Goldman verzockt sich brutal? Hedgefonds verlieren 90 %

Kupfer: Von Top Wette zum Fiasko in 24 Stunden
In einer Telefonkonferenz empfahl die Investmentbank Goldman Sachs, laut einem Bericht von Bloomberg, ihren Hedgefonds-Kunden, massiv auf steigende Kupferpreise in den USA zu setzen. Man war überzeugt, dass US-Präsident Donald Trump eine Strafzollwelle von 50 % auf Kupferimporte lostreten würde und riet zum Kauf von Optionen, die auf genau dieses Szenario spekulierten.
Doch es kam anders. Zwar verkündete Trump am folgenden Tag tatsächlich einen 50-Prozent-Zoll, doch die raffinierten Vormaterialien, auf die sich der Handel primär stützt, wurden explizit ausgenommen. Dazu zählen Kupferkathoden, Kupfererze und -konzentrate - also genau jene Produkte, die an den Terminmärkten gehandelt werden. Der Schock war groß: Der Kupferpreis in New York brach binnen Stunden um 22 % ein - ein Rekordsturz.
Laut einem Bericht von Bloomberg lag nicht nur Goldman falsch. Auch Citigroup hatte kurz zuvor noch ihren Kunden geraten, auf die Preisdifferenz zwischen dem New Yorker COMEX-Markt und der Londoner Metallbörse (LME) zu wetten. Begründung: Die US-Zölle würden die US-Preise weiter vom Weltmarkt abkoppeln. Stattdessen kam der Schock und massive Verluste von über 90% auf allen Seiten. Goldmans optimistische Wette ging damit komplett nach hinten los. In einer internen E-Mail an Kunden hieß es nur lapidar: "No copper tariff. Mea Culpa." (zu Deutsch: „Kein Kupferzoll. Mein Fehler.“)

Wenn die Großen irren
Dass gleich mehrere führende Banken so spektakulär danebenlagen, zeigt: Die Märkte sind von politischer Unberechenbarkeit und spekulativen Scheinwelten geprägt. Immer häufiger wird nicht mehr mit echten Rohstoffen, sondern mit reinen Papierkontrakten gehandelt. Beim Gold liegt das Verhältnis von Papierkontrakten zu tatsächlich verfügbarem physischem Metall inzwischen bei rund 135 zu 1.
Preisschwankungen entstehen dadurch oft völlig losgelöst von realer Verfügbarkeit. Es zählt nicht, wie viel Kupfer oder Gold tatsächlich existiert - sondern, was Händler erwarten, dass andere erwarten. Dieses fragile System funktioniert nur, solange das Vertrauen in die Papiermärkte anhält.
Doch was, wenn dieses Vertrauen bricht? Wenn plötzlich klar wird, dass physische Ressourcen in Wahrheit knapper, kontrollierter oder schlichtweg schwerer zugänglich sind als gedacht? Dann könnten sich die Preise für reale Rohstoffe schlagartig und dauerhaft auf einem höheren Niveau stabilisieren - nicht durch Spekulation, sondern durch fundamentale Knappheit und geopolitische Relevanz. Dass sich diese Erkenntnis langsam durchsetzt, zeigt ein bemerkensamer Strategiewechsel bei einer Bank, die lange Zeit eher als Gold-Skeptiker galt: Citigroup.
Citi: Vom Gold-Zweifler zum Gold-Bulle
Lange galt Citigroup als zurückhaltend bei Gold. Mit ihrer Prognose vom Frühjahr 2025, der Goldpreis könne bis 2026 auf 2.500 bis 2.700 US-Dollar je Unze fallen, schockte die Bank damals Teile der Finanzmedien. Trotz kurzfristiger Stabilisierung über 3.000 USD rechnete das Analystenteam um Max Layton mit sinkender Investmentnachfrage, einer sich erholenden Weltkonjunktur und möglichen Zinssenkungen. Nun die Kehrtwende: Am 4. August hob Citi das Dreimonatsziel auf 3.500 USD an, mit möglichem Anstieg bis 3.600 USD. Als Gründe nennt man geopolitische Spannungen, anhaltende Inflation, schwächere US-Daten und eine über 30 Prozent gestiegene physische Goldnachfrage seit 2022.
Doch genau diese Faktoren lagen bereits bei der früheren Prognose vor. Citis Begründung wirkt rückwirkend inkonsequent, weniger eine neue Lage als ein verspätetes Eingeständnis. Nicht die Fakten haben sich radikal geändert, sondern die Perspektive der Analysten. Trotzdem zeigt der Kurswechsel: Selbst etablierte Skeptiker müssen Gold nun wieder ernst nehmen, als Krisenindikator, Inflationsschutz und politische Währung des Misstrauens.
Echte Ressourcen sind endlich
Im Gegensatz zu Papiergold, Finanzderivaten oder Fiat Währungen lassen sich physische Rohstoffe nicht beliebig vermehren. Gold, Silber, Kupfer & Co. existieren nur in begrenzter Menge - ihr tatsächliches Vorkommen ist geologisch limitiert. Neue Ressourcen entstehen nicht durch Knopfdruck, sondern nur durch aufwendige Exploration und Förderung. Das macht Minenunternehmen zum entscheidenden Glied in der Versorgungskette. Während virtuelle Märkte täglich Milliardenwerte hin und her bewegen, bleibt die reale Verfügbarkeit der Rohstoffe knapp und damit ein potenzieller Engpass in einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen.
Ein Unternehmen, das im aktuellen Rohstoffumfeld hervorsticht, ist Metallic Minerals mit seinem La Plata Projekt in Colorado. Dort lagern laut Unternehmensangaben bereits rund 1,21 Milliarden Pfund Kupfer, genug um den gesamten Jahresbedarf Indiens zwei Jahre lang zu decken. Und das sei laut Management erst der Anfang. Bislang wurde nur ein kleiner Teil des Gebiets erkundet, doch über 25 weitere potenzielle Porphyrziele seien bereits identifiziert.
Unterstützt wird MMG dabei von Newmont, dem weltweit führenden Goldproduzenten, der 9,5 Prozent am Unternehmen hält und laut Metallic Minerals aktiv technisches Know-how in die Projektentwicklung einbringt. Laut dem Management handelt es sich bei La Plata nicht um ein gewöhnliches Explorationsprojekt, sondern um ein Vorkommen mit möglicher strategischer Bedeutung für die künftige Rohstoffversorgung der USA, in einem Markt, der physische Ressourcen immer stärker in den Mittelpunkt rückt.

Mehr dazu im Interview mit Greg Johnson!
