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Ein dummes und arrogantes Vorgehen verprellt frühzeitig die lokale Bevölkerung

Liebe Leser, vor dem Hintergrund der zahlreichen Vorteile des San-José-Lithiumprojekts erscheint der Widerstand der lokalen Bevölkerung in Cáceres gegen das Lithiumprojekt von Infinity Lithium im ersten Moment als unverständlich. Er erklärt sich jedoch leicht, wenn ein Blick auf die Frühgeschichte des Projekts geworfen wird.

Im Bergbau scheitern immer wieder aussichtsreiche Projekte am Widerstand der örtlichen Bevölkerung, weil diese sich überrumpelt und ausgenutzt vorkommt. Infinity Lithium könnte in Cáceres ein ähnliches Schicksal erleiden und zwar weitgehend selbstverschuldet.

Das liegt zunächst einmal an der Stadt Cáceres selbst. Diese hat 100.000 Einwohner, liegt auf dem Weg von Madrid nach Lissabon und gehört seit 1986 dank seiner idyllischen, historischen Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe. In einer Welterbestadt, die sehr stark vom Tourismus abhängig ist und für die der Unesco-Titel eine extrem hohe wirtschaftliche Bedeutung hat, eine Mine errichten zu wollen, ist immer eine besonders große Herausforderung.

An dieser Stelle sei nur daran erinnert, dass in Sachsen der Weltkulturerbetitel im oberen Elbtal verloren ging, nur weil eine neue Brücke über den Fluss gebaut wurde. Firmen, die an solchen Ort Bergbau betreiben möchten, sind deshalb gut beraten, hier besonders vorsichtig und sensibel vorzugehen.

Vertrauen ist schwer aufgebaut und schnell zerstört

Infinity Lithium hat an dieser Stelle keine ausgeprägte Sensibilität erkennen lassen, denn der geplanten Minenstandort liegt zudem noch im Valle de las Flores, einem Naherholungsgebiet der Stadt. Im Jahr 2017 tauchte Infinity Lithium hier mit großen Maschinen völlig unangemeldet auf, fällte Bäume und brachte ohne Vorankündigung auf Privatgrundstücken Probebohrungen nieder.

So hatte man sofort Klagen aufgebrachter Einwohner und Naturschützer am Hals und eine von einem spanischen Gericht verhängte Busse wurde von Infinity Lithium bis heute nicht bezahlt. Vor Gericht ist derzeit noch ein Verfahren anhängig, in dem die Probebohrungen als illegaler Bergbau klassifiziert werden und im Hintergrund laufen Bestrebungen, das ganze Valle de las Flores unter Naturschutz zu stellen.

Kann es wirklich verwundern, wenn erst leichtfertig wertvolles Porzellan zerschlagen und anschließend über fehlendes Vertrauen in das geplante Projekt und das eigene Unternehmen geklagt wird?

Es bleiben viele Fragen und zumindest ein Geschmäckle

Die Situation erinnert ein wenig an eine Fußballmannschaft, die in den ersten fünf Minuten des Spiels fünf Eigentore schießt und sich anschließend wundert, dass sie das Match in den verbleibenden 85 Minuten nicht mehr für sich entscheiden kann.

Den Schaden haben nicht nur die betroffene Stadt Cáceres und die Menschen vor Ort, sondern auch die investierten Aktionäre von Infinity Lithium. Ob das Projekt auch in seiner modifizierten Form jemals verwirklicht werden wird, bleibt abzuwarten. Der Fall zeigt aber einmal mehr, wie wichtig es ist, als Anleger im Bergbau nur auf solche Unternehmen zu setzen, die sich ihrer sozialen und ökologischen Bedeutung vollkommen bewusst sind und die diese auch entsprechend wahrnehmen.

Auch bei diesen Unternehmen wird es immer wieder dazu kommen, dass Detailfragen kontrovers diskutiert werden. Doch es macht einen gewaltigen Unterschied, ob diese Streitigkeiten in einem Klima des Vertrauens angegangen und gelöst werden oder nicht.

Wer wie Infinity Lithium die lokale Bevölkerung durch sein eigenes vollkommen unsensibles Vorgehen gleich massiv auf Krawall bürstet, der braucht sich anschließend nicht zu wundern, wenn der Widerstand von Tag zu Tag größer wird.