Goldminen 2025: Beginnt jetzt das profitabelste Jahrzehnt aller Zeiten?

Gewinnspannen wie seit Generationen nicht mehr
Ein Blick auf die 50 größten nordamerikanischen Minengesellschaften offenbart ein Bild, das in dieser Form einzigartig ist. Die All in Sustaining Costs AISC, also die Gesamtkosten zur Aufrechterhaltung der Produktion, liegen im Median deutlich unterhalb von 1.400 US Dollar pro Unze. Gleichzeitig notiert Gold seit Monaten über 3.000 US Dollar. Damit ergibt sich für die Produzenten ein Gewinn von rund 1.600 US Dollar je Unze, was einer Marge von etwa 53 Prozent entspricht. Diese Gewinnspanne ist laut vielen Analysten ein Novum der jüngeren Geschichte.

"Wir erleben eine Profitabilität, wie sie seit den 1970er Jahren nicht mehr existierte", erklärt Tavi Costa, Portfoliomanager bei Crescat Capital. Diese außergewöhnliche Marge könnte laut dem Analysten den Startpunkt für einen neuen Superzyklus markieren, mit positiven Effekten für Investoren, Unternehmen und rohstoffabhängige Volkswirtschaften.
Royalty- und Streaming-Gesellschaften als zweite Säule des Booms
Der aktuelle Aufschwung im Goldsektor beschränkt sich nicht nur auf die großen Produzenten. Auch die Royalty- und Streaming-Unternehmen melden Ergebnisse, die nach Ansicht vieler Analysten einen Wendepunkt markieren. Diese Gesellschaften unterscheiden sich grundlegend von klassischen Minenbetreibern: Sie finanzieren Projekte im Voraus und sichern sich im Gegenzug Anteile an der künftigen Produktion - entweder in Form von Lizenzgebühren oder Streams, also der Lieferung von Metallen zu einem fest vereinbarten Preis. Damit sind sie weder direkt den Risiken steigender Löhne oder Energiepreise ausgesetzt, noch müssen sie die komplexe operative Verantwortung einer Mine tragen.
Frank Holmes ist Analyst und Fondsmanager. Er ist CEO und Chief Investment Officer von U.S. Global Investors. Laut ihm zeigt sich gerade jetzt, wie robust dieses Modell ist. In einer Zeit mit Inflation, geopolitischen Spannungen und einem schwankenden Konjunkturausblick liefern Royalty- und Streaming-Firmen Rekordzahlen. Holmes erklärt, dass Gold in einem unsicheren Umfeld einmal mehr seine Stärke beweist. Die Royalty- und Streaming-Gesellschaften seien diejenigen, die diese Entwicklung am effizientesten in stabile Gewinne umwandeln. Für Investoren ist das aus seiner Sicht ein wichtiges Signal. Die Basis des Goldsektors ist heute breiter aufgestellt als in früheren Zyklen. Nicht nur die Produzenten, sondern auch die Finanzierer des Minensektors schreiben Rekorde.
Kommt jetzt das große Geld?
Rick Rule, eine Legende im Rohstoffsektor und langjähriger Präsident von Sprott U.S. Holdings, sieht den Edelmetallsektor an einem Wendepunkt. Für ihn ist die Entwicklung eindeutig: Das große Kapital ist im Markt angekommen. Während Finanzierungen im Minensektor vor einigen Jahren oft nur mit Mühe zustande kamen, erlebt die Branche heute überzeichnete Platzierungen. Selbst erfahrene Akteure wie Eric Sprott oder Rule selbst stoßen inzwischen an Grenzen bei der vollständigen Teilnahme, ein Hinweis darauf, wie stark die Nachfrage nach Engagements in Gold- und Silberprojekten gewachsen ist.
In Rules Einschätzung verändert dieser Zustrom institutioneller Gelder die Spielregeln. Der Markt ist nicht länger nur das Terrain spezialisierter Investoren, sondern zieht zunehmend große Adressen an, die gezielt nach Rendite und Inflationsschutz suchen. Das verschafft dem Sektor eine neue Stabilität und eröffnet Chancen, Projekte voranzutreiben, die früher aus Finanzierungsgründen blockiert waren. Für Rule ist klar: Der Edelmetallsektor entwickelt sich vom Nischeninvestment zu einem wichtigen Anziehungspunkt im globalen Kapitalmarkt.
Mining-Branche im Aufbruch?
Der anhaltend starke Goldpreis über der Marke von 3.000 US-Dollar pro Unze schafft die Basis für außergewöhnliche Margen und zieht immer mehr Kapital in den Sektor. Davon profitieren nicht nur Schwergewichte wie Newmont oder Agnico Eagle, sondern zunehmend auch kleinere Gesellschaften.
Ein Beispiel ist Heliostar Metals, dass die Goldproduktion in der San-Agustin-Mine bereits im vierten Quartal 2025 wieder anlaufen soll. Das Unternehmen plant, in der ersten Phase in der sogenannten Corner Area rund 45.000 Unzen Gold zu fördern. Bei einem angenommenen Goldpreis von 3.000 US-Dollar pro Unze rechnet Heliostar mit einem möglichen Cashflow von etwa 40 Mio. US-Dollar allein aus diesem Bereich. Laut technischem Bericht liegt der Nachsteuer-Nettobarwert (NPV) bei 35,3 Mio. US-Dollar, die interne Verzinsung (IRR) bei 548 Prozent und die Amortisationszeit bei nur 0,2 Jahren. Die geplanten All-in Sustaining Costs (AISC) betragen rund 1.990 US-Dollar pro Unze. Mit liquiden Mitteln in Höhe von etwa 40 Mio. US-Dollar und vorhandener Infrastruktur sieht sich Heliostar bestens gerüstet, den Neustart effizient umzusetzen und die Mine zu einem zentralen Wachstumstreiber auszubauen. Zugleich ist San Agustin nur eines von drei Schlüsselprojekten, mit denen sich das Unternehmen langfristig als Mid-Tier Produzent etablieren möchte.

GoGold Resources zeigt eindrucksvoll, wie stark die Dynamik im Silberbereich sein kann. Nach Angaben des Managements von GoGold Resources konnte das Unternehmen im jüngsten Quartal einen Umsatzsprung auf 17,7 Mio. US-Dollar erzielen und einen Nettogewinn von 8,2 Mio. US-Dollar verbuchen. Die All-in Sustaining Costs lagen laut Unternehmensangaben bei lediglich 22,78 US-Dollar pro Silberäquivalent-Unze. Das Management betont, dass das Parral-Projekt kontinuierlich stabile Einnahmen liefert, während Los Ricos mit einer Liquidität von 139 Mio. US-Dollar konsequent vorangetrieben wird. Als entscheidenden nächsten Schritt nennt das Management die noch ausstehende Minenlizenz, die den Übergang in die Produktionsphase ermöglichen und das Wachstum nachhaltig absichern soll.

