Gold vor neuem Rekordlauf: UBS sieht 5.000 Dollar in Reichweite

Gold legt in einer Woche mehr als fünf Prozent zu
Der Goldpreis stieg vergangene Woche um rund 244 Dollar oder 5,6 Prozent und beendete die Woche bei etwa 4.624 Dollar je Unze. Damit setzte sich die kräftige Erholung der vergangenen Wochen fort. Unterstützung kam vom schwächeren Dollar, neuen ETF-Zuflüssen und zunehmenden Sorgen über die US-Staatsfinanzen. Bemerkenswert ist, dass Gold zuletzt zeitweise auch bei steigenden Anleiherenditen zulegen konnte. Das deutet darauf hin, dass derzeit nicht allein die Aussicht auf niedrigere Zinsen, sondern auch Zweifel an der Stabilität des Dollars und der amerikanischen Finanzlage den Preis treiben.
Sinkende Realzinsen könnten Gold neu entfachen
Die UBS rechnet damit, dass sich die Inflation schrittweise abschwächt. Dadurch könne die US-Notenbank ihre Leitzinsen 2026 zunächst stabil halten und 2027 wieder mit Zinssenkungen beginnen. Fallen die erwarteten Realzinsen, also die Zinserträge nach Abzug der Inflation, werde unverzinstes Gold im Vergleich attraktiver.
Gleichzeitig dürften niedrigere Zinserwartungen den US-Dollar belasten und die Nachfrage von Investoren stärken. Da Gold international überwiegend in Dollar gehandelt wird, verbilligt ein schwächerer Greenback das Edelmetall für Käufer aus anderen Währungsräumen. Diese Kombination könnte den nächsten Preisschub auslösen.
Der Dollar zeigt strukturelle Schwächen
Kurzfristig könne sich die amerikanische Währung laut UBS noch widerstandsfähig zeigen. Mittelfristig sprächen jedoch das hohe US-Haushaltsdefizit, das außenwirtschaftliche Ungleichgewicht und die bereits umfangreichen Dollarpositionen vieler Investoren für erneuten Abwertungsdruck.
Hinzu kommt der Wunsch zahlreicher Staaten, ihre Reserven stärker zu diversifizieren und die Abhängigkeit von Dollarwerten zu reduzieren. Historisch habe ein schwächerer Dollar den Goldpreis häufig unterstützt. Sollte dieser Prozess an Tempo gewinnen, könnte Gold weit mehr als nur ein Inflationsschutz sein.
Zentralbanken kaufen Hunderte Tonnen
Die stärkste Absicherung nach unten liefern weiterhin die Zentralbanken. Im zweiten Quartal kauften sie insgesamt 289 Tonnen Gold. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die UBS Erwerbungen zwischen 750 und 1.000 Tonnen, getragen vom langfristigen Ziel vieler Staaten, ihre Dollarbestände zu verringern.
Diese Nachfrage dürfte allein keinen explosionsartigen Preisanstieg auslösen. Sie könne jedoch den Markt stabilisieren und schwächere Bereiche wie die Schmucknachfrage ausgleichen. Selbst wenn private Anleger zögern, bleibt damit ein mächtiger Käuferkreis aktiv. Wie tief kann Gold unter diesen Bedingungen überhaupt noch fallen?
Rücksetzer könnten zur entscheidenden Chance werden
Die UBS rät dazu, kurzfristige Kursschwankungen vom langfristigen Anlageargument zu trennen. Rückgänge in Richtung 4.000 Dollar oder darunter könnten sich demnach als Gelegenheit erweisen, eine strategische Position aufzubauen. Für Anleger mit Interesse an Sachwerten hält die Bank weiterhin einen Goldanteil im mittleren einstelligen Prozentbereich eines breit gestreuten Portfolios für angemessen.
Dabei bleibt eine auffällige Spannung: Ende Mai hatte die UBS ihr Kursziel für Ende 2026 wegen hoher Anleiherenditen und Dollarstärke von 5.900 auf 5.500 Dollar gesenkt. Nun sieht sie Gold im ersten Halbjahr 2027 in Richtung 5.000 Dollar steigen. Die Botschaft ist dennoch eindeutig: Der Weg bleibt unruhig, doch Realzinsen, Dollarentwicklung und Zentralbankkäufe könnten Gold dauerhaft auf hohem Niveau halten.
Heliostar profitiert bereits vom hohen Goldpreis
Für Produzenten wie Heliostar Metals wird ein dauerhaft hoher Goldpreis unmittelbar in den operativen Zahlen sichtbar. Nach Angaben des Unternehmens erreichte Heliostar im zweiten Quartal 2026 mit 14.803 Unzen Gold einen Produktionsrekord, erzielte 56,5 Millionen US-Dollar Umsatz und verfügte zum Quartalsende über 43 Millionen US-Dollar Cash bei gleichzeitig null Schulden. Die Jahresprognose von 50.000 bis 55.000 Unzen Gold wurde bestätigt. Gleichzeitig treibt das Unternehmen Ana Paula voran, wo eine Machbarkeitsstudie für das zweite Quartal 2027 vorgesehen ist. Auch die Aktie spiegelt die neue Dynamik wider: Bei zuletzt 2,32 CAD notiert HSTR rund 78 % über dem 52-Wochen-Tief von 1,30 CAD, aber noch etwa ein Drittel unter dem Hoch von 3,47 CAD. Der nächste Prüfpunkt ist das angekündigte Ana-Paula-Entwicklungsupdate im dritten Quartal 2026.

