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FED-Chef gibt auf? Hat Trump jetzt endgültig gewonnen?

Die US Notenbank hat in Jackson Hole eine neue geldpolitische Strategie vorgestellt. Doch statt Aufbruch herrscht Ernüchterung: Die Federal Reserve verzichtet auf ambitionierte Reformen und droht damit nicht nur ihre eigene Glaubwürdigkeit, sondern auch das Fundament globaler Preisstabilität aufs Spiel zu setzen.

Rückkehr zur alten Lehre

Noch vor wenigen Jahren schien die US Notenbank bereit, neue Wege zu gehen. Im Jahr 2020 stellte sie die Idee eines flexiblen durchschnittlichen Inflationsziels vor. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, dass nicht jede kurzfristige Abweichung von der angestrebten Teuerungsrate von 2 Prozent sofort ausgeglichen werden muss. Stattdessen sollte die Inflation über mehrere Jahre hinweg im Durchschnitt bei diesem Zielwert liegen. Wenn die Preise also längere Zeit unter 2 Prozent steigen, dürfte die Notenbank zeitweise auch höhere Raten zulassen, um das Mittel wieder anzugleichen.

Der Unterschied zum klassischen 2 Prozent Ziel ist, dass es nicht nur einen starren Punktwert vorgibt, sondern vergangene Abweichungen berücksichtigt. Während das alte Modell eine Inflation von beispielsweise 1 Prozent über mehrere Jahre einfach hinnahm, ohne späteres "Nachholen", verlangt die Durchschnittsregel, dass eine Phase niedriger Teuerung durch spätere etwas höhere Raten ausgeglichen wird. Auf diese Weise sollte die Geldpolitik vorausschauender und stabiler wirken, weil Unternehmen und Investoren wüssten, dass die Notenbank nicht jede Schwankung sofort bekämpft, sondern auf den längerfristigen Durchschnitt achtet.

Ökonomen wie Scott Sumner weisen darauf hin, dass die Fed zwar eine ambitionierte Idee angekündigt, in der Praxis jedoch eine ganz andere und schwächere Politik betrieben habe. Nun kehre die Notenbank zum altbekannten 2 Prozent Ziel zurück, das sie bereits seit den 1990er Jahren verfolgte. Für viele Beobachter wirkt das wie ein Eingeständnis des Scheiterns.

Politischer Druck von höchster Stelle

Die fachliche Orientierung ist aber nur ein Teil des Problems. Auch die politische Unabhängigkeit der Fed gerät zunehmend ins Wanken. Berichte aus Jackson Hole machen deutlich, dass Zentralbanker weltweit mit Sorge auf die Vereinigten Staaten blicken. Der Druck, den US Präsident Donald Trump auf Fed Chef Jerome Powell und andere Mitglieder des Direktoriums ausübt, wirft grundlegende Fragen auf.

Trump soll nach übereinstimmenden Einschätzungen seit Monaten versuchen, Powell zum Rücktritt zu bewegen und auch die Ablösung weiterer Vorstände anzustreben. Würde es ihm gelingen, hätte das zur Folge, dass ein über Jahrzehnte gepflegter Grundsatz, die Unabhängigkeit der Geldpolitik, in Frage gestellt wäre. Vertreter anderer Zentralbanken erklärten, diese Angriffe hätten Signalwirkung weit über die USA hinaus.

Gefahr für die Weltmärkte

Die möglichen Konsequenzen wären gravierend. Experten befürchten, dass ein Verlust der Glaubwürdigkeit der Fed nicht nur die US Wirtschaft erschüttern, sondern auch globale Finanzmärkte destabilisieren könnte. Investoren würden dann möglicherweise höhere Risikoprämien für US Staatsanleihen verlangen, was das Vertrauen in den Dollar als Weltleitwährung schwächen könnte.

Auch Bundesbankpräsident Joachim Nagel machte deutlich, dass die Unabhängigkeit der Notenbanken die zentrale Voraussetzung für Preisstabilität sei. Sollte dieses Prinzip fallen, könnten Regierungen weltweit, von Europa bis Japan, versucht sein, stärker Einfluss auf ihre Zentralbanken zu nehmen. Damit stünde die Stabilität der vergangenen vier Jahrzehnte zur Disposition.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Brisant ist auch die Diskrepanz zwischen Selbstverpflichtung und Realität. Zwar betonte Fed Chef Powell, man wolle Preisstabilität sichern und zugleich auf strukturelle Veränderungen der Weltwirtschaft reagieren. Doch Ökonomen wie Sumner verweisen darauf, dass der Fed ein klares Rahmenwerk fehle. Eine robuste Geldpolitik müsse in der Lage sein, in allen Szenarien zu bestehen, gerade auch in Krisen. Das aktuelle Vorgehen wirke dagegen wie eine Kapitulation.

Besonders problematisch sei, dass die Notenbank die Symmetrie beim Umgang mit Inflationsabweichungen aufgegeben habe. Damit beraube sie sich eines wichtigen Steuerungsinstruments und lasse ein Framework zurück, das weder ambitioniert noch krisenfest erscheine.

Blick nach Japan: ein globaler Schock aus Fernost

Die politische Dimension verschärft die Lage zusätzlich. Beobachter verweisen darauf, dass Präsident Trump sich an Beispielen wie dem früheren japanischen Premier Shinzo Abe orientieren könnte, der 2013 gezielt die Bank of Japan auf einen expansiven Kurs brachte. Sollte es in den USA zu ähnlichen Eingriffen kommen, wäre dies auch für andere Regierungen ein Signal, ihre Notenbanken stärker zu kontrollieren. Gleichzeitig zeigt Japan selbst, wie schnell vermeintlich stabile Verhältnisse ins Wanken geraten können.

Die Rendite der 30jährigen Staatsanleihe ist dort auf über 3,2 Prozent gestiegen, ein historischer Höchststand nach Jahrzehnten ultraniedriger Zinsen. Das japanische Finanzsystem war lange auf nahezu kostenlose Finanzierung ausgerichtet, und mit den steigenden Zinsen kehrt sich dieser Mechanismus nun um. Der Anleihemarkt verliert seine Rolle als Stabilitätsanker und beginnt, Stress in das globale Finanzsystem zu exportieren.

Entwicklung der 30-jährigen japanischen Staats-Anleihenrendite

Weil japanische Investoren zu den größten Haltern von US Treasuries zählen, könnten höhere heimische Renditen Umschichtungen erzwingen, die die Lage an den US Zinsmärkten weiter verschärfen. Schon jetzt bewegen sich die Renditen der 30jährigen US Staatsanleihe nahezu im Gleichschritt mit den japanischen Papieren. Der frühere IWF Chefökonom Maury Obstfeld warnte, dass ein Verlust an Unabhängigkeit in den USA andere Länder nur ermutigen würde, ähnliche Schritte zu unternehmen. Wenn selbst ein Land mit starken Institutionen wie die Vereinigten Staaten seine Notenbank nicht schütze, sei es schwer vorstellbar, dass Staaten mit schwächeren Strukturen standhalten könnten.

Offenes Ende mit Signalwirkung

Ob die Fed am Ende standhaft bleibt oder in den Sog politischer Einflussnahme gerät, ist ungewiss. Klar ist: Die aktuelle Orientierungslosigkeit nährt Zweifel an ihrer Fähigkeit, künftige Krisen zu meistern.

Die Rückkehr zu einem simplen 2 Prozent Ziel wirkt wie ein Rückschritt in eine Zeit, in der die Weltwirtschaft weniger komplex war. Heute jedoch prägen globale Lieferketten, geopolitische Spannungen und hohe Verschuldung das Umfeld.

Die eigentliche Frage lautet daher: Kann eine Notenbank, die sich von Reformen verabschiedet und zugleich unter politischem Druck steht, noch der Anker für weltweite Stabilität sein? Oder erleben wir das Ende einer Epoche, in der Zentralbanken mehr waren als bloße Verwalter, nämlich Gestalter des ökonomischen Rahmens?

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