528 Millionen Exit im Lithium-Boom: Kann er es mit Kupfer wiederholen?

Kupfer wird knapp, neue Minen kommen zu spät
Der Kupferpreis liegt nahe seinem Rekord. Doch Hosack sieht das eigentliche Signal unter der Oberfläche: Die Erzgehalte bestehender Minen sinken, neue Lagerstätten werden schwieriger zugänglich. Zugleich wächst der Bedarf durch Elektrifizierung, Stromnetze und künstliche Intelligenz. Kann das Angebot noch Schritt halten?
Die IEA erwartet bei der aktuellen Projektpipeline bis 2035 eine Angebotslücke von 30 Prozent. Neue Kupferminen benötigen von der Entdeckung bis zur Produktion durchschnittlich rund 17 Jahre. Steigt die Nachfrage schneller als erwartet, kann die Branche deshalb nicht kurzfristig reagieren. Genau diese Lücke macht weit entwickelte Projekte plötzlich strategisch wertvoll.

444 Millionen Dollar für die Aktionäre
Hosack hat bereits bewiesen, dass er aus einer Entdeckung echten Wert schaffen kann. Prospect verkaufte 2022 seinen 87-prozentigen Anteil am Lithiumprojekt Arcadia für rund 528 Millionen australische Dollar. Fast 95 Prozent der Nettoerlöse, insgesamt etwa 444 Millionen australische Dollar, flossen anschließend an die Aktionäre. Wer die Aktie hielt, erhielt die Ausschüttung und behielt seine Anteile am Unternehmen.
Nach eigenen Worten will Hosack mit Mumbezhi an den Arcadia-Erfolg anknüpfen und erneut ein Projekt bis zur wirtschaftlichen Reife führen. Dabei ist er selbst erheblich investiert: Laut offizieller Aktionärsliste hielt er am 23. März 2026 genau 20.253.342 Prospect-Aktien. Das entsprach 2,4 Prozent des Unternehmens. Nun muss sich zeigen, ob ihm dieses Erfolgsmodell ein zweites Mal gelingt.

208 Millionen Tonnen verändern die Größenordnung
Prospect Resources entwickelt das Mumbezhi-Projekt in Sambias Nordwestprovinz. Die Ressource umfasst 208,1 Millionen Tonnen mit 0,42 Prozent Kupfer beziehungsweise 0,49 Prozent Kupferäquivalent. Darin stecken rund 877.100 Tonnen Kupfer. Hinzu kommen 43.500 Tonnen Kobalt und 262.100 Unzen Gold. Das sind Ressourcen, aber noch keine wirtschaftlich gewinnbaren Reserven.
Das Explorationsziel reicht deutlich weiter: 420 Millionen bis 1,05 Milliarden Tonnen mit 0,4 bis 0,6 Prozent Kupfer. Diese Spanne ist konzeptionell und muss erst durch Bohrungen bestätigt werden. Dafür läuft 2026 ein Programm über rund 26.000 Meter. Jeder neue Treffer entscheidet, ob aus geologischem Potenzial tatsächlich zusätzliche Ressourcen werden.
First Quantum macht die Lage strategisch
Nur rund 25 Kilometer entfernt liegt First Quantums Sentinel-Mine. Der Konzern hält zudem 12,5 Prozent an Prospect Resources. Mumbezhi könnte deshalb eigenständig entwickelt, mit Partnern vorangebracht, über bestehende Anlagen verarbeitet oder Teil einer regionalen Transaktion werden. Die Nähe schafft Optionen, garantiert aber weder Kooperation noch Übernahme.
Hosack verweist auf das frühere Lithiumprojekt Arcadia in Simbabwe. Prospect führte es von der Entdeckung bis zur Kommerzialisierung und verkaufte seinen Anteil 2022 für rund 378 Millionen US-Dollar. Dieser Erfolg zeigt Umsetzungskraft. Er ersetzt bei Mumbezhi jedoch keine belastbare Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Die entscheidende Prüfung steht noch bevor
Die geplante Scoping Study soll im vierten Quartal 2026 und im ersten Quartal 2027 vorangetrieben werden. Diese frühe Wirtschaftlichkeitsstudie untersucht Grubendesign, abbaubares Material, Aufbereitung und erste Kostenannahmen. Erst dann zeigt sich, ob Größe, Metallurgie und Infrastruktur tatsächlich ein tragfähiges Bergbauprojekt ergeben.
Mumbezhi besitzt eine große Ressource, vorhandene Infrastruktur und starke Nachbarn. Doch der Kupferpreis allein baut keine Mine. Entscheidend ist, wie viele Tonnen wirtschaftlich abgebaut werden können, welche Investitionen nötig sind und wer den Weg zur Produktion finanziert. Genau hier trennt sich eine große Entdeckung von einem erfolgreichen Bergwerk.