Die Großen kaufen wieder: Gold, Silber und Kupfer rücken in die heiße Zone

Große Deals treiben Bergbau-M&A
Der Wert von Übernahmen im Bergbausektor ist im ersten Quartal 2026 kräftig gestiegen. Die Zahl der Transaktionen ging jedoch deutlich zurück. Das zeigt: Der Markt wird derzeit vor allem von großen Unternehmenszusammenschlüssen getragen, während kleinere Projekte und Asset-Deals noch nicht in gleicher Breite profitieren.
Der weltweite Bergbausektor hat im ersten Quartal 2026 ein deutlich höheres M&A-Volumen verzeichnet. Nach Angaben von S&P Global stieg der Gesamtwert der Fusionen und Übernahmen gegenüber dem Vorquartal um 63 Prozent auf 26,28 Milliarden US-Dollar. Damit erreichte das Transaktionsvolumen laut S&P den zweithöchsten Quartalswert seit Beginn der Datenerfassung Ende 2013. Gleichzeitig zeigt die Zahl der Abschlüsse ein anderes Bild. Mit 46 Transaktionen lag sie fast nur halb so hoch wie im Vorquartal. Der Markt wird damit aktuell nicht von einer breiten Übernahmewelle getragen, sondern vor allem von wenigen großen Deals mit hohem Volumen.
Große Zusammenschlüsse dominieren
S&P Global verweist darauf, dass Bergbauunternehmen zunehmend schnelle Größe und langfristige Rohstoffsicherung suchen. Das zeigt sich besonders in der Struktur der Transaktionen: Im ersten Quartal wurden 30 Unternehmenskäufe registriert, aber nur 16 Käufe einzelner Assets. Damit entfiel ein großer Teil der Dynamik auf Corporate Deals, bei denen ganze Unternehmen übernommen werden.
Der größte Abschluss des Quartals war die Übernahme von BlueScope Steel im Volumen von 10 Milliarden US-Dollar. S&P weist allerdings darauf hin, dass Stahldeals erstmals in die Auswertung aufgenommen wurden. Dadurch könnte der Anstieg des M&A-Werts im Vergleich zu früheren Quartalen stärker erscheinen, als es die Entwicklung im klassischen Bergbau allein nahelegen würde.

Kleinere Projekte ziehen noch nicht nach
Die Entwicklung macht deutlich, dass hohe Transaktionsvolumina nicht automatisch auf einen insgesamt lebhaften Markt hindeuten. Zwar fließt viel Kapital in den Sektor, doch konzentriert es sich bislang vor allem auf größere Zusammenschlüsse. Kleinere Projektkäufe und Asset-Transaktionen erreichen diese Dynamik noch nicht in gleicher Breite. Bei einzelnen Minenverkäufen lag der Gesamtwert zwar mit 3,35 Milliarden US-Dollar über dem Quartalsdurchschnitt und deutlich über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem Vorquartal ging der Wert dieser Asset-Deals jedoch um 12 Prozent zurück. Das unterstreicht, dass kleinere und mittlere Projekte bislang weniger stark von der M&A-Erholung profitieren als große Unternehmensübernahmen.
Kupfer und Gold bleiben gefragt
Abseits des Stahlsektors konzentrierten sich die größten Transaktionen weiterhin auf Gold und Kupfer. Die zweit- und drittgrößten Deals des Quartals betrafen diese beiden Rohstoffe. Das zeigt, dass strategische Käufer vor allem dort aktiv bleiben, wo sie langfristig hohe Nachfrage und begrenzte Versorgung erwarten. Für kleinere Unternehmen könnte diese Entwicklung dennoch wichtig werden. Wenn große Produzenten ihre Portfolios weiter ausbauen wollen, könnten hochwertige Kupfer- und Goldprojekte stärker in den Fokus rücken. Bislang zeigt der Markt jedoch vor allem eines: Die M&A-Erholung beginnt an der Spitze, bei großen Deals mit hohem Volumen.
Ganz aus bleiben kleinere Unternehmen aber nicht. Zwar sind direkte Übernahmen kleiner Projekte bislang noch eher selten, doch große Produzenten sichern sich zunehmend frühzeitig Zugang über Beteiligungen, Finanzierungen oder strategische Partnerschaften. Damit positionieren sie sich bei aussichtsreichen Kupfer- und Goldprojekten, ohne sofort eine vollständige Übernahme anzustoßen. Zugleich ist diese Entwicklung ein Signal dafür, dass der Bergbausektor noch lange nicht am Höhepunkt seines Zyklus angekommen ist. Für kleinere Gesellschaften kann das ein erster wichtiger Schritt sein, bevor der Markt auch bei Projektübernahmen wieder breiter anzieht.
Juniors bringen sich in Stellung
Für kleinere Rohstoffunternehmen bedeutet diese Entwicklung nicht automatisch, dass kurzfristig Übernahmen bevorstehen. Aus Sicht vieler Managementteams geht es zunächst darum, sich strategisch in eine Position zu bringen, die für größere Produzenten interessant werden könnte. Das kann über direkte Partnerschaften, Beteiligungen oder Finanzierungen geschehen. Häufig verfolgen Juniors aber auch eine andere Strategie: Sie sichern sich aussichtsreiche Projekte in der Nähe großer Minen, etablierter Produzenten oder neuer Entwicklungsprojekte und explorieren dort mit dem Ziel, bei einem breiteren M&A-Markt stärker wahrgenommen zu werden. Ob daraus später Partnerschaften oder mögliche Übernahmen entstehen, bleibt offen. Entscheidend ist jedoch, dass sich mehrere Unternehmen nach Einschätzung ihrer Managementteams bereits heute in solchen strategisch interessanten Lagen positionieren.
Großes Landpaket nahe starker Minen
Auch Defiance Silver sieht sich nach Einschätzung des Managements in einer strategisch interessanten Position. Das Unternehmen ist im historischen Silberdistrikt Zacatecas in Mexiko aktiv und kontrolliert dort ein großes, zusammenhängendes Landpaket in direkter Nähe zu mehreren bedeutenden Silberminen. Neben hochgradigem Silber arbeitet Defiance an Projekten mit zusätzlichem Gold- und Kupferpotenzial. Mit dem Tepal-Projekt verfügt das Unternehmen bereits über eine größere Ressource, während neue Projekte in Sonora das Kupferpotenzial erweitern sollen. Gerade die Nähe zu etablierten Minen und Produzenten könnte nach Einschätzung des Managements langfristig ein wichtiger Faktor sein, falls größere Marktteilnehmer wieder stärker nach Projektzugang suchen.
Große Kupferressource trifft starken Partner
Das Management von Metallic Minerals verweist dabei vor allem auf die strategische Beteiligung von Newmont. Der Gold- und Kupferkonzern hält rund 9,5 % an Metallic Minerals und fungiert als strategischer Partner. Im Zentrum steht das La-Plata-Projekt in Colorado, das nach Unternehmensangaben über eine Ressource von mehr als 181 Mio. Tonnen verfügt und mehr als 1,3 Mrd. Pfund Kupfer enthält. Neben Kupfer umfasst das Projekt auch Silber, Gold sowie Platingruppenmetalle. Aus Sicht des Managements positioniert sich Metallic Minerals damit in einem rohstoffreichen US-Markt, der bei Kupfer, Edelmetallen und kritischen Metallen strategisch an Bedeutung gewinnen könnte.
Exploration neben neuer Mine
Askari Metals sieht sich nach der Restrukturierung ebenfalls in einer Phase der Neupositionierung. Das Management verweist auf die bereinigte Bilanz und den klareren Fokus auf die Kernprojekte. Im Mittelpunkt steht das Nejo-Projekt in Äthiopien, wo ein 5.000-Meter-Bohrprogramm als Teil eines größeren 20.000-Meter-Programms geplant ist. Ziel ist es, bekannte hochgradige Goldstrukturen systematisch zu bestätigen und erstmals nach modernen Standards zu bewerten. Aus Sicht des Managements ist dabei besonders die Lage relevant: In direkter Nachbarschaft befindet sich die Tulu-Kapi-Mine, die aktuell in Richtung Produktion entwickelt wird.
