Die Welt braucht mehr Energie – und Gas spielt wieder ganz vorne mit

Der weltweite Energieverbrauch ist 2025 erneut gestiegen. Laut dem Statistical Review of World Energy 2026 des Energy Institute nahm der globale Verbrauch um 1,4 Prozent beziehungsweise 8,1 Exajoule zu. Der stärkste zusätzliche Bedarf kam aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Dort treiben Bevölkerungswachstum, Industrialisierung und steigender Strombedarf den Energieverbrauch weiter an.
Auffällig ist die breite Entwicklung über fast alle Energieträger hinweg. Erneuerbare Energien verzeichneten zwar den größten prozentualen Zuwachs. Gleichzeitig stieg aber auch die Nachfrage nach Öl, Erdgas und Kohle. Zusammen machten diese drei Energieträger mehr als die Hälfte des zusätzlichen Energieverbrauchs aus. Die Daten zeigen damit kein einfaches Bild eines Austauschs alter durch neue Energiequellen, sondern eher eine Erweiterung des gesamten Energiesystems.

Ein Exajoule (EJ) ist eine Maßeinheit für sehr große Energiemengen. Ein Exajoule entspricht ungefähr der Energiemenge, die rund 28 Millionen deutsche Haushalte in einem Jahr als Strom verbrauchen – deshalb wird diese Einheit häufig verwendet, um den Energieverbrauch ganzer Länder oder der Welt darzustellen.
Gas gewinnt durch flexible Nutzung
Besonders Erdgas bleibt ein wichtiger Wachstumsträger. Der Verbrauch stieg 2025 um 1,3 Prozent beziehungsweise rund 2,0 Exajoule. Das entspricht einer zusätzlichen Nachfrage von etwa 6,4 Milliarden Kubikfuß pro Tag. Damit behauptet Erdgas seine Rolle als flexibel einsetzbarer Energieträger, der sowohl in der Stromerzeugung als auch in der Industrie und Wärmeversorgung genutzt wird.
Bemerkenswert ist der Blick nach Europa. Dort legte der Gasverbrauch um rund 1,9 Milliarden Kubikfuß pro Tag zu. Das ist vor allem deshalb relevant, weil Europa in den vergangenen Jahren stark auf Einsparungen, neue Lieferstrukturen und den Ausbau erneuerbarer Energien gesetzt hat. Der erneute Anstieg zeigt jedoch, dass Gas weiterhin gebraucht wird, wenn Versorgungssicherheit, Netzstabilität und industrielle Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet werden sollen.

Versorgungssicherheit bleibt entscheidend
Für energieintensive Branchen ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal. Erdgas bleibt nicht nur ein Brennstoff für Übergangsphasen, sondern ein zentraler Bestandteil der laufenden Energieversorgung. Gerade dort, wo Prozesse hohe Temperaturen, verlässliche Energieflüsse oder flexible Stromerzeugung benötigen, lässt sich Gas kurzfristig nur schwer ersetzen.
Die Daten des Energy Institute machen deutlich, dass der weltweite Energiebedarf weiter zunimmt. Neue erneuerbare Kapazitäten kommen hinzu, doch sie verdrängen bestehende Energieträger bislang nur begrenzt. Der Energiemarkt steht damit vor einer doppelten Aufgabe: Er muss sauberer werden, gleichzeitig aber genügend Energie für wachsende Volkswirtschaften, Industrie und Haushalte bereitstellen. Dafür braucht es nicht weniger, sondern mehr belastbare Energiequellen — insbesondere dort, wo Nachfrage, Industrie und Versorgungssicherheit unmittelbar zusammenhängen.
ADX Energy als regionales Beispiel
Vor diesem Hintergrund rücken auch kleinere europäische Produzenten und Entwickler stärker in den Fokus. Ein Beispiel ist ADX Energy, ein Öl- und Gasunternehmen mit Aktivitäten in Österreich und Italien. Bei der Gasbohrung HOCH-1 in Oberösterreich meldete ADX im Juni 2026 erste Testergebnisse mit einem durchschnittlichen Gasfluss von 2,8 Millionen Kubikfuß pro Tag aus einem geöffneten Sandintervall. Wie greifbar solche Mengen werden können, machte Paul Fink mit einem anschaulichen Vergleich deutlich: „Das, was wir hier in einer Stunde fördern, ist in etwa der Jahresverbrauch von einem größeren Haushalt. Das heißt, mit der Bohrung könnte man 8.000 bis 10.000 Haushalte mit Energie versorgen.“ Gerade diese Einordnung zeigt, warum regionale Gasprojekte für Europas Versorgungssicherheit relevant bleiben können: In einem Markt, in dem der Energiebedarf weiter steigt, zählt jede zusätzliche verlässliche Quelle.

