Chinas Exportkontrollen belasten US-Industrie

Der Zugang amerikanischer Unternehmen zu kritischen Mineralien aus China bleibt nach Angaben des US-China Business Council angespannt. In einem Bericht des Wirtschaftsverbands heißt es, einige Seltene Erden seien für US-Firmen „nahezu nicht erhältlich“. Grund seien Exportkontrollen Pekings sowie Verzögerungen bei der Vergabe von Lizenzen. Die Maßnahmen waren im April 2025 als Reaktion auf Zölle von US-Präsident Donald Trump eingeführt worden.
Lieferketten geraten unter Druck
Nach der Umfrage des Verbands suchen viele betroffene Unternehmen nach neuen Bezugsquellen. Von 38 Firmen, die Einschränkungen meldeten, würden 29 Prozent aktiv auf Lieferanten außerhalb Chinas umstellen. Weitere 47 Prozent suchten Alternativen, hätten aber noch keine tragfähigen Lösungen gefunden. USCBC-Präsident Sean Stein sagte der Nachrichtenagentur Reuters, China zwinge Unternehmen damit zu stärkerer Diversifizierung. Besonders schwierig sei der Zugang zu Samarium-Kobalt-Magneten, Yttrium und Cadmium. Diese Materialien sind unter anderem für Luftfahrt, Verteidigung und moderne Industrieanwendungen wichtig.
Abhängigkeit reicht bis zur Verarbeitung
Die Herausforderung betreffe nicht nur Rohstoffe, sondern auch verarbeitete Produkte wie Seltene-Erden-Magnete. USCBC-Vizepräsident Kyle Sullivan verwies laut Reuters auf Chinas starke Stellung bei Förderung und Verarbeitung. Stein erklärte, die Probleme könnten trotz politischer Initiativen der USA vermutlich nicht innerhalb von drei Jahren vollständig gelöst werden. Der Bericht zeigt auch Folgen für Investitionen: Nur 49 Prozent von 134 befragten Unternehmen planten 2026 Investitionen in China.

Chinas Dominanz verschärft Rohstoffrisiken
Die Lieferprobleme bei Seltenen Erden treffen US-Unternehmen besonders stark, weil China in dieser Lieferkette eine dominierende Stellung einnimmt. Die Grafik zeigt: Rund 70 Prozent der weltweiten Förderung, 87 Prozent der Verarbeitung und 91 Prozent der Raffination würden auf China entfallen. Für Industrien wie Luftfahrt, Verteidigung, Elektromobilität oder Hochtechnologie bedeutet das, dass Ausweichmöglichkeiten begrenzt wären. Exportkontrollen oder Lizenzverzögerungen wirken deshalb nicht wie ein gewöhnliches Handelshemmnis, sondern könnten zentrale Produktionsketten direkt bremsen.