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Silber eskaliert: Analyst warnt vor historischem Marktbruch!

Der Silbermarkt steht unter Hochspannung. Neue Allzeithochs, eine wachsende Knappheit und massive Risiken im Finanzsystem treiben die Preise in unbekanntes Terrain. Analyst Florian Grummes gibt einen tiefgehenden Einblick in die Kräfte hinter der historischen Rally.

Silberrally und strukturelle Risiken

Florian Grummes stellt fest, dass die Edelmetallpreise stark zugelegt haben. Während Gold zuletzt ein weiteres Hoch bei 4.642 US-Dollar erreicht habe, dominiere Silber klar das Marktgeschehen. Seit Jahresbeginn sei der Preis einer Feinunze Silber um rund 30 Prozent gestiegen und habe mit 93,69 US-Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Grummes warnt, dass sich die Lage am Silbermarkt deutlich zuspitzt. Große Banken hätten in erheblichem Umfang ungedeckte Silber-Derivate ausgegeben. Diese Finanzprodukte stellten bei weiter steigenden Preisen ein erhebliches Risiko dar. Die weltweite Jahresproduktion liege bei rund 800 Millionen Unzen Silber. Demgegenüber stünden Short-Positionen internationaler Banken von etwa 4,4 Milliarden Unzen. Bei einem Silberpreis von rund 90 US-Dollar entspreche dies einer rechnerischen Verpflichtung von etwa 390 Milliarden US-Dollar.

Edelmetall-Aufschläge in China, vom 16. Januar 2026. ©Inproved

Physischer Markt entkoppelt sich vom Papierhandel

Grummes beobachtet eine zunehmende Entkopplung zwischen Papierpreis und realem Marktpreis für physisches Silber. In China werde Silber aktuell zu rund 103,90 US-Dollar je Unze gehandelt. Dieser Preis liege etwa 12 Prozent über dem Referenzpreis der LBMA (London Bullion Market Association). Nach Angaben von Grummes melden Händler deutliche Lieferengpässe und mehrwöchige Verzögerungen. Gleichzeitig gingen Recycling-Mengen stark zurück, da Marktteilnehmer ihr Metall zurückhielten. Die industrielle Nachfrage aus Solarenergie, Halbleiterfertigung und Elektromobilität bleibe hoch und reagiere bislang kaum auf den starken Preisanstieg.

Steigende Silberpreise belasten die Solarindustrie

Grummes macht deutlich, dass insbesondere die Solarbranche unter den steigenden Silberpreisen leidet. Durch die Verdreifachung der Preise innerhalb eines Jahres mache Silber inzwischen rund 29 Prozent der Produktionskosten von Solarmodulen aus. Im Jahr 2023 habe dieser Anteil noch bei etwa 3,4 Prozent gelegen. Die Hersteller stünden damit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Sie müssten deutlich höhere Kosten tragen, während sie gleichzeitig versuchten, sich nach mehr als zwei Jahren hoher Verluste und intensivem Wettbewerb wieder zu stabilisieren.

Silber-Anteil an den Produktionskosten von Solarmodulen, vom 16. Januar 2026. ©Bloomberg

Hinweise auf einen neuen Rohstoff-Superzyklus

Nach Einschätzung von Grummes verdichten sich die Anzeichen für den Beginn eines neuen Rohstoff-Superzyklus. Sollte der Silberpreis erneut über 93 US-Dollar steigen, könnte dies ein sogenanntes Force-Majeure-Ereignis auslösen. Darunter falle die Zahlungsunfähigkeit eines großen Marktteilnehmers mit umfangreichen Short-Positionen. In einem solchen Extremfall würde der Silberpreis nach Ansicht von Grummes innerhalb sehr kurzer Zeit bis auf 150 US-Dollar steigen können.

Zusätzlich verweist Grummes auf eine Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums. Dieses habe finanzielle Mittel für den Bau einer neuen Schmelzanlage zugesagt, die Silber und Metall-Konzentrate verarbeiten solle. Der Staat sichere sich damit einen Anteil von rund 40 Prozent an dem Projekt, nachdem etwa 2 Milliarden US-Dollar zu einem Gesamtvolumen von rund 7 Milliarden US-Dollar beigesteuert worden seien. Die Beteiligung könne darauf abzielen, die Kontrolle über strategisch wichtige Rohstoff-Lieferketten zu stärken.

Aktien gegen Rohstoffe, vom 16. Januar 2026. ©Incrementum

Silber strebt die 100-US-Dollar-Marke an

Aus charttechnischer Sicht beschreibt Grummes eine außergewöhnlich dynamische Aufwärtsbewegung. Seit dem Ausbruch über 50 US-Dollar im Oktober habe Silber nur kurze Rücksetzer gezeigt und den Anstieg anschließend deutlich beschleunigt. Innerhalb von zweieinhalb Monaten habe sich der Preis um mehr als 100 Prozent erhöht.

Grummes betont, der Markt befinde sich in einer extrem überkauften Phase und sei von starker Euphorie geprägt. Dennoch lasse sich bislang kein klares Ende der Bewegung erkennen. Der Silberpreis würde aus seiner Sicht zumindest die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar ansteuern. Darüber hinaus könnte sich die Bewegung in Richtung eines Preisbereichs zwischen 125 und 150 US-Dollar fortsetzen. Für den weiteren Verlauf erklärt Grummes unter 86 US-Dollar würde erhöhte Vorsicht erfordern. Ein Fall unter 80 US-Dollar würde seiner Einschätzung nach den Beginn einer größeren Korrektur anzeigen, deren Ziel im Bereich der stark steigenden 50-Tage-Linie liegen würde.

Silber in US-Dollar, Tageschart vom 16. Januar 2026. ©Gold.de

Quelle: Florian Grummes
Edelmetallexperte und Technischer Analyst
www.goldnewsletter.de
Quelle: GOLD.DE

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