Graphen-Zement erstmals im industriellen Maßstab produziert

Emissionsärmerer Zement durch Graphen-Zusatz
Das Unternehmen gab an, dass die hergestellte Zementmenge etwa drei Tonnen des eigens entwickelten Additivs PureGRAPH®-CEM® enthalte. Dieser auf Graphen basierende Zusatz wurde beim abschließenden Mahlvorgang am Standort Hope Cement Works in Derbyshire eingebracht. Nach Angaben des Unternehmens könnten sich dadurch die CO₂-Emissionen im Zementherstellungsprozess um bis zu 16 % verringern. Grund dafür sei der reduzierte Anteil an sogenanntem Klinker, einer besonders CO₂-intensiven Zementkomponente. Das Management erklärte, diese Produktion belege die technische und wirtschaftliche Skalierbarkeit des Verfahrens. Die Charge sei für mehrere konkrete Einsatzprojekte vorgesehen, darunter auch Untersuchungen zur Druckfestigkeit an der University of Manchester.

Geplante Einsatzbereiche: Wohnbau und Infrastruktur
Nach Unternehmensangaben soll ein Teil des neuen Zements bei FP McCann für die Herstellung tausender Dachziegel eingesetzt werden. Für diese Anwendung seien 30 bis 40 Tonnen vorgesehen. Die Ergebnisse dieser fünfmonatigen Erprobung sollen vor allem Erkenntnisse zur Materialeffizienz und Abfallvermeidung liefern. Die Tests erfolgen im Rahmen eines Programms zur ressourceneffizienten Bauweise, das durch die Innovationsförderung Innovate UK mit 15.000 £ unterstützt werde. Zudem sei vorgesehen, den Graphen-Zement auch im Infrastrukturbereich zu testen. Nach Unternehmensangaben plane Morgan Sindall, den Baustoff in einem Londoner Bahnprojekt zu verwenden. Die Betonmischung soll dabei durch Capital Concrete bereitgestellt werden. Ergänzend werde ein kleinerer Testabschnitt angelegt, um Aussagen zur Haltbarkeit und Verarbeitung treffen zu können.
Internationale Tests in Vorbereitung
Laut Unternehmensangaben seien bereits weitere Organisationen in Großbritannien und Australien an Testmengen des Materials interessiert. Ziel sei es, das Produkt für verschiedene Anwendungen zu evaluieren, bevor eine mögliche breitere Markteinführung erfolgen könne. Der Projektpartner Breedon habe bereits in vorangegangenen Pilotversuchen positive Resultate erzielt. Demnach sei bei Verwendung des Additivs eine Steigerung der Druckfestigkeit um bis zu 35 % beobachtet worden. Gleichzeitig habe sich eine deutliche Reduktion der CO₂-Emissionen ergeben.

Breiter Einsatz von CO₂-reduziertem Zement denkbar
Das Management teilte mit, dass die kommenden Monate im Zeichen umfangreicher Praxistests stehen sollen. Diese Phase werde entscheidend dafür sein, ob das Produkt mittelfristig in der Bauwirtschaft Anwendung finden könne. Laut Einschätzung des Unternehmens könnte PureGRAPH®-CEM® einen Beitrag leisten, um die Dekarbonisierungsziele der Branche zu erreichen. Ob sich die neue Zementmischung langfristig am Markt etabliert, hänge von den technischen Ergebnissen sowie von der wirtschaftlichen Skalierbarkeit ab. Das Unternehmen gehe jedoch davon aus, dass der Bedarf an klimafreundlichen Baustoffen weiter steigen werde und sehe sich mit dieser Entwicklung gut positioniert.

