Kommt jetzt die nächste Gold-Explosion? Deshalb halten Analysten 4.400 $ für möglich

Die Charttechnik spricht eine klare Sprache
Anleger und Analysten richten ihren Blick derzeit auf ein sogenanntes Dreiecksmuster im Goldchart. Diese Formation entsteht, wenn die Kursschwankungen immer enger werden - ein Zeichen, dass der Markt auf einen Ausbruch zusteuert. Das Besondere: Die vorausgegangene Rally von Januar bis April betrug rund 900 Dollar. Laut der in der Chartanalyse häufig genutzten "measured move"-Methode könnte ein Ausbruch aus dem aktuellen Muster zu einem ähnlich starken Preisanstieg führen. Das Kursziel läge dann bei rund 4.400 Dollar. Auch große US-Banken wie JPMorgan und Goldman Sachs halten einen Goldpreis von über 4.000 Dollar in den kommenden Jahren für möglich. Selbst frühere Pessimisten wie die Citi Group sind Berichten zufolge bullish geworden.

Chartmuster aus dem Lehrbuch: „Cup and Handle“ als Startsignal
Ein weiteres Argument für ein Kursziel von 4.400 Dollar liefert die Charttechnik: Im März 2024 ist Gold aus einer sogenannten "Cup and Handle"-Formation ausgebrochen, ein Muster, das bereits seit 2011 gereift ist. In der technischen Analyse gilt diese Formation als verlässlicher Hinweis auf einen bevorstehenden, meist lang anhaltenden Aufwärtstrend. Fachleute aus dem Bereich Chartanalyse betonen, dass gerade langfristige Formationen wie diese ein erhebliches Potenzial für starke Kursbewegungen bieten. Auch Analysten wie Jesse Colombo sehen in der außergewöhnlichen Dauer und Größe dieses Musters eine deutliche Signalwirkung für einen möglicherweise noch Jahre andauernden Bullenmarkt. Historisch betrachtet dauerten Goldbullenmärkte oft zehn Jahre oder länger, wie bereits die große Hausse der 2000er Jahre gezeigt hat.

Fed-Zinswende und Geldschwemme
Neben der Technik sprechen auch die Fundamentaldaten für einen baldigen Anstieg. Der US-Arbeitsmarkt zeigt Schwächen, die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Federal Reserve ist sprunghaft gestiegen. Schwache Arbeitsmarktdaten und sinkende Zinsen schwächen in der Regel den Dollar und das spielt Gold in die Karten. Gleichzeitig wächst laut Analysten die US-Geldmenge (M2) so stark wie seit Jahren nicht mehr: Seit Ende 2023 ist sie um 1,36 Billionen Dollar gestiegen. Höhere Geldmengen gelten als Haupttreiber für Inflation, gegen die Gold als sicherer Hafen gilt.

Rekordnachfrage seit der Pandemie
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Nachfrage der Zentralbanken. Seit Beginn der Corona-Pandemie kaufen sie Gold in Rekordmengen. 2022, 2023 und 2024 lagen die weltweiten Käufe jeweils bei über 1.000 Tonnen pro Jahr, doppelt so viel wie im Durchschnitt der Jahre zuvor. Experten zufolge diversifizieren die Zentralbankenihre Reserven und setzen verstärkt auf Gold, um sich gegen Inflation und Währungsrisiken abzusichern. Dieser Trend könnte in immer unsichereren Zeiten sowie in einer volatilen Welt mit immer mehr Konflikten anhalten.
Kapitalrotation: Wenden sich Investoren von Aktien ab?
Am Aktienmarkt mehren sich die Warnzeichen. Die Bewertungen sind extrem hoch, der von Warren Buffett bevorzugte "Buffett-Indikator" (das Verhältnis von Börsenwert zu Wirtschaftsleistung) liegt deutlich über den historischen Durchschnittswerten. Die letzten Male, als der Indikator so hohe Werte erreichte, folgten scharfe Korrekturen. In solchen Phasen flüchten Anleger häufig in Gold. Der Dow-Gold-Ratio, ein langfristiges Verhältnis von Aktien zu Gold, signalisiert laut Charttechnikern bereits eine Trendwende zugunsten des Edelmetalls.

Rekordmargen lassen Goldminenbetreiber glänzen
Die Gewinnspanne für Goldminen ist aktuell so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Mit Produktionskosten von rund 1.533 Dollar je Unze und einem Goldpreis von über 3.300 Dollar bleibt den Unternehmen ein seltener Spielraum. Diese Entwicklung stärkt die finanzielle Lage der Mining-Branche und lässt Goldminen direkt vom aktuellen Hoch am Goldmarkt profitieren.
Interessant ist, dass auch Projekte, die noch gar nicht in der Produktion sind, vom Preisanstieg profitieren können. Ein Beispiel dafür ist Sonoro Gold. Die Aktie des Unternehmens hat sich in den vergangenen Monaten positiv entwickelt und liegt derzeit ca. 0,175 CAD. Nach Angaben des Unternehmens rückt der Schritt vom Explorer zum Produzenten immer näher. Grundlage dafür sind die kürzlich gesicherte 25-jährige Vereinbarung über Oberflächenrechte sowie das laufende Genehmigungsverfahren für die Umweltverträglichkeitsprüfung (MIA).
Sonoro Gold sieht sich selbst an einem entscheidenden Punkt in der Unternehmensentwicklung. Das Vorzeigeprojekt Cerro Caliche umfasst laut Unternehmensangaben bereits über 440.000 Unzen Gold und bietet darüber hinaus weiteres Potenzial von bis zu 285.000 Unzen, wobei bislang erst etwa 30 Prozent des gesamten Projektgebiets systematisch erkundet wurden. Die aktuell vorliegende Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) weist einen Netto-Barwert von 77 Millionen US-Dollar aus und das auf Basis eines deutlich niedrigeren Goldpreises als heute. Das Unternehmen setzt große Erwartungen in die bevorstehende Aktualisierung der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Bei einem aktuellen Goldpreis von über 3.300 Dollar je Unze, so das Management, könnte sich das wirtschaftliche Potenzial des Projekts deutlich erhöhen und dem gesamten Unternehmen zusätzlichen Schwung verleihen.

