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Website
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Vale oder Rio Tinto? Anleger haben die Qual der Wahl!

Der amerikanische Analyst Jonathan Weber hat auf der Analyseplattform Seeking Alpha in den letzten Tagen die beiden Rohstoff-Giganten Rio Tinto und Vale mit einander verglichen. Seine Analyse hat dabei zahlreiche Entsprechungen aber auch feine Unterschiede zutage gefördert.

Aktuell überzeugen beide Unternehmen durch ein gut gehendes Geschäft und hohe Dividenden. Aber sind Letztere auch nachhaltig? Berechtigt ist diese Frage durchaus, denn sowohl Rio Tinto als auch Vale sind im Wesentlichen eines: Eisenerzproduzenten. Natürlich werden auch andere Rohstoffe gefördert, doch die üppigen Gewinne beider Unternehmen entstammen zu einem sehr großen Teil dem Eisenerzsektor.

Rio Tinto fördert beispielsweise neben Eisenerz auch Kupfer und Aluminium. In einem kleineren Bereich werden auch Mineralien wie Titanoxid, Borate und Diamanten gefördert. Vale verfügt ebenso über eine Kupfer-, Mangan- und Nickelsparte. Doch wie bei Rio Tinto entstammt der größte Anteil der Einnahmen dem Eisenerzbereich.

Unterschiedlich sind die geografischen Schwerpunkte. Vale fördert sein Eisenerz überwiegend in Brasilien, während Rio Tintos Produktionsstätten in Australien beheimatet sind. Verkauft werden die Erze jedoch in alle Welt, wobei Rio Tinto für den Verkauf des Eisenerz nach China einen regionalen Vorteil besitzt, während für Vale die Nord- und Südamerikanischen Märkte näher liegen.

Rio Tinto ist qualitativ hochwertiger, aber auch teurer

Von seinen Höchstständen im vergangenen Jahr ist der Eisenerzpreis wieder deutlich zurückgekommen. Allerdings werden auch heute mit Preisen um 100 US-Dollar für die Tonne Eisenerz immer noch Preise gezahlt, die deutlich über jenen des Jahres 2019 liegen. Da kaum ein anderer Rohstoff mit ähnlich hohen Margen gefördert wird wie das Eisenerz, verdienten beide Unternehmen nicht nur im vergangenen Jahr kräftig, sondern werden es auch in den kommenden Jahren tun, sofern die Preise und Kosten auf ihren aktuellen Niveaus verharren sollten.

Sowohl für Vale wie auch für Rio Tinto spricht, das beide mit EBITDA-Margen im Bereich von knapp über 50 Prozent operieren. Das spricht ein bisschen mehr für Rio Tinto, weil es dem Unternehmen gelingt, die höheren Löhne in Australien durch effizientere Betriebsabläufe in eine nahezu gleich hohe EBITDA-Marge zu wandeln.

Dieser Punkt ist wichtig, denn beide Unternehmen haben Jahr für Jahr sehr hohe Investitionen zu stemmen. Zu bezahlen sind nicht nur neue Maschinen und Fahrzeuge, sondern auch deren laufende Instandhaltung. So plant beispielsweise Rio Tinto für 2022 Investitionen in Höhe von bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar. Für die Jahre 2023 und 2024 werden noch höhere Kapitalausgaben von neun bzw. zehn Milliarden US-Dollar ins Auge gefasst.

Hoher freier Cashflow und solide Bilanzen

Da der freie Cashflow von Rio Tinto im letzten Jahr 48 Prozent seines EBITDA ausmachte, sind diese Aufwendungen finanzierbar. Vale kommt mit einem freien Cashflow von 42 Prozent ebenfalls auch einen sehr hohen Wert, schneidet im direkten Vergleich allerdings etwas schlechter als Rio Tinto ab.

Rio Tinto überzeugt Jonathan Weber auch deshalb, weil es im Vergleich zu Vale die bessere Bilanz hat. Sie ist natürlich eine Folge des höheren freien Cashflows und im Fall von Vale kommen erschwerend auch die Belastungen hinzu, die vor einigen Jahren durch den Bruch des Brumadinho-Staudamms und der dadurch ausgelösten Umweltkatastrophe entstanden sind.

Verrechnet Rio Tinto seine Schulden mit den vorhandenen Barmitteln, ergibt sich eine geringe Nettoliquidität von 300 Millionen US-Dollar. Im Vergleich dazu hat Vale eine Nettoverschuldung von 5,4 Milliarden US-Dollar. Das klingt im ersten Moment hoch, stellt aber im Vergleich zum EBITDA einen recht konservativen Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung zu EBITDA) von nur 0,2 dar. Dennoch punktet Rio Tinto auch an dieser Stelle mit einer besseren Bilanz.

Vale punktet mit einer etwas höheren Dividendenrendite

Interessant werden beide Unternehmen für die Anleger aktuell vor allem durch die von ihnen gezahlten hohen Dividenden. Sie dürften kurz- bis mittelfristig das stärkste Kaufargument darstellen, da aufgrund des rückläufigen Eisenerzpreises und der Aussicht auf eine weltweite Rezession das Kurspotential zunächst beschränkt sein dürfte.

Bezogen auf die aktuellen Ausschüttungen und Kurse, kommt Rio Tinto auf eine hohe Dividendenrendite von 9,2 Prozent. Bei Vale profitieren die Anleger sogar noch etwas mehr, denn hier liegt das Rendite bei 10,3 Prozent. Berücksichtigen müssen die Anleger jedoch in beiden Fällen, dass die Dividenden mit den Gewinnen und damit mit den Eisenerzpreisen schwanken werden.

Das hohe Niveau der Dividenden des Jahres 2022 dürfte in 2023 deshalb nicht mehr erreicht werden. Vollkommen leer ausgehen werden die Anleger jedoch nicht, denn die Dividendendeckung durch den freien Cashflow liegt in diesem Jahr bei Vale bei 1,13 und bei Rio Tinto sogar bei 1,65. Mit anderen Worten: Die Zahlungen an die Anleger waren aus dem freien Cashflow in beiden Fällen gut zu finanzieren.

Billig und noch billiger

Bislang hat Rio Tinto bei mehr kritischen Punkten die besseren Werte geliefert. Ist Rio Tinto deshalb im Vergleich zu Vale auch die bessere Aktie? Jonathan Weber gibt eine differenzierte Antwort. Rio Tinto ist für ihn auf dem aktuellen Kursniveau billig, aber Vale ist noch billiger, denn im Vergleich zu Rio wird das Unternehmen mit einem Abschlag von rund 20 Prozent gehandelt. Das dürfte auch am politischen Risiko liegen, das in Brasilien deutlich höher einzuschätzen ist als in Australien.

Die hohen Eisenerzpreise des vergangenen Jahres werden vermutlich so schnell nicht wiederkehren. Dennoch sind die Zukunftsaussichten für beide Unternehmen gut. Für Rio Tinto wie auch Vale spricht, dass sie jenseits des Eisenerzgeschäfts auch im Bereich der grünen Metalle Nickel und Kupfer engagiert sind.

Anleger, die Positionen aufbauen möchten, haben deshalb die Qual der Wahl. Vale ist für Jonathan Weber das Unternehmen mit etwas geringerer Qualität und höherem Risiko, was auch durch die Tatsache unterstrichen wird, dass die Bilanz von RIO stärker ist. Dennoch scheint Vale ein sehr gesundes Unternehmen zu sein, weshalb es keineswegs als schlechte Investition erscheint.

Fällt die Wahl zugunsten der Qualität oder des Schnäppchens?

Diese recht entscheidende Frage, lässt auch Jonathan Weber unbeantwortet, denn sie ist von jedem Anleger selbst zu beantworten. Er beschließt seinen Vergleich deshalb mit dem Resümee:

„Ich bin der Meinung, dass beide Unternehmen zu den derzeitigen Preisen recht solide Investitionen sind. Die längerfristigen Aussichten sind bei beiden Unternehmen überzeugend, und beide sind nicht teuer. RIO scheint mir aufgrund der Margen, der Bilanzstärke usw. die qualitativ bessere Wahl zu sein. VALE ist jedoch die etwas günstigere und renditestärkere der beiden Aktien. Ob man die bessere Qualität zu einem höheren (aber immer noch niedrigen) Preis oder die billigere, etwas minderwertigere Aktie bevorzugt, hängt vom persönlichen Anlageansatz ab - beides ist meiner Meinung nach keine schlechte Idee.“

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