Nach 60-Dollar-Test: Silberexperte Peter Krauth stockt Positionen auf

Die Konferenz in Sintra
Schauplatz war eine Zentralbanker-Konferenz im portugiesischen Sintra. Dort wollte Kevin Warsh, Chef der US-Notenbank Fed (Federal Reserve), eigentlich Härte zeigen, also eine straffe Geldpolitik mit hohen Zinsen, die die Inflation dämpfen soll. Sein Manuskript hielt fest, die Preise seien noch zu hoch, berichtet Krauth. Doch Warsh räumte auch ein, die Inflationserwartungen und das Inflationsrisiko hätten zuletzt nachgelassen. Das Publikum behielt vor allem diese zurückhaltende Aussage im Gedächtnis. Für Krauth war das der Auslöser für den Preissprung.
Einen Tag später lieferte der Arbeitsmarkt den nächsten Impuls. In den USA entstanden im Juni nur 57.000 neue Stellen, erwartet worden waren rund 115.000, während die Arbeitslosenquote leicht sank. An der Börse gilt dabei eine eigene Logik: Schwächelt die Wirtschaft, wächst die Hoffnung auf sinkende Zinsen. Genau die gelten als günstiges Umfeld für Silber, weil zinslose Edelmetalle im Vergleich zu Sparbuch und Anleihe attraktiver wirken. Warsh bereite den Boden nicht für höhere, sondern für niedrigere Zinsen, so deutet Krauth die Lage.

60-Dollar-Marke
Aufmerksam macht Krauth ein weiteres Detail. Als Silber die runde 60-Dollar-Marke antippte, standen sofort Käufer bereit. Fachleute sprechen von einer Unterstützung, einem Kursniveau, an dem Kaufinteresse einen Rückgang abfängt. Ein ähnliches Bild zeige sich bei den Minenaktien: Der SIL, ein ETF (Exchange Traded Fund) und damit ein börsengehandelter Korb aus Silberminen-Unternehmen, habe seine jüngsten Tiefstände getestet und gehalten.
Das Abwärtsrisiko hält Krauth für überschaubar. In seinem Börsenbrief macht er deutlich, dass er die aktuelle Lage für besonders interessant hält: Aus seiner Sicht könnten sich gerade jetzt attraktive Chancen bei Silber und ausgewählten Silberaktien ergeben. Nach eigenem Bekunden hat er deshalb zuletzt mehrere seiner Silberpositionen aufgestockt. Welche Titel er gekauft hat und wo er derzeit die besten Gelegenheiten sieht, verrät er seinen Lesern im „Der Silber Investor“.
