Gold-Rennen eskaliert: China könnte die USA bald überholen

Chinas Goldschatz könnte viel größer sein
China könnte nach Berechnungen von BMO Capital Markets bereits rund 30.000 Tonnen Gold besitzen. Dazu zählen staatliche Reserven, Schmuck und Anlagegold. Das wären etwa 13 Prozent des weltweit oberirdisch verfügbaren Goldes. Die USA kommen Schätzungen zufolge auf rund 15 Prozent.
Besonders brisant ist die Rolle der Zentralbank. BMO schätzt ihre Bestände auf rund 5.200 Tonnen. Offiziell liegen sie deutlich niedriger. Zugleich soll China inzwischen rund ein Drittel der weltweiten Goldnachfrage antreiben. Damit wird aus einem Käufer ein Machtfaktor.

Weitere Käufe könnten den Abstand schließen
Bleibt das Tempo hoch, könnte Chinas Zentralbank in den nächsten zwei bis fünf Jahren weitere 2.500 bis 3.000 Tonnen Gold kaufen. Damit würde sie sich den US-Reserven weiter annähern. Bei der gesamten Goldmenge könnte China die USA sogar früher überholen.
Zuletzt nutzte die Zentralbank fallende Preise offenbar gezielt für Zukäufe. Im vergangenen Monat kamen demnach 15 Tonnen hinzu. Das wäre der größte monatliche Erwerb seit Oktober 2023. Der Rücksetzer am Markt wurde damit nicht zur Bremse, sondern zur Kaufchance.
Die Preisbildung verschiebt sich nach Osten
Parallel baut China seine Handelsinfrastruktur aus. Hongkong soll als internationaler Goldplatz gestärkt und enger mit der Shanghai Gold Exchange verbunden werden. Damit entsteht mehr als nur ein neuer Handelskanal.
Wächst die Liquidität im Terminhandel und im außerbörslichen Geschäft, könnte sich langfristig ein größerer Teil der weltweiten Goldpreisbildung nach China verlagern. Für den Goldmarkt wäre das ein Machtwechsel in Zeitlupe: weniger London und New York, mehr Shanghai und Hongkong.
Am Ende geht es nicht nur um Tonnen. Es geht um Kontrolle. Wer Gold kauft, sammelt Sicherheit. Wer den Handel lenkt, gewinnt Einfluss. China arbeitet offenbar an beidem. Mehr dazu haben wir bereits im Artikel „Chinas Gold-Coup: Wackelt jetzt die Macht des Dollars?“ dargestellt.
Zentralbanken könnten Gold weiter befeuern
Wenn Zentralbanken ihre Goldkäufe weiter ausbauen, könnte das den Goldpreis länger auf hohem Niveau halten oder sogar erneut antreiben. Gerade für wachstumsstarke Goldproduzenten wäre das ein entscheidender Hebel: Jede zusätzliche Unze aus bestehenden oder neuen Minen würde bei hohen Preisen deutlich mehr Gewicht bekommen.
Laut Unternehmen sieht Heliostar genau darin seine Chance. CEO Charles Funk will den Konzern bis 2030 zu einem Mid-Tier-Produzenten mit mehr als 500.000 Unzen Jahresproduktion ausbauen. Steigende Goldpreise, laufender Cashflow und mehrere Entwicklungsprojekte könnten diesen Plan beschleunigen. Aus einem günstigen Minenkauf würde dann mehr als ein Turnaround werden: der mögliche Aufbau eines neuen mexikanischen Goldproduzenten.