Zukunftsstoffe im Visier: First Graphene prüft Einsatz von HAZER®-Graphit

Prüfung von Graphit aus dem HAZER®-Verfahren
Konkret sieht das Memorandum of Understanding (MoU) vor, dass First Graphene Materialproben des sogenannten HAZER®-Graphits testet, die im Demonstrationswerk von Hazer in Munster, Westaustralien, hergestellt wurden. Dabei soll untersucht werden, ob dieses Graphit für den Einsatz in First Graphenes bestehenden oder erweiterten Produktlinien infrage kommt, etwa in Form von Hybridlösungen oder großformatigen Kohlenstoffadditiven. Das Unternehmen teilte mit, es werde das gelieferte Graphitmaterial zunächst hinsichtlich physikalischer Eigenschaften analysieren und mögliche Einsatzfelder identifizieren. Im Anschluss könnten Optionen für Liefer- und Abnahmevereinbarungen geprüft werden.
Potenzial für neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte
Das Management von First Graphene erklärte, die Kooperation könne über die kurzfristige Materialprüfung hinaus zu weitergehenden gemeinsamen Entwicklungen führen. Die Zusammenarbeit biete nach Einschätzung von CEO Michael Bell die Möglichkeit, Produkte zu entwickeln, die das bestehende Portfolio ergänzen. Auch gemeinsame Forschungsaktivitäten seien denkbar, insbesondere vor dem Hintergrund einer weltweit steigenden Nachfrage nach leistungsfähigen Kohlenstoffmaterialien.
Der Geschäftsführer der Hazer Group, Glenn Corrie, verwies auf das langfristige Ziel, die Anwendungsmöglichkeiten für HAZER®-Graphit zu erweitern. Die Partnerschaft mit First Graphene könne nach seiner Einschätzung dazu beitragen, die Einführung nachhaltiger Hochleistungsmaterialien in industriellen Anwendungen zu beschleunigen.
Hintergrund: Komplementäre Stärken
First Graphene ist Hersteller der PureGRAPH®-Produktfamilie. Diese spezielle Form von Graphen kommt unter anderem in Zement, Kunststoffen, Beschichtungen und Anwendungen zur Energiespeicherung zum Einsatz. Das Unternehmen strebt an, mit seinen Materialien zu einer Reduktion industrieller CO₂-Emissionen beizutragen - entweder durch direkte Senkung der Energieverbräuche oder durch verlängerte Produktlebensdauer.
Die Hazer Group verfolgt mit ihrem HAZER®-Verfahren einen anderen Ansatz. Dabei werden aus Erdgas oder Biogas zwei Produkte gewonnen: Wasserstoff und hochreines Graphit. Als Katalysator dient Eisenoxid. Die Technologie gilt als potenziell kosteneffizienter und umweltfreundlicher als klassische Herstellungsverfahren für Wasserstoff und synthetischen Graphit.
Ausblick
Das Unternehmen kündigte an, die Prüfung des HAZER®-Graphits kurzfristig zu starten. Sollten die Eigenschaften des Materials den Anforderungen genügen, könnte die Partnerschaft in die nächste Phase übergehen. Dazu zählt die mögliche Integration des Graphits in neue Produktlinien von First Graphene sowie die Prüfung kommerzieller Lieferbeziehungen. Die Managementebene betonte, dass die Kooperation das Ziel verfolge, neue Märkte und Anwendungen für nachhaltige Kohlenstofftechnologien zu erschließen und somit einen Beitrag zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse zu leisten.
