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Kurzfristig sendet der Goldmarkt keine Signale für einen Preisanstieg

In den westlichen Ländern ist die Nachfrage nach Gold eher schwach und kein Preistreiber.

Für die weitere Entwicklung des Goldpreises sind die Rohstoffexperten der Commerzbank nur verhalten optimistisch, denn die fundamentale Lage am Goldmarkt lässt derzeit keine Entwicklungen erkennen, die den Goldpreis in der zweiten Hälfte des Jahres stark ansteigen lassen könnte.

Mit einer ersten Zinssenkung in den USA rechnen die Marktteilnehmer nun erst zum Ende des Jahres. Niedrigere Zinsen fallen als möglicher Preistreiber damit zunächst aus. Auch die Nettopositionen der Spekulanten an den Terminmärkten deuten kurzfristig nicht auf eine schnelle Verbesserung der Lage hin.

Noch sind die spekulativen Anleger eher Long, also auf steigende Goldpreise hin positioniert. Dabei sind ihre Netto-Long-Positionen in der letzten Berichtswoche auf das höchste Niveau seit dem Frühjahr 2020 angestiegen. Da diese Marktteilnehmer sehr prozyklisch handeln, erwächst dem Goldpreis an dieser Stelle keine Unterstützung, denn oft lagen die spekulativen Anleger mit ihren Positionen am Terminmarkt falsch.

Die Gold-ETFs verzeichnen wieder Abflüsse

Auch die physische Goldnachfrage ist in den vergangenen Wochen im Zuge der beständig ansteigenden Preise deutlich zurückgekommen. Ein wichtiger Indikator sind an dieser Stelle die Zu- oder Abflüsse aus den großen Gold-ETFs. In den ersten Monaten des Jahres waren hier deutliche Abflüsse zu verzeichnen. Erst Ende Mai stabilisierte sich die Lage wieder, sodass die großen Fonds kurzzeitig wieder Zuflüsse verzeichnen konnten.

Doch auch diese Entwicklung ist nicht von Dauer, denn zuletzt meldeten die Gold-ETFs wieder Abflüsse, womit die negative Haltung der Privatanleger zum Gold wieder die Oberhand gewann. Starke Impulse dürfen die Goldbugs zumindest kurzfristig von den mit physischem Gold hinterlegten Fonds daher momentan nicht erwarten.

Auch die asiatischen Käufer üben derzeit eine gewisse Zurückhaltung. Sie lässt sich an den Schweizer Goldexporten sehr gut ablesen. Wie die Zollverwaltung des Landes mitteilte, gingen die Goldexporte der Schweiz im Mai auf 103,4 Tonnen zurück und erreichten damit das niedrigste Niveau seit September 2023.

Die westlichen Käufer können das Fehlen der asiatischen Käufer nicht ausgleichen

Nicht verändert haben sich im Vergleich zum April die Exporte nach China. Sie lagen bei 36,2 Tonnen. Allerdings gingen die Goldexporte nach Hongkong auf nur noch 1,5 Tonnen zurück. Die chinesischen Einfuhren machen damit deutlich, dass die Goldnachfrage auch trotz des hohen Preisniveaus immer noch anhält. Eine besonders starke Nachfrage, die auf Dauer preistreibend wirken könnte, ist aber auch nicht zu erkennen.

Auch nach Indien, einem weiteren wichtigen Abnehmer für Gold, lieferten die Schweizer Exporteure im Mai deutlich weniger Gold, denn die Ausfuhr verringerte sich mit einem Rückgang auf nur noch 14 Tonnen merklich. Insgesamt fiel der asiatische Raum im Mai damit als Käufer im großen Stil aus.

Obwohl die Goldausfuhren der Schweiz nach Großbritannien sich im Mai vervierfachten, konnte die Goldnachfrage aus den westlichen Ländern die schwächere Kaufneigung in Asien nicht ausgleichen. Bei der Bewertung der britischen Goldkäufe ist zudem anzumerken, dass sich die beeindruckende Vervierfachung von einem sehr niedrigen Niveau aus vollzogen hat.

In den ersten fünf Monaten des Jahres exportierte die Schweiz mehr Gold nach Asien und weniger Gold in die westlichen Staaten

Die türkische Goldnachfrage lag mit 9,4 Tonnen leicht unter dem Ergebnis vom Vormonat. Auch die deutschen Privatanleger zeichnen sich derzeit nicht als besonders eifrige Goldkäufer aus. Starke Impulse darf der Goldpreis von dieser Seite daher nicht erwarten. Symptomatisch für die aktuelle Lage sind an dieser Stelle die Goldlieferungen der Schweiz in die USA. Sie blieben im Mai mit lediglich einer Tonne auch weiterhin vernachlässigbar.

Unter dem Strich ergibt sich damit für die ersten fünf Monate des Jahres 2024 nur ein durchwachsenes Bild. Während die Schweizer Goldexporte nach China um elf Prozent und die nach Indien um 15 Prozent anstiegen, gingen die Lieferungen in die Türkei um 67 Prozent und die in die USA sogar um 90 Prozent zurück.

Beide Entwicklungen glichen sich damit mehr oder weniger aus. Die Experten der Commerzbank sehen daher keine Gründe, um aus der jüngsten Entwicklung der Goldnachfrage der Privatanleger Beweggründe für einen kräftigen Preisanstieg beim Gold abzuleiten.

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