Antimon-Sensation mit 70 % Gehalt: Jetzt kommt auch noch Gold ins Spiel!

Amerikas gefährliche Abhängigkeit
Antimon steckt in militärischer Ausrüstung und zahlreichen Industrieprodukten. Trotzdem sind die USA laut aktueller Unternehmenspräsentation zu 91 Prozent von Importen abhängig. Parnham erwartet, dass strengere Vorgaben zur Herkunft kritischer Rohstoffe den Druck auf Hersteller weiter erhöhen werden. Besonders Unternehmen aus der Rüstungsindustrie müssten ihre Lieferketten deshalb neu ordnen.
Davon könnten Projekte in Nordamerika profitieren. Doch zwischen einem Fund und einer produzierenden Mine liegen Jahre der Exploration, Genehmigung und technischen Entwicklung. Genau hier sieht Parnham die Chance für Critical One Energy: Howells Lake beginnt nicht bei null, sondern baut auf einer Entdeckung auf, die jahrzehntelang nahezu unangetastet blieb.
40 Jahre Stillstand enden
Das Vorkommen wurde 1979 entdeckt. Zum damaligen Erkundungsteam gehörte Chet Idziszek, heute Director bei Critical One Energy und später an der Entdeckung der hochgradigen Goldlagerstätte Eskay Creek beteiligt. 1984 endeten die Arbeiten. Danach verschwand Howells Lake für rund vier Jahrzehnte aus dem Fokus.
Heute prüft das Unternehmen die historischen Daten mit modernen Bohrungen. Alte Unterlagen nennen allein für die East Zone rund 48 Millionen Pfund enthaltenes Antimon. Diese Zahl ist keine aktuelle Mineralressource. Die neuen Ergebnisse hätten das historische Vorkommen laut Parnham jedoch bestätigt und zugleich Hinweise geliefert, dass die Mineralisierung deutlich weiter reichen könnte.

Bohrkerne mit bis zu 70 Prozent Antimon
Das laufende Programm ist auf rund 15.000 Meter Kernbohrungen ausgelegt. Trotz der abgelegenen Lage erreiche das eingesetzte Bohrgerät nach Angaben des CEO etwa 120 Meter pro Tag. Die bislang bekannte Mineralisierung zieht sich über mehr als 300 Meter entlang der Zone und reicht von der Oberfläche bis in mindestens 200 Meter Tiefe.
Besonders auffällig sind die Gehalte. Bohrloch HWL-2026-006 lieferte 4,0 Meter mit 70,2 Prozent Antimon. In HWL-2026-007 wurden 4,17 Meter mit 27,35 Prozent gemessen, darunter 1,1 Meter mit 70,3 Prozent. Solche Werte liegen nahe am theoretischen Antimon-Anteil von reinem Antimonit und machen Howells Lake geologisch außergewöhnlich.
Selbst fünf Prozent könnten entscheidend sein
Parnham beschreibt keine gleichmäßige Lagerstätte, sondern eine breitere mineralisierte Zone mit besonders hochgradigen Bereichen. Das Vorkommen werde stellenweise schmaler und breite sich an anderen Stellen wieder aus. Diese Schwankungen seien bei natürlichen Erzkörpern üblich. Entscheidend sei deshalb nicht nur der spektakulärste Einzelwert, sondern der durchschnittliche Gehalt über wirtschaftlich relevante Breiten.
Nach Einschätzung des CEO könnte bereits Material mit durchschnittlich etwa fünf Prozent Antimon für einen direkten Versand interessant sein. Eine aufwendige Aufbereitung ließe sich dadurch möglicherweise reduzieren. Ob dieses Modell technisch funktioniert und wirtschaftlich tragfähig ist, müssen allerdings weitere Bohrungen und metallurgische Tests erst noch zeigen.

Unter dem Antimon wartet Gold
Die nächste Überraschung liegt tiefer. Nahe der Oberfläche dominiert hochgradiges Antimon. Mit zunehmender Tiefe tritt zusätzlich Gold auf. Bohrloch HWL-2026-014 durchschnitt 7,0 Meter mit 1,49 Gramm Gold je Tonne, einschließlich 3,0 Metern mit 2,69 Gramm. Auch in der West Zone wurden mehrere goldführende Abschnitte gemeldet.
Damit könnte sich Howells Lake von einem reinen Antimonprojekt zu einem größeren Antimon-Gold-System entwickeln. Nun muss das Team klären, wie die East Zone, die tieferen Goldhorizonte und die Funde der West Zone zusammenhängen. Genau diese Verbindung könnte über die tatsächliche Größe des Projekts entscheiden.

2027 soll die erste belastbare Antwort bringen
Noch besitzt Howells Lake keine ausgewiesene Mineralressource. Der unabhängige Bericht nach dem kanadischen Standard NI 43-101 bestätigt lediglich, dass die modernen Daten eine Grundlage für weitere Exploration und ein Lagerstättenmodell bilden. Zusätzlich sollen mindestens 1.000 Meter größerer Bohrkerne Material für Aufbereitungs- und Metallurgietests liefern.
Für Februar 2027 stellte Parnham eine erste Einschätzung des Vorkommens in Aussicht. Ob daraus bereits eine regelkonforme Ressourcenschätzung oder zunächst ein internes Modell wird, hängt von Umfang und Qualität der Daten ab. Die spektakulären Gehalte liefern Aufmerksamkeit. Entscheidend wird nun, ob Critical One daraus eine zusammenhängende, technisch gewinnbare und wirtschaftlich tragfähige Lagerstätte machen kann.
