First Graphene treibt Kommerzialisierung deutlich voran

Neue Kunden und wachsende Umsätze
CEO Michael Bell verwies darauf, dass First Graphene über mehr als 30 Stammkunden verfüge und weitere 25 Unternehmen kurz vor dem Abschluss von Lieferverträgen stünden. Darüber hinaus gebe es über 350 geprüfte Vertriebskontakte, die eine solide Basis für weiteres Wachstum bilden könnten. Die Umsätze stammten verstärkt aus wiederkehrenden Bestellungen, wodurch das Unternehmen unabhängiger von projektbezogenen Entwicklungsumsätzen werde. Laut Management sei First Graphene damit in der Lage, skalierte Lieferungen in verschiedenen Industriezweigen auszubauen.
Anwendungen in Industrie und Bauwesen
Ein wichtiger Fortschritt war ein Liefervertrag mit PT Alasmas Berkat Utama in Südostasien. In den kommenden zwei Jahren sollen mehr als 2,5 Tonnen PureGRAPH in die Fertigung von Sicherheitsstiefeln für den Bergbau einfließen. Parallel dazu vereinbarte das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Halocell Energy, bei der Graphen in Solarzellen eingesetzt wird. Nach Unternehmensangaben könnten dadurch die Produktionskosten um mehr als 80 Prozent sinken, da teure Rohstoffe ersetzt würden. Zugleich hätten Tests gezeigt, dass die neuen Module bis zu fünfmal effizienter arbeiten könnten als herkömmliche Systeme.

Im Zementsektor erzielte First Graphene weitere Fortschritte. Mit der Breedon Group, dem größten Zementhersteller Großbritanniens, wurden über drei Tonnen PureGRAPH-CEM verarbeitet. Aus diesen Mengen wurden mehr als 1.100 Tonnen Zement hergestellt. Frühere Tests hätten belegt, dass solcher Graphenbeton eine um bis zu 35 Prozent höhere Druckfestigkeit aufweise und den CO₂-Ausstoß um 15 Prozent senken könne. Vergleichbare Projekte in Südafrika bestätigten laut Management die verbesserte Haltbarkeit und reduzierte Durchlässigkeit.
Forschung und neue Märkte
Das Unternehmen arbeitet mit Partnern aus Australien und Großbritannien an Wasserstofftanks aus Verbundwerkstoffen. Tests hätten gezeigt, dass Graphen die Durchlässigkeit für Wasserstoff um das 48-Fache reduziere. Ziel sei die Entwicklung eines sicheren, leichten und feuerfesten Tanks für den globalen Markt.

Zusätzlich prüft First Graphene mit Universitäten in Großbritannien den Einsatz im 3D-Druck von Metallteilen. Durch Graphen könnten Metalle wie Kupfer schneller und bei niedrigeren Temperaturen schmelzen, was den Energieverbrauch senken würde. Mit neuen Patenten habe sich das Unternehmen zudem die Rechte an Verfahren zur Herstellung günstiger Katalysatoren für die Wasserstoffproduktion gesichert. Diese beruhen auf Metallen wie Eisen oder Nickel und könnten fossile Rohstoffe ersetzen.
Finanzentwicklung und internationale Expansion
Im Geschäftsjahr 2024/25 stiegen die Einnahmen deutlich, insbesondere im Bereich Polymer- und Verbundstoffe. Obwohl sich einige Kundeneinführungen verzögerten, wuchs der Anteil wiederkehrender Umsätze. Das Management gab an, die Produktions- und Betriebskosten auf den niedrigsten Stand der Firmengeschichte gesenkt zu haben. Insgesamt habe sich das Ergebnis um 11 Prozent verbessert, sodass sich das Unternehmen auf einem klaren Weg in Richtung Gewinnschwelle befinde.
Zur Finanzierung wurden 2,4 Millionen AUD (Australische Dollar) durch eine Kapitalerhöhung eingeworben, zusätzlich flossen Forschungszuschüsse von über 570.000 AUD durch Steuerrückzahlungen.
Auch die internationale Präsenz wurde erweitert. First Graphene trat in die Märkte China und Indien ein und baute neue Vertriebspartnerschaften in Brasilien, Südafrika und Vietnam auf. Bestehende Netzwerke in Australien, Neuseeland und Europa sorgten für weitere Bestellungen.
Ausblick
Laut CEO Bell könne das Unternehmen 2026 vor einer entscheidenden Phase stehen. Der Übergang von Forschung und Pilotprojekten hin zu einer industriellen Massenanwendung könne gelingen. Mit einer gefestigten Auftragslage, gesicherten Großkunden und einer wachsenden globalen Präsenz könne First Graphene weiteres Wachstum erzielen und möglicherweise erstmals dauerhaft profitabel arbeiten.
