperformance der Aktien gegenüber dem Metall selbst, für ihn historisch ein verlässliches Signal für den richtigen Einstiegszeitpunkt. Genau deshalb greife er selbst jetzt weiter zu, wie er im Gespräch betont.
Niemand kenne die Zukunft, räumt er ein, weitere Rückschläge blieben möglich. Sein Fazit bleibt trotzdem eindeutig: Die Fundamentaldaten hätten sich nicht verändert, und genau das mache die aktuelle Schwäche zu einer Gelegenheit. Welche Titel konkret auf seiner Kaufliste stehen, verrät Krauth in seinem Newsletter Silver Stock Investor. Dort begründet er seine Positionierung im Detail und aktualisiert sie laufend. Der Börsenbrief ist auch auf Deutsch verfügbar unter: https://stocks-to-perform.de/

Der Chart vergleicht die relative Entwicklung von Gold- und Silberminen mit den jeweiligen Edelmetallpreisen. Zuletzt zeigt sich vor allem bei Silberminen eine stärkere Entwicklung gegenüber dem Silberpreis, dieses Verhältnis wertet Peter Krauth als mögliches Einstiegssignal.
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