Kupfer auf Rekordhoch: Warum neue Minen trotzdem fehlen

Selbst der Rekordpreis löst das Problem nicht
Kupfer war Anfang 2026 so teuer wie nie zuvor. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur stieg der Preis zeitweise auf mehr als 6,50 US-Dollar je Pfund. Eigentlich müsste ein solcher Rekord eine Welle neuer Minen auslösen. Doch genau das passiert nicht schnell genug.
Eine Kupfermine lässt sich nicht wie eine Fabrikhalle bestellen. Zuerst muss das Vorkommen entdeckt und durch Tausende Bohrmeter untersucht werden. Danach folgen Ressourcenschätzung, Metallurgietests, Wirtschaftlichkeitsstudien, Finanzierung, Genehmigungen und Bau. Von der Entdeckung bis zur Produktion vergehen laut IEA im Durchschnitt rund 17 Jahre. Der Markt braucht Kupfer heute, viele neue Projekte könnten es aber erst im nächsten Jahrzehnt liefern.

Die besten Lagerstätten werden immer seltener
Hinzu kommt ein zweites Problem. Der durchschnittliche Kupfergehalt aktiver Minen ist seit 1991 um rund 40 Prozent gefallen. Unternehmen müssen dadurch mehr Gestein bewegen, zerkleinern und verarbeiten, um dieselbe Menge Kupfer zu gewinnen. Das erhöht Kosten, Energieverbrauch und technische Risiken.
Gleichzeitig werden nur wenige große Lagerstätten entdeckt. Von allen Kupfervorkommen, die in den vergangenen 35 Jahren gefunden wurden, entfielen laut IEA lediglich fünf Prozent auf das jüngste Jahrzehnt. Die Branche lebt damit zunehmend von alten Entdeckungen, während Stromnetze, Elektroautos, Rechenzentren und erneuerbare Energien immer mehr Kupfer benötigen. Der Preis kann steigen. Neue Lagerstätten entstehen dadurch nicht.
Bis 2035 könnte jede vierte Tonne fehlen
Die Folgen reichen weit über den Bergbau hinaus. Die IEA erwartet auf Grundlage der bekannten Projektpipeline für 2035 eine mögliche Versorgungslücke von rund 25 Prozent. Vereinfacht gesagt: Von vier benötigten Tonnen Kupfer könnte eine fehlen, wenn Projekte nicht rechtzeitig entwickelt und neue Vorkommen nicht erschlossen werden.
Das macht Kupferprojekte strategisch wertvoll, lange bevor sie tatsächlich produzieren. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Kupfer im Boden liegt. Wichtig ist auch, wie weit ein Projekt untersucht wurde, ob die Lagerstätte wachsen kann und ob daraus technisch und wirtschaftlich eine Mine entstehen könnte. An diesem Punkt kommt Prospect Resources ins Spiel.

Prospect grenzt 877.000 Tonnen Kupfer ab
Das Mumbezhi-Projekt von Prospect Resources liegt im zentralafrikanischen Kupfergürtel im Nordwesten Sambias. Nach Unternehmensangaben umfasst die aktuelle Mineralressource 208,1 Millionen Tonnen Gestein mit durchschnittlich 0,42 Prozent Kupfer. Darin sind rund 877.000 Tonnen Kupfer enthalten.
Mehr als 40 Prozent der Ressource wurden bereits als „Indicated“ eingestuft. In dieser Kategorie ist das geologische Vertrauen höher als bei einer lediglich geschlussfolgerten Ressource. Prospect hält 90 Prozent an dem 356 Quadratkilometer großen Projekt. Zwei großflächige Bergbaulizenzen decken das Gebiet ab, doch weitere Studien bleiben notwendig.

Jetzt beginnt der entscheidende Teil
Prospect treibt 2026 ein rund 26.000 Meter umfassendes Bohrprogramm voran. Das Unternehmen will bekannte Bereiche erweitern und zusätzliche Ziele untersuchen. Jeder neue Treffer kann das geologische Bild verbessern. Entscheidend wird jedoch sein, ob sich genügend Kupfer mit vertretbaren Investitions- und Betriebskosten gewinnen lässt.
Eine Mineralressource ist noch keine Mine. Doch genau darin liegt laut Prospect-CEO Sam Hosack das Potenzial von Mumbezhi: Das Vorkommen ist bereits groß, während weitere Bohrungen seine Dimension noch einmal verändern könnten. Jetzt muss Prospect zeigen, wie wirtschaftlich sich das Kupfer tatsächlich fördern lässt. Warum das Projekt ausgerechnet in einem Markt mit Rekordpreisen und fehlenden neuen Minen immer wichtiger wird, erklärt Hosack im Interview.
