Erdgas-Chance in Österreich: Neuer Partner macht Weg für Bohrung frei

Finanzierung gegen Beteiligung
Die österreichische ADX-Tochter ADX VIE GmbH und Empyrean haben das Energy Investment Agreement am 30. Oktober 2026 unterzeichnet. Nach Angaben von ADX beläuft sich die Finanzierungsverpflichtung von Empyrean auf 555.400 EUR. Dieser Betrag entspricht 20 Prozent der für GOLD-1 festgelegten Kostenobergrenze von 2,777 Millionen EUR.
Sobald Empyrean seine Verpflichtung erfüllt habe, werde das Unternehmen mit 10 Prozent an einer noch zu gründenden Partnerschaft für Exploration, Entwicklung und mögliche Förderung im GOLD-Gebiet beteiligt sein. Anschließend müsse Empyrean 10 Prozent der weiteren Partnerschaftskosten tragen. Nicht verbrauchte Mittel aus der Finanzierungszusage würden auf Empyreans Anteil an einer späteren Bohrung im selben Gebiet angerechnet.

Erste Zahlung für Bohrvorbereitung
Empyrean hatte bereits eine nicht erstattungsfähige Optionsgebühr von 50.000 EUR gezahlt, um sich für die Vertragsverhandlungen Exklusivität zu sichern. Innerhalb von fünf Tagen nach Vertragsabschluss werde eine erste Zahlung von 120.600 EUR fällig, von der diese Optionsgebühr abgezogen werde. Das Geld sei für langfristig zu beschaffende Bauteile und den Bau des Bohrplatzes bestimmt.
Die von Executive Chairman Ian Tchacos freigegebene Mitteilung nennt Empyreans Beteiligungsmodell als Earn-in. Dabei erwirbt ein Partner seinen Anteil nicht allein durch einen Kaufpreis, sondern übernimmt einen vereinbarten Teil der Projektkosten.

GOLD-1 zielt auf flaches Erdgas
ADX betreibt die Explorationslizenzen ADX-AT-I und ADX-AT-II in Oberösterreich und hat dort mehrere flache Erdgasziele in der Nähe bestehender Infrastruktur identifiziert. Besonders im Fokus steht GOLD-1: Für das Gasziel beziffert ADX die mittlere prospektive Ressource auf 8,3 Milliarden Kubikfuß Erdgas. Dabei handelt es sich noch nicht um eine bestätigte Lagerstätte. Ob die geschätzten Gasmengen tatsächlich vorhanden und wirtschaftlich förderbar sind, müssen weitere Bohrungen und Untersuchungen zeigen.
Das Marktumfeld unterstreicht aus Sicht von ADX die Bedeutung des Projekts. In seiner Mitteilung vom 2. November 2026 verweist das Unternehmen auf europäische Gaspreise von 105 EUR je Megawattstunde – nach eigenen Angaben der höchste Stand seit 2022. Gleichzeitig seien die europäischen Gasspeicher nur zu rund 75 Prozent gefüllt, dem niedrigsten Füllstand zu dieser Jahreszeit seit 2017.
HOCH-1 liefert Projektkontext
GOLD-1 wäre die zweite Bohrung im flachen Gasprogramm von ADX. Zuvor hatte das Unternehmen im Mai 2026 die Entdeckungsbohrung HOCH-1 niedergebracht. Frühere Mitteilungen von ADX dokumentieren bei einem gemeinsamen Test mehrerer Zonen eine durchschnittliche Gasrate von 3,15 Millionen Kubikfuß pro Tag über zwölf Stunden, entsprechend rund 548 Barrel Öläquivalent pro Tag. Weitere Tests an tieferen Zonen seien Teil des laufenden Programms.
Bis zur geplanten GOLD-1-Bohrung würde ADX den Bohrplatz weiter vorbereiten und den bereits gesicherten Bohrtermin im Januar 2027 nutzen. Die Bohrung und die anschließenden Tests würden zeigen, ob das angenommene Gasvorkommen bestätigt und technisch erschlossen werden könnte.