Rohstoffe bleiben knapp: Der nächste Engpass ist bereits programmiert

Der Kupferbranche läuft die Zeit davon
Der durchschnittliche Kupfergehalt bestehender Minen ist seit 1991 um rund 40 Prozent gefallen. Produzenten müssen deshalb immer mehr Gestein bewegen, um dieselbe Menge Metall zu gewinnen. Während der Bedarf steigt, werden Förderung und Erschließung schwieriger. Die Internationale Energieagentur warnt bereits: 2035 könnte die Primärkupferproduktion rund 25 Prozent unter dem benötigten Niveau liegen.
Doch neue Minen lassen sich nicht einfach einschalten. Von allen Kupfervorkommen, die während der vergangenen 35 Jahre entdeckt wurden, entfielen nur fünf Prozent auf das letzte Jahrzehnt. Bis eine Entdeckung tatsächlich produziert, vergehen durchschnittlich 17 Jahre – Tendenz steigend. Die Branche kämpft damit gegen eine Uhr, die längst läuft, während sich der Weg zur nächsten Mine weiter verlängert.

Die Balken zeigen das erwartete Kupferangebot, die Linien den benötigten Bedarf. Ab den 2030er-Jahren wächst die Lücke zwischen Angebot und Bedarf deutlich – ohne neue Minenprojekte droht daher ein zunehmendes Kupferdefizit.
Ein Explorer sucht nahe Sudbury nach der Quelle
Hier rückt Canuc Resources in den Fokus. Rund 20 Kilometer nordöstlich des Sudbury Mining District kontrolliert das Unternehmen ein etwa 20.000 Hektar großes Projektgebiet. Gesucht wird ein IOCG-ähnliches System, also eine großräumige Lagerstätte mit Eisenoxiden, Kupfer und Gold, die zusätzlich Nickel, Kobalt oder Silber enthalten kann. Im Erfolgsfall geht es nicht um eine einzelne Erzader, sondern um mehrere zusammenhängende Mineralzonen, die sich über Kilometer erstrecken und enorme Metallmengen bündeln können.
Im Juni 2026 meldete Canuc in der Glade Area den bislang wichtigsten Bohrtreffer des laufenden Programms. Neben einem hochgradigen Goldabschnitt stieß das Unternehmen auf eine 23 Meter lange polymetallische Zone mit Kupfer sowie erhöhten Gold-, Nickel- und Kobaltwerten. Damit verdichten sich die Hinweise auf ein größeres Metallsystem. Die kommende Exploration muss nun zeigen, ob die einzelnen Zonen tatsächlich zu einer gemeinsamen Quelle gehören.
Frühe Exploration wird zum strategischen Faktor
Die drohende Kupferlücke macht Projekte wie East Sudbury relevant. Selbst eine bedeutende Entdeckung würde nicht kurzfristig zur Mine. Genehmigungen, Finanzierung, Infrastruktur und Bau benötigen Jahre. Genau deshalb beginnt der Kampf gegen die Versorgungslücke nicht 2035, sondern heute.
Canuc steht dabei noch am Anfang. Das geologische Potenzial muss durch weitere Arbeiten bestätigt werden. Gelingt jedoch der Nachweis eines größeren Systems, könnte aus einzelnen Mineralisierungen ein strategisch interessantes Kupferprojekt entstehen.